Unter Carboloading versteht man die gezielte Erhöhung der Kohlenhydratzufuhr in den Tagen vor einer langen Ausdauerbelastung - bei gleichzeitig reduziertem Trainingsumfang. Ziel ist es dabei, die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber maximal zu füllen. Gut gefüllte Glykogenspeicher können die Ausdauerleistung deutlich verbessern. Wir erklären, welche Lebensmittel sich am besten fürs Carboloading eignen.
Während der Kohlenhydrat-Ladephase sollten vor allem leicht verdauliche Kohlenhydratquellen auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören klassische Lebensmittel wie Reis, Pasta, Kartoffeln und Weißbrot. Auch Bagels, Haferflocken, Müsli und verschiedene Getreideprodukte liefern große Mengen an Kohlenhydraten und eignen sich hervorragend für die Vorbereitung auf einen Wettkampf.
Obst spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Besonders Bananen und Trockenfrüchte liefern schnell verfügbare Kohlenhydrate und lassen sich unkompliziert in den Alltag integrieren. Fruchtsäfte, Smoothies oder kohlenhydratreiche Sportgetränke können zusätzlich helfen, die angestrebten Mengen zu erreichen, ohne dass ständig große Portionen gegessen werden müssen. Reiswaffeln, Honig und Marmelade sind weitere praktische Optionen, um den Kohlenhydratanteil der Ernährung zu erhöhen.
Weniger geeignet sind hingegen sehr ballaststoffreiche Lebensmittel in großen Mengen. Obwohl Vollkornprodukte grundsätzlich gesund sind, können sie unmittelbar vor einem Wettkampf Verdauungsbeschwerden verursachen.
Auch stark fetthaltige Speisen sollten reduziert werden, da Fett die Magenentleerung verlangsamt und wertvollen Platz für Kohlenhydrate verdrängt. Schwer verdauliche Gerichte oder übermäßiger Alkoholkonsum können ebenfalls die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und sollten in den letzten Tagen vor dem Start möglichst vermieden werden.
Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, Carboloading mit hemmungslosem Essen gleichzusetzen. Viele Sportler glauben, sie müssten vor einem Wettkampf möglichst viele Kalorien aufnehmen und greifen daher zu Fastfood oder großen Mengen Süßigkeiten.
Das eigentliche Ziel besteht jedoch nicht darin, möglichst viel zu essen, sondern den Anteil der Kohlenhydrate in der Ernährung gezielt zu erhöhen. Da das Trainingsvolumen in den letzten Tagen vor dem Wettkampf meist reduziert wird, steigt der Energiebedarf nicht automatisch an.
Wer jetzt große Mengen Fett und Zucker konsumiert, erreicht oft nicht die notwendige Kohlenhydratmenge und belastet gleichzeitig die Verdauung. Eine strukturierte Ernährung mit hochwertigen Kohlenhydratquellen ist deshalb deutlich effektiver als wahlloses „Überessen“.
Ein oft unterschätzter Aspekt des Carboloadings ist die Flüssigkeitszufuhr. Jedes Gramm Glykogen, das in den Muskeln gespeichert wird, bindet zusätzlich Wasser. Deshalb ist es völlig normal, dass das Körpergewicht während der Ladephase um ein bis zwei Kilogramm ansteigt. Dieser Gewichtszuwachs ist kein Nachteil, sondern ein Zeichen dafür, dass die Energiespeicher gut gefüllt sind.
Um die Glykogenspeicherung optimal zu unterstützen, sollte über den gesamten Tag hinweg regelmäßig getrunken werden. Ein heller, leicht gelblicher Urin ist meist ein guter Hinweis auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung.
Kohlenhydratreiche Sportgetränke können dabei helfen, gleichzeitig Energie und Flüssigkeit aufzunehmen. Alkohol sollte möglichst vermieden werden, da er die Regeneration beeinträchtigen und zu einer ungünstigen Flüssigkeitsbilanz führen kann.
Die Kombination aus optimal gefüllten Speichern vor dem Start und einer konsequenten Energiezufuhr während der Belastung bietet die besten Voraussetzungen für eine konstante Leistungsfähigkeit bis ins Ziel.
Was sind eure Erfahrungen mit Carboloading? Teilt eure Tipps und Tricks in den Kommentaren!

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