Neues Cannondale Scalpel SE: Schärfer denn je! Neues Cannondale Scalpel SE: Schärfer denn je! Neues Cannondale Scalpel SE: Schärfer denn je!

Cannondale Scalpel SE: leichtes Trailbike für lange Touren

Neues Cannondale Scalpel SE: Schärfer denn je!

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Cannondale ist bekannt für extravagante Mountainbikes. Mit dem neuen Scalpel SE untermauern die Amerikaner ihr Image. Das neue 120-mm-Trailbike ist leicht, steif und überrascht mit pfiffigen Details.

Blickt man in der Firmen-Historie zurück, wird klar, dass Cannondale auf einen Sache großen Wert legt: Anders sein! Die Lefty-Gabeln, eigene Dämpfersysteme mit Federwegsverstellung, Downhill-Bikes mit zwei Dämpfern im Heck oder aus dem vollen gefräßte Aluminium-Räder. Auch wenn die letzten beiden Beispiele nie in Serie produziert wurden, so haben die Amerikaner damit zumindest für etwas Abwechslung im immer einheitlicher werdenden Fahrradmarkt gesorgt. Nach der kurzen Retrospektive wirkt das neue Cannondale Scalpel SE fast etwas nüchtern. Keine Lefty, kein eigenes Dämpfersystem und auch sonst wenig Extravaganz. Und dennoch ist es ein leichtes Trailbike der Extraklasse.

Das Cannondale Scalpel: Seit jeher ein Vorreiter

Wer Cannondale nur auf seine Andersartigkeit reduziert, unterschätzt die Amerikaner gewaltig. Neben dem Trieb, aus den Bahnen der Gewohnheit auszubrechen, ist auch der Drang zur Innovation fest in der Firmenkultur der Amerikaner verankert. Mit voluminösen Alu-Rahmen hat Cannondale die Benchmark für Steifigkeit von Mountainbike-Rahmen zu Zeiten definiert, als andere Firmen noch Rohrsätze aus Stahl verlöteten. Mit der frühen Massenproduktion von Bikes in den 90ern haben die Amerikaner den Markt prägend beeinflusst. Und mit dem ersten Scalpel hat Cannondale schon 2001 das Potential von MTB-Fullys im Rennsport erkannt, als Cross-Country-Weltmeisterschaften noch ausschließlich auf Hardtails gewonnen wurden. Wenn man so will, war das Scalpel damals ein Vorreiter. Ein exzellenter noch dazu. 19 Jahre später präsentiert Cannondale wieder ein neues Scalpel. Neben der klassischen 100-Millimeter-Version des Scalpels für die Rennstrecken dieser Welt gibt es auch beim neuesten Scalpel (Modelljahr 2021) eine SE-Verison mit 120 Millimeter Federweg.



Die Vorstellung zum klassischen 100-Millimeter-Scalpel gibt's hier!

Max Fuchs Das Race-Bike von Manuel Fumic hat in der Team-Ausstattung 100 Millimeter Federweg. Einen ausführlichen Artikel dazu gibt es hier .

Die SE-Version: 120 Millimeter Federweg und eine moderate Geometrie

Um das klassische 100-Millimeter-Scalpel für den Trail- und Toureneinsatz fit zu machen, verpasst Cannondale der SE-Version einfach einen Dämpfer mit mehr Hub. Der Hauptrahmen, der Hinterbau und alle Umlenkhebel bleiben – anders als beim Vorgänger und vielen anderen Firmen – unverändert zur 100-Millimeter-Version. Der längere Dämpferhub haucht dem Hinterbau 123 Millimeter Federweg ein und lässt das Tretlager 13 Millimeter höher wandern. Die 120-Millimeter-Gabel flacht den Lenkwinkel des Scalpel SE um ein Grad (im Vergleich zur 100-mm-Version) auf 67 Grad ab.

Markus Greber Wir hatten bereits ein Cannondale Scalpel SE mit 120 Millimeter Federweg im Test. Wie sich das brandneue Bike in Labor und Praxis schlägt, verraten wir in BIKE 7/20 – ab 2. Juni im Handel.

