Wer einmal mit dem Bike von Südtirol nach Nepal geradelt und nach neun Monaten mit langen Haaren und einem Abenteuer fürs Leben zurückgekehrt ist, der will wieder raus in die Welt. Außer, es kommt so ein Virus daher und macht das Reisen außer Landes unmöglich. So war es nicht schwer, den Weltenbummler David Niederkofler für eine Durchquerung unserer gemeinsamen Heimat zu begeistern. Zumal sich in Südtirol ja die Bike-Highlights die Hand geben. Doch schon bei der Planung auf der Karte wurde uns schnell klar: Gefühlt haben wir beide mit dem Bike bereits die halbe Welt bereist – nur die eigene Heimat kennen wir nicht wirklich. Klar, David kommt aus dem Pustertal ganz im Osten, das für seine gemütlichen Einwohner und für Kartoffeln bekannt ist. Ich dagegen stamme aus dem Vinschgau, wo man Äpfel vom Baum pflückt und der Südtiroler Dialekt noch verständlich ist. Aber die Dolomiten und das Südtiroler Tiefland dazwischen kennen wir beide nur abschnittsweise. Das Problem nach Tagen der Planung: Als wir alle Punkte, die wir immer schon mal fahren wollten, zu einer Route verbunden hatten, standen 1000 Kilometer, 32000 Höhenmeter und 19 trail-lastige Etappen auf dem Plan.