Schweiz

Hoch über Davos: 2-tägige E-MTB-Tour zur Kesch-Hütte

Markus Greber

 · 01.06.2022

Hoch über Davos: 2-tägige E-MTB-Tour zur Kesch-HütteFoto: Markus Greber
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Die Kesch-Hütte liegt abseits der üblichen Bike-Routen. Kein Wunder, die Auffahrt über den Scalettapass ist beschwerlich. Aber nicht mit dem E-MTB!

Die Tour

Der Scalettapass ist ein Übergang von Davos ins Engadin. Er ist mit klassischen Bikes nur für Superfitte teilweise fahrbar. Deshalb wird er von Alpenüberquerern nur selten genutzt. Mit dem E-MTB sieht das anders aus. Fahrer mit guter Fahrtechnik und Kondition können hier spielen. Deshalb haben wir diese Runde genau so zusammengestellt, zusätzlich aber noch ein paar Schmankerl eingebaut. Zum Beispiel die Abfahrt vom Davoser Jacobshorn ins Dischmatal. Hier ist, wie aber auch im weiteren Verlauf der Tour, eine gute Fahrtechnik gefragt. Wer einen zweiten Akku mitnimmt, kann natürlich auch auf die Gondel verzichten und die 1000 Höhenmeter hoch zum Jacobshorn-Gipfel selbst strampeln. Wir haben die Tour mit einem Akku geplant, hatten aber Ladegeräte dabei. Beim etwa einstündigen Aufenthalt im Gasthof Dürrboden hatten wir die Gelegenheit nachzuladen. Allerdings hier, wie auf der Kesch-Hütte, als Ausnahmefall. Also ist man auf jeden Fall gut beraten, auf allen Flachpassagen in den Eco-Modus zu schalten, um Strom zu sparen.

Das Revier

Davos liegt im Kanton Graubünden und ist mit 11000 Einwohnern die höchst gelegene Stadt Europas. Mountainbiker, ob mit oder ohne Motor, finden hier eine riesige Infrastruktur. Die Hausberge um Davos und Klosters, also Rinerhorn, Jakobshorn, Pischa, Parsenn, Gotschna und Madrisa, bieten ein Trail-Netz von etwa 700 Kilometern. Die meis­ten dieser Wege sind sogenannten „shared Trails“. Hier teilen sich Biker und Wanderer, wie fast überall in Graubünden, die Wege.

Den kompletten Reisebericht "Schweiz: Davos - Kesch-Hütte" aus EMTB 1/2022 können Sie bequem unten im Download-Bereich als PDF herunterladen.

Der Artikel kostet 1,99 Euro. Darin finden Sie den EMTB-Webcode, der Sie zum Download der kostenlosen GPS-Daten für diese Touren führt.

Tag 2: der Anstieg Richtung Sertigpass, hoch zu den Seen. Weit hinten im Tal liegt die Alp Funtauna. Noch ist der Weg mit Mühe fahrbar, doch das soll sich bald ändern.Foto: Markus Greber
Tag 2: der Anstieg Richtung Sertigpass, hoch zu den Seen. Weit hinten im Tal liegt die Alp Funtauna. Noch ist der Weg mit Mühe fahrbar, doch das soll sich bald ändern.
Grandiose Alpenarena: Die Kesch-Hütte liegt auf 2625 Meter am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers.Foto: Markus Greber
Grandiose Alpenarena: Die Kesch-Hütte liegt auf 2625 Meter am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers.
Kleine Biker, großartige Landschaft: Die letzte Auffahrt zur Kesch-Hütte zieht sich. Hier sieht man sie nur aus der Drohnenperspektive.Foto: Markus Greber
Kleine Biker, großartige Landschaft: Die letzte Auffahrt zur Kesch-Hütte zieht sich. Hier sieht man sie nur aus der Drohnenperspektive.
Spektakulärer Einstieg: Gleich auf den ersten Metern der Tour wird’s episch. Der Gratweg vom Jacobshorn Richtung Dischmatal ist zwar ausgesetzt, aber größtenteils gut fahrbar.Foto: Markus Greber
Spektakulärer Einstieg: Gleich auf den ersten Metern der Tour wird’s episch. Der Gratweg vom Jacobshorn Richtung Dischmatal ist zwar ausgesetzt, aber größtenteils gut fahrbar.
Hier geht's lang.Foto: Markus Greber
Hier geht's lang.
Tief im Tal der Davosersee, dazu ein echter Flowtrail unterhalb des Brämabüel-Gipfels. Je tiefer es ins Dischmata geht, desto anpruchsvoller wird es.Foto: Markus Greber
Tief im Tal der Davosersee, dazu ein echter Flowtrail unterhalb des Brämabüel-Gipfels. Je tiefer es ins Dischmata geht, desto anpruchsvoller wird es.
Die ersten Meter zum Scalettapass sind noch lieblich. Später zeigt der Uphill seine Zähne. Ideal für E-MTB- Uphill-Freaks.Foto: Markus Greber
Die ersten Meter zum Scalettapass sind noch lieblich. Später zeigt der Uphill seine Zähne. Ideal für E-MTB- Uphill-Freaks.
Morgenstund hat Gold im Mund: die Crew kurz vor dem Start zur Etappe 2. Es geht in Richtung Sertigpass.Foto: Markus Greber
Morgenstund hat Gold im Mund: die Crew kurz vor dem Start zur Etappe 2. Es geht in Richtung Sertigpass.
Bewirten die Kesch-Hütte seit 2020: Ursula Schweizer und Balthasar Dinkelacker. Die Lehrerin und der Sozialarbeiter, selbst begeisterte Biker, haben sich damit einen Lebenstraum erfüllt.Foto: Markus Greber
Bewirten die Kesch-Hütte seit 2020: Ursula Schweizer und Balthasar Dinkelacker. Die Lehrerin und der Sozialarbeiter, selbst begeisterte Biker, haben sich damit einen Lebenstraum erfüllt.
Tag 2: der Anstieg Richtung Sertigpass, hoch zu den Seen. Weit hinten im Tal liegt die Alp Funtauna. Noch ist der Weg mit Mühe fahrbar, doch das soll sich bald ändern.Foto: Markus Greber
Tag 2: der Anstieg Richtung Sertigpass, hoch zu den Seen. Weit hinten im Tal liegt die Alp Funtauna. Noch ist der Weg mit Mühe fahrbar, doch das soll sich bald ändern.
Grandiose Alpenarena: Die Kesch-Hütte liegt auf 2625 Meter am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers.Foto: Markus Greber
Grandiose Alpenarena: Die Kesch-Hütte liegt auf 2625 Meter am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers.
Grandiose Alpenarena: Die Kesch-Hütte liegt auf 2625 Meter am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers.
Kleine Biker, großartige Landschaft: Die letzte Auffahrt zur Kesch-Hütte zieht sich. Hier sieht man sie nur aus der Drohnenperspektive.
Spektakulärer Einstieg: Gleich auf den ersten Metern der Tour wird’s episch. Der Gratweg vom Jacobshorn Richtung Dischmatal ist zwar ausgesetzt, aber größtenteils gut fahrbar.
Hier geht's lang.
Tief im Tal der Davosersee, dazu ein echter Flowtrail unterhalb des Brämabüel-Gipfels. Je tiefer es ins Dischmata geht, desto anpruchsvoller wird es.
Die ersten Meter zum Scalettapass sind noch lieblich. Später zeigt der Uphill seine Zähne. Ideal für E-MTB- Uphill-Freaks.
Morgenstund hat Gold im Mund: die Crew kurz vor dem Start zur Etappe 2. Es geht in Richtung Sertigpass.
Bewirten die Kesch-Hütte seit 2020: Ursula Schweizer und Balthasar Dinkelacker. Die Lehrerin und der Sozialarbeiter, selbst begeisterte Biker, haben sich damit einen Lebenstraum erfüllt.
Tag 2: der Anstieg Richtung Sertigpass, hoch zu den Seen. Weit hinten im Tal liegt die Alp Funtauna. Noch ist der Weg mit Mühe fahrbar, doch das soll sich bald ändern.

