Tipps für einen sicheren Tag im Bikepark

Achtung: Bikepark!

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 2 Jahren

Bikeparks sind für Mountainbiker Spaßburgen und Risikogebiet zugleich. Denn Besuche in Bikeparks enden hin und wieder im Krankenhaus. Mit diesen Tipps bleiben Stürze und Verletzungen die Ausnahme.

In der BIKE-Leserumfrage 2018 gaben 42 Prozent der befragten BIKE-Leser/innen unter 29 Jahren an, ein Bikepark sei ihnen bei der Wahl des Urlaubziels besonders wichtig. Die Spaßburgen sind für Mountainbiker aber auch zugleich Risikogebiet. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass Besuche in Bikeparks mit ihren gebauten Holz-Stunts und Sprüngen hin und wieder im Krankenhaus enden, Tendenz steigend.

"In den letzten fünf Jahren haben sich die Mountainbike-Unfälle verdoppelt", weiß Dr. Josef Obrist, Chirurg und Leiter der Unfallklinik Salzburg. Nicht immer bleibt es bei leichten Blessuren. Daher fordert zum Beispiel der Trailbauer Tom Teutsch eine Art Führerschein für Park-Biker und erklärt: "Bikepark-Besuche sind inzwischen nichts mehr, was nur eingefleischte Fahrer reizt. Es kommen zunehmend auch ungeübte Fahrer." Ob der Bikepark-Schein nur eine Idee bleibt oder bald Zukunft, bleibt offen. Damit Stürze und Verletzungen weiterhin die Ausnahme bleiben, hier ein paar Tipps für einen möglichst sicheren Tag im Bikepark.

5 Regeln für einen sicheren Besuch im Bikepark


1 BIKE-CHECK Steuerkopf, Reifendruck, Steckachsen und Fahrwerks-Setup (Rebound nicht zu schnell!). Passt alles, kann es losgehen. Hier in diesem kurzen Video gibt's Tipps der 
Downhill-Ikone
 Fabien Barel


2 AUSRÜSTUNG Schutzausrüstung ist nicht nur sinnvoll, sondern oft auch Vorschrift. Unten lesen Sie, was Sie für einen Parkbesuch brauchen.


3 WARMFAHREN Sich auf einfachen Trails einzufahren, ist oft die beste Sturz- Prophylaxe. Bei unbekannten Abfahrten sollte man alle Stunts zuvor inspizieren.


4 BAUCHGEFÜHL Wollen Sie einen Drop oder Sprung wagen, sollten Sie auf Ihr Bauchgefühl achten. Fühlt es sich nicht richtig an, dann lassen Sie es sein! Gruppenzwang ist ein häufiges Problem.


5 SPEEDCHECK Die falsche Wahl des Tempos ist die Ursache Nr. 1 bei Unfällen. Gerade bei Sprüngen kommt es darauf an. Checke das Tempo von erfahrenen Bikern. Fahrtechnik-Kurse sind sehr hilfreich.

"Die Kombination aus Selbstüberschätzung und einem schlechten Fahrwerks-Setup führt bei Sprüngen oft zum Sturz." Robin Klinkert, Bikepark-Betreiber und Racer, findet die Idee einer Art Führerschein für Park-Biker gut. "Im Tauch- und Fallschirmsport müssen auch Prüfungen abgelegt werden. Aber der Erfolg steht und fällt mit dem Inhalt des Kurses", sagt Klinkert.

Schütz Dich! – Parts, die beim Sturz Schaden begrenzen


1 VOLLVISIER-HELM (Preis: ab 80 Euro)
Der Integral-Helm ist in den meisten Parks Pflicht. Er schützt nicht nur das Hirn, sondern auch Kiefer und Gesicht. Wichtig: Die Passform. Daher lieber anprobieren statt blind zu kaufen. Kann auch oft vor Ort geliehen werden.


2 KNIE UND ELLENBOGENSCHUTZ (Preis: ab 50 Euro)
Knieverletzungen sind langwierig und nervig, daher sollte man die Knie unbedingt schützen. Noch besser: Schützer, die auch das Schienbein abdecken. Ellenbogen- Schoner sind von Vorteil.


3 RÜCKENPROTEKTOR (Preis: ab 100 Euro)
Rückenprotektoren oder Rucksäcke mit integrierten Protektoren schützen nur vor Rückenverletzungen durch spitze Steine und Kanten. Die verursachen nur einen kleinen Teil der schweren Fälle – aber die sind vermeidbar.


4 BRILLE (GOGGLE) UND NACKENSTÜTZE (NECK BRACE)
(Preis: Goggle ab 40 Euro, Neck Brace ab 250 Euro)

Die Brille schützt die Augen vor Staub und Dreck – damit hat man immer freie Sicht. Zudem sitzt der Integralhelm mit Goggle satter am Gesicht und verwackelt nicht. Schutz vor Wirbelsäulenverletzungen kann eine Nackenstütze (eng. Neck Brace) bringen. Sie stützt den Vollvisier-Helm (1) im Sturzfall ab, der Nacken soll dadurch nicht zu weit überdehnt werden können.


5 HANDSCHUHE (Preis: 25 Euro)
Den ersten Bodenkontakt beim Sturz haben meistens Knie und Hände. Handschuhe schützen zwar nicht vor Frakturen, doch vor Abschürfungen. Zudem verbessern sie den Halt am Lenker.


6 SCHUHE (Preis: 70 Euro)
Flatpedals sind im Parkeinsatz sinniger als Klickpedale. Wir raten also zur Bärentatze. Die passenden Schuhe sollten eine griffige Sohle haben und außerdem mit Verstärkungen Zehen und Ferse schützen.

Diese Parts sorgen im Sturzfall für Schadenbegrenzung: Vollvisier-Helm (1), Knie- und Ellenbogenschutz (2), Rückenprotektor (3, nicht im Bild), Google und Nackenstütze (4), Handschuhe (5) und robuste Bike-Schuhe (6).

Themen: BikeparkProtektorenSicherheitTipps


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Damm Son: MTB-Video der 50to01-Crew
    Progessive Riding in einer Schüssel aus Dreck

    03.07.2019

  • Uvex: MTB-Helme und Brillen 2021
    Neue Uvex-Helme mit Sturzsensoren

    01.02.2021

  • Bikepark-Check Serfaus-Fiss-Ladis (Tirol)
    So gut ist der Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis

    15.08.2017

  • Acht Supertrails in Graubünden (Schweiz)
    Schweiz-Special: Die besten MTB-Trails in Graubünden

    25.05.2012

  • Freeride Jugendcamp ein voller Erfolg!

    12.08.2010

  • Bikepark-Test: Bad Wildbad (Deutschland)
    Bikepark Bad Wildbad im großen Vergleichstest

    20.12.2015

  • Pivot Mach 5.5: neues All Mountain
    Pivot überarbeitet sein Mach 5.7

    18.05.2017

  • iXS Rookies Championships Serfaus-Fiss-Ladis 2017
    Nachwuchs-WM: Die neuen Weltmeister von morgen

    10.08.2017

  • Sicher Biken: Kaufberatung und Test
    Rückenprotektoren und Knieschoner im BIKE-Check

    23.12.2020