NaturschutzDiese Trail-Opfer hinterlassen wir beim Biken

Laurin Lehner

 · 30.08.2022

Naturschutz: Diese Trail-Opfer hinterlassen wir beim BikenFoto: Creative Nature
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Meist ballern wir Mountainbiker mit Vmax über den Trail. Dabei steckt er voller Leben. Leben, das wir im schlimmsten Fall plattrollen. Hier einige Tiere und Trail-Bewohner, die unsere Rücksicht brauchen:

RingelnatterFoto: Creative Nature
Ringelnatter

Ringelnatter: Schlange = giftig = Angst! Das wird der harmlosen Ringelnatter zum Verhängnis. Wanderer und Biker erschlagen immer mal wieder Ringelnattern aus Schlangenfurcht. Dabei ist die Ringelnatter scheu, selten, wunderschön und steht unter höchstem Gesetzesschutz. Sie schwimmt gerne, jagt tagsüber, frisst Kröten, Frösche, Fische und liebt das Sonnenbad auf warmen Trails. Lebensdauer: bis zu 25 Jahre.

Spitzmaus | Copyright: Creative Nature
Spitzmaus | Copyright: Creative Nature

Spitzmaus: Vollgas: Ihr Herz pocht 1000 Mal in der Minute, er­schrickt die Spitzmaus, schnellt der Puls auf über 1200, und sie kann einen Herzinfarkt kriegen. Sie sieht schlecht, hört und riecht gut und orientiert sich per Echolot. Große Kröten, Schlangen und Wühlmäuse tötet sie mit ihrem Giftbiss – für Menschen ungefährlich! Die Spitzmaus ist langsamer als eine Feldmaus und gerät daher eher unter unsere Reifen. Lebensdauer: 1–2 Jahre.

ZauneidechseFoto: Stefan Merlot
Zauneidechse

Zauneidechse: Die Zauneidechse liebt die Sonne, lümmelt sich daher gerne auf den Trail. Sie reagiert blitzschnell, doch oft zu langsam für einen rasenden Biker. Feinde hat sie eh genug: Krähe, Igel, Schlange, Fuchs. Sie frisst Ameisen, Spinnen und Heuschrecken. In Deutschland streng geschützt. Lebensdauer: sieben Jahre.

Roter RegenwurmFoto: Adobe Stock
Roter Regenwurm

Regenwurm: Hättet Ihr geahnt, dass der Regenwurm bis acht Jahre alt werden kann? Oder: Dass er eins der stärks­ten Tiere der Welt ist? Der Regenwurm stemmt das 60-fache seines Körpergewichts, wenn er sich bis zu sieben Meter tief in die Erde bohrt. Er atmet durch die Haut, deswegen muss sie immer schön feucht sein. Kriecht er über den Trail, leistet er Schwerstarbeit und hat gegen unsere Stollenreifen keine Chance.

GrasfroschFoto: Creative Nature
Grasfrosch

Grasfrosch: Der Grasfrosch ist unser häufigster Frosch. Er ist braun, nicht grün – grün ist der Wasserfrosch. Der Grasfrosch leidet darunter, dass wir seine Teiche vergiften, zumüllen, trockenlegen oder ihn mit dem Auto oder gar Bike überfahren. Sein Leben ist gefährlich, daher wird er selten über zehn Jahre alt. Im Terrarium kann der Grasfrosch 18 Jahre alt werden.

BergmolchFoto: Creative Nature
Bergmolch

Bergmolch: Wir lieben den Bergmolch – ein Dino in Miniaturform, so süß! 2019 wurde der Molch mit seinem orange-farbenen Bauch zum Lurch des Jahres gewählt. Ein Nachtjäger, frisst Käfer und Würmer und taucht von März bis Oktober in Teichen, großen Pfützen oder wassergefüllten Wagenspuren. Kriecht der Molch an Land, ist er träge, sehr verwundbar und wird schnell übersehen. Übrigens: Der Molch besitzt Superpower! Er kann Haut, Knochen, ja sogar Gelenke nachwachsen lassen. Lebensdauer: bis 30 Jahre.

Wir meinen: Wer Trails liebt, sollte einfache Regeln beachten. Die “Love Trails – Respect Rules”-Kampagne von BIKE, EMTB und FREERIDE wirbt, gemeinsam mit Partnern aus der Bike-Industrie, für ein respektvolles Miteinander auf den Trails. Gemeinsam wollen wir das Image der Mountainbiker langfristig aufbessern. Die sechs goldenen Regeln für ein umweltverträgliches und entspanntes Miteinander im Wald sind das Fundament unserer Kampagne.

Foto: Bike Redaktion

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