Lange hat der Sommer auf sich warten lassen, jetzt scheint er mit seinen Temperatur-Rekorden alles nachholen zu wollen. Da kann man nur froh sein, wenn man als Radfahrer nicht auf flimmernde Asphaltstraßen angewiesen ist. Als Mountainbiker muss man nur in den Wald abbiegen und die spannendsten Biketrips samt cooler Badespots herausfischen. Das sind unsere Favoriten mit Kühlwassergarantie.
Zwei Mal 50 Kilometer: Für die Hüttentour in den Chiemgauer Alpen nimmt man sich am besten zwei Tage Zeit - wenn man an den drei traumhaft schön gelegenen Badeseen und allen übrigen Highlights nicht einfach vorbei rauschen will. Außerdem bietet sich die Übernachtung in der Traunsteiner Hütte (1160 m) an, schon weil man da bei angenehmen Temperaturen sicher besser schläft als in der Stadt. Von Ruhpolding geht’s auf einem Trail durch einen Märchenwald und an der Dandl Alm vorbei durch den Urschlacher Forst, bevor sich die Almwiesen des Wappachtals öffnen. Hier haben sich Löden-, Mitter- und Weitsee eingenistet. In diese hübschen Bergseen muss man einfach reinspringen! Dann geht’s zur Nattersbergalm hinauf und über die Grenze nach Österreich ins Steinplattengebiet.
Der zweite Tag beginnt auf der Winklmoosalm mit einem kurzen Trail, dann geht’s auf der Forststraße bergab, aber mit Mega-Aussicht und bald am Fluss Seetraun (einmal reinspringen!) entlang, bis man bei der Chiemgau-Arena zur Schwarzachenalm abbiegt. Man könnte nun nach Ruhpolding zurück ausrollen, aber dann verpasst man den Zinnkopf - das Trail-Gebiet der Locals wartet mit viel Fahrspaß auf. Über Maria Eck und Rabenstein dreht die große Runde schließlich zurück nach Ruhpolding. Zur Tourenbeschreibung
Die Kinderstube des Rheins liegt auf über 2000 Meter Höhe am Schweizer Oberalppass. Hier oben döst sein kristallklares Wasser noch im Tomasee, bevor es sich erst schüchtern ins Vorderrheintal fallen lässt, dann aber immer spektakulärer durch Felsschluchten tost. So ähnlich fühlt sich auch die zweitägige Trailtour an, die dem Rhein bis zum Caumasee bei Flims Laax folgt. Mehrheitlich auf Trails, durch den Sprühnebel von Wasserfällen hindurch, tingelnd von einer urigen Hütte zur nächsten. Übernachtet wird ebenfalls auf einer Hütte - mit erfrischendem Ausblick auf die türkisfarbenen Schleifen des noch wilden Rheins. Hier geht’s zu den Details dieser Super-Tour!
Von Schloss Neuschwanstein zum Schloss Linderhof - was ein bisschen nach Rentner-Busreise klingt, entpuppt sich für Mountainbiker als echter Trail- und Badesee-Geheimtipp: Die Ammergauer Alpen hatten es König Ludwig II angetan. Hier baute er seine Schlösser und konnte seine wilden Ideen ausleben. Die riesigen Wälder drumherum hätten sein privates Jagdrevier sein sollen - aber Ludwig hasste die Jagd. Deshalb hat man sich damals schon das Anlegen eines großen Wegenetzes direkt gespart. Bis heute gehören die Ammergauer Berge zu den einsamsten Gebieten der Nordalpen. Sobald man die Touri-Busse rund um die Schlösser hinter sich gelassen hat, hört man nur noch die Vögel zwitschern und Bäche rauschen. Noch ein Sprung ins kühle Nass, bevor es für zwei Tage richtig ins Outback geht? Rund um Füssen warten Bannwaldsee, Forggensee, Alatsee, Schwansee und der Alpsee. Dann geht’s hinein in Ludwigs Wälder. Auf schattigen Forststraßen und kurzen Trail-Abschnitten. Mit Lager-Übernachtung in den Brunnenkopfhäusern und am Ende einem schönen Trail, der bis ans Ufer des schönen Staffelsees führt. Alle Infos zur Tour
3 Länder, 9 Seen, 9 echte Supertrail-Touren - dieser große Alpenroadtrip startet in Lermoos mit dem legendären Blindsee-Trail und sammelt bis zum Gardasee sämtliche Spots auf, die man als Trail-Aspirant immer schon erleben wollte. Auch weil sie an einem besonders schönen See mit Campingmöglichkeit liegen.
Zurück in Lermoos wird der Camper 970 Kilometer mehr auf dem Tacho haben. Dafür hat er aber auch einige der schönsten Alpenpassstraßen durchkurvt. Mehr Infos zum Trip
Flüsse sind für Mountainbiker immer ein Quell der Freude: Nicht nur das Wasser, sondern auch die Trails am Ufer fließen hier oft über viele Kilometer dahin. Ganz besonders schön tun sie das an der Saale zwischen Bad Lobenstein nach Saalfeld. Hier wickelt sich der Fluss ganz besonders kurvig durch das Thüringer Schiefergestein. Da haben selbst die Trails Schwierigkeiten mitzuhalten. Deshalb bleiben sie nicht nur am Ufer, sondern klettern auch mal in aussichtsreiche Höhen hinauf, bevor es auf spannender Abfahrt zum nächsten schönen Badespot wieder an die Saale hinunter geht. Am dritten Tag endet die Tour schließlich am Eingang der Saalfelder Feen-Bike-Trails, die von Downhill-Ass Nina Hoffmann mitgestaltet wurden. Infos und GPS-Daten zur Tour gibt es hier
Auch wenn der Gardasee das Trail-Mekka ist: Es lohnt sich, ihn mal links liegen zu lassen und weiter ins Hinterland bis ans Ufer des Idrosees zu fahren: Klar, der See ist viel kleiner, die Gastronomie ist nicht so hipp und man trifft weniger deutsche Urlauber. Aber: Es gibt hier nicht nur einen sehr hübschen Camping-, sondern auch Glampingplatz direkt am See und die Trails in den Bergen drumherum: erstklassig! Auf der einen Seite der legendäre 136-Kehren-Trail, auf der anderen Seite der fast noch schönere Kammtrail über den Rücken des Monte Breda - jeweils mit Seeblick. Außerdem kann man den See auf einer recht spannenden, anspruchsvollen Trailtour umrunden. Dafür plant man am besten drei bis vier Tage ein und erlebt dabei eine noch sehr ursprüngliche norditalienische Bergwelt samt ihrer Gastfreundschaft. Info zum Trailguide

Redakteurin
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.