Nichts duftet so gut, wie eine Sommerwiese in den Alpen. Dahinter die Aussicht übers Tal, in dem die Probleme des Alltags einfach zurückbleiben. Weiter geht’s Richtung Himmel hinauf, wo am Ende des Tages ein einfaches, ehrliches Essen und ein glasklarer Sternenhimmel warten. Dann am nächsten Morgen: Einfach weiter ins Panorama hineinkurbeln! Hier drei besonders schöne Bike-Routen durch die Alpen, mit Stopp in einem Himmelbett.
Wer sein Bett in der Kesch-Hütte auf 2625 Metern Höhe bezieht, hat sich vom irdischen Leben im Tal definitv losgesagt. Hier oben gibt es kein Wlan und der Strom kommt aus der Solarzelle. Sprich: Wenn die Sonne nicht scheint, bestimmt der Hüttenwirt, ob der Strom fürs Nachladen der Gäste-Akkus reicht - der Handy-Akkus wohlgemerkt! Für die sehr wahrscheinlich sehr strapazierten Batterien von E-Bikern könnte es daher definitiv eng werden. Entweder man steckt einen Ersatz-Akku ein, nutzt den Lift oder man schaltet während der Auffahrt auf Eco. Wobei das bei dieser Route fast unmöglich ist, denn weite Uphill-Abschnitte sind ausgesprochen knackig:
Die Tour startet in Davos. Hier lässt sich schon mal Strom für über 1000 Höhenmeter sparen, wenn man - wir wir es getan haben - zum Jakobshorn hinauf die Seilbahn nutzt. Das erspart auch das Zusatzgewicht für den sonst nötigen Ersatz-Akku. So macht auch der folgende, durchaus sportliche Grat-Trail ins Dischmatal hinunter viel mehr Spaß. Der Energie-Sparmodus kommt schließlich auf dem Weg zum Scalettapass hinauf zum Einsatz. Der Anstieg beginnt bis zum Gasthof Dürrboden flach auf Asphalt, dann folgen 600 Höhenmeter für Bastler: enge Kehren, Geröll und Stufen! Belohnt wird das Ganze mit einer Trail-Abfahrt ins Val Susauna, wo nach 400 Tiefenmetern der Abzweig zur Kesch-Hütte ansteht: ein einsamer Trail durch ein hochalpines Hochtal hinauf. Wir haben auf unserer Tour gespart, wo es ging, aber unsere Akkus blinkten rot, als wir bei Einbruch der Dunkelheit die Hütte erreichten.
Die Hüttentour hat insgesamt 54,5 Kilometer und satte 1729 Höhenmeter. Allerdings steht der zweite Tag im Zeichen einer 30 Kilometer langen Abfahrt, die nur von zwei Gegenanstiege von jeweils 150 Höhenmetern ausgebremst wird. Der erste davon (Ri. Sertigpass) aber so verblockt, dass man sich über eine Schiebehilfe nur freuen kann.
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Zwischen zwei Bergwelten: Die Marchhütte thront auf dem Marchkinkele, dem 2545 Meter hohen Felsgrat, der die Villgratener Berge von den Dolomiten trennt. Und direkt unter diesem Grat duckt sich die ehemalige Grenzkaserne, die Mussolini in den 1930er-Jahren errichten ließ. Von diesem östlichsten Punkt Südtirols kann man bis zum westlichsten Südtirols, nämlich den Ortler, blicken. Dazwischen schiebt sich die gesamten Dolomiten-Prominenz ins Frühstücks-Selfie. Gut, dass diese alte Kaserne seit 2021 zu einer Einkehrstation für Wanderer und Biker umgestaltet wurde. So gibt es nun auf der berühmten Stoneman-Dolomiti-Route endlich eine Anlaufstelle mit besten Kaspressknödeln und himmlisch friedlichem Bett.
In letzteres wird man wahrscheinlich seelig plmpsen, denn der erste Tag zur Hütte hinauf sammelt von Sexten aus 33,5 Kilometer und 1450 Höhenmeter auf. Zu finden ist die Route leicht. Man folgt einfach der Stoneman-Beschilderung über Toblach und Silvesteralm, dann auf alter Militärstraße zur Marchhütte hinauf. Alles in moderater Steigung, die viel Zeit fürs wachsende Panorama lässt. Technisch anspruchsvolle Abschnitte folgen an Tag 2 hinunter zur Steinbergalm und später auf der 11 Kilometer langen Trail-Abfahrt (am Ende sehr wurzelig) vom Obermahdsattel nach Sexten zurück.
Am Nordufer des “Tiroler Meeres”, wie der Achensee auch genannt wird, wellen sich die Blauberge. Und mittendrin hat es sich die Guffert-Hütte (1475 m) gemütlich gemacht, mit perfektem Blick auf ihren Namensgeber. Diese Einkehr hat schon Elmar Moser in seinem Karwendel-Guide empfohlen. Auch, weil es von hier aus nur noch ein halbstündiger Fußmarsch zu den etruskischen Schneidjoch-Felsinschriften ist. Übrigens ein schönes Abendprogramm, wenn man hier oben übernachtet.
Diese Zweitagestour startet in Achenkirch und führt, wie die Moser-Tour, über die Blauberg Alm und an der bayerisch-tiroler Grenze entlang zur Gufferthütte hinauf. Tagespensum: 22 Kilometer und 889 Höhenmeter. So kann man die Tour auch noch am Freitagnachmittag starten. Zumal die Blauberge im Abendlicht am schönsten leuchten.
Tag zwei holt dann mit 50 Kilometern und 1500 Höhenmetern deutlich weiter aus: Es geht über den Steinberg ins südliche Rofangebirge hinüber und übers Kaiserhaus zum Kögljoch hinauf. Highlight des Tages: der “Grand Canyon”-Blick in die Steinberger Ache. Krönender Abschluss der Tour: ein beherzter Sprung in den prickelnd-frischen Achensee! bis ins Rofangebirge und ist von München aus fast mit dem Zug zu erreichen. Weder der Ort Achensee noch Steinberg am Rofan sind per Zug erreichbar. Zielbahnhof ist Jenbach im Inntal. Von München nach Jenbach fährt man nonstop in 1:25 Stunden ab 19,90 Euro einfach. Die Fahrradkarte kostet 9 Euro. Die letzten zwölf Kilometer hoch zum Achensee geht’s dann mit Muskelkraft.
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