Sonstige Touren

Auf 700 Kilometern finden Biker natürlich Touren jeglicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Besonders empfehlenswert und von uns mehrfach getestet: der Alps-Epic-Trail. Das ist einer von wenigen Trails weltweit, der von der IMBA (International Mountainbike Association) als „Epic Trail“ ausgezeichnet ist. Er erstreckt sich von Davos nach Filisur über 40,1 Kilometer und das fast nur auf feinsten Single­trails. Der Trail startet an der Bergstation Jacobs-horn. Wer sich die Bergfahrt sparen will, braucht zwei Akkus.

Ein weiteres Highlight ist die Runde über das Chörbschhorn mit einer 1000-Tiefenmeter-Singletrail-Abfahrt hinunter nach Frauenkirch. Mit dem klassischen Bike nimmt man hierfür die Parsennbahn und spart sich damit etwa 1100 Höhenmeter. Zur Chörbschhornhütte, dem Start der Abfahrt, sind es dann noch 347 Höhenmeter. Wer die Runde mit dem E-MTB von unten hochkurbelt, muss mit einem Akku schon sparsam umgehen.

Seilbahnen

Wer mal einen Tag ganz ohne Uphill-Treten verbringen will: Sechs Seilbahnen in Davos und Klosters sind für den Bike-Transport ausgerüstet. Ein Tagesticket kostet 20 CHF. Bei Übernachtung in einem Bike-Hotel gibt es bei Direktbuchung eine Gratistageskarte. Die Sommersaison der Bergbahnen startet je nach Bahn etwa Mitte Juni und endet Mitte Oktober. Bewährtes Verkehrsmittel ist die Rhätische Bahn, mit der man bequem zwischen Klosters und Davos und von Filisur wieder zurückfahren kann. Das Bike (Einzelfahrt 10 bzw. 15 CHF) wird in einem gesonderten Gepäckabteil transportiert.

Die Kesch-Hütte

Sie liegt auf 2625 Metern Höhe am Fuße des Piz Kesch und des Porchabella-Gletschers und wird unterhalten vom Schweizer Alpen Club (SAC). In seiner heutigen Form existiert das Haus seit 2000. Die Hütte bietet 92 Schlafplätze, aufgeteilt in 5er- und 12er-Zimmer. Die Sommersaison ist auf dieser Höhe kurz. Geöffnet ist die Hütte je nach Witterung von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Eine Übernachtung kostet 41 CHF, mit Halbpension 78 CHF. Da die Hütte oft voll belegt ist, sollte man unbedingt frühzeitig buchen. Am besten über die Webseite www.kesch.ch. Die Kesch-Hütte ist eine richtige Hütte, also kein Hotel. Deshalb bringt man am besten selbst einen Hüttenschlafsack mit.

  Übersichtskarte der 2-Tages-Tour zur Kesch-HütteFoto: Karin Kunkel-Jarvers
Übersichtskarte der 2-Tages-Tour zur Kesch-Hütte

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