Auch wenn das Scalpel SE im Vergleich zu seinem Vorgänger einen deutlich flacheren Lenkwinkel (2,5 Grad) und einen etwas längeren Reach (6 Millimeter bei Größe L) hat, bleiben die Geometriewerte in einem moderaten Rahmen. Andere Hersteller strecken ihre Trailbikes deutlich mehr in die Länge. Uns hat der moderate Ansatz bei einem ersten Test aber sehr gut gefallen. Die Sitzposition bleibt dadurch gerade für Tourenfahrer angenehm komfortabel.

Die Geometrie des neuen Cannondale Scalpel SE

Rahmengröße

S

M

L

XL

A Sitzrohrlänge (cm)

43

44

48

52

B Oberrohrlänge horizontal (cm)

58

60,2

62,5

64,8

D Lenkwinkel (Grad)

67

67

67

67

E Sitzwinkel (Grad)

74

74

74

74

F Überstandshöhe (cm)

75,5

75,5

75,5

75,5

G Steuerrohrlänge (cm)

9,5

10,5

11,5

12,5

H Radstand (cm)

112,5

114,8

117,2

119,6

J Kettenstrebenlänge (cm)

43,6

43,6

43,6

43,6

L Tretlagerhöhe (cm)

34,4

34,4

34,4

34,4

O Stack (cm)

59,2

60,2

61,1

62,1

P Reach (mm)

410

430

450

470

Cannondale Die Geometrie des neuen Scalpels SE wird moderner, aber nicht radikal.

Das Scalpel SE vereint gutes Gewicht, hohe Steifigkeit und pfiffige Details

Wir hatten bereits ein neues Scalpel SE im BIKE-Testlabor und haben das Rahmengewicht nachgewogen. In der Rahmengröße L bringt das Carbon-Chassis 2153 Gramm ohne Dämpfer auf die Waage, womit der Rahmen genau so schwer ist wie sein Vorgänger . Im Gegensatz zu anderen Rahmen in dieser Gewichtsklaasse weißt das Scalpel mit 44 N/mm aber eine sehr gute Steifigkeit auf unserem Prüfstand auf. Details wie eine integrierte Kettenführung, ein Staufach für ein Minitool oder Platz für zwei große Trinkflaschen im Rahmendreieck machen das Scalpel SE zu einem der interessantesten Bikes für sportliche Tourenfahrer. Das gute Gesamtgewicht von 11,4 Kilo ohne Pedale macht nämlich lange Trail-Touren mit vielen Höhenmetern möglich.

Markus Greber Ein weiteres Detail: Cannodale verzichtet auf das Horst-Link-Hinterbaulager in der Kettenstrebe. Beim Einfedern des Hinterbaus soll der ultradünne Bereich der Kettenstreben genügend Flex bieten und das Kugellager damit überflüssig machen. Das spart vor allem Gewicht. Die Flexzone besteht aus Carbon und wird zum Schutz lediglich mit mit Gummi überzogen. 

Markus Greber Direkt unterm Flaschenhalter befindet sich ein Staufach für ein Minitool von Fabric und die Befestigungsmöglichkeit für eine Luftpumpe und einen Tubeless-Flicken. 

Markus Greber Am Hauptdrehpunkt des Hinterbaus ist zusätzlich eine minimalistische Kettenführung verschraubt. So bleibt die Kette immer auf dem Kettenblatt.

Markus Greber Jedes Cannondale Scalpel SE hat einen Garmin Speed Sensor in den Speichen, der sich für exaktere Kilometer- und Geschwindigkeitsangaben mit dem GPS-Computer koppeln lässt. Außerdem können Werkstätten die Laufleistung des Bikes über eine App auslesen. 

Markus Greber Damit keine Steinchen oder Dreck in den Spalt zwischen Hauptrahmen und Hinterbau gelangen, verbaut Cannondale eine zusätzliche Gummi-Dichtlippe. Insgesammt wirkt der Rahmen sehr durchdacht und gut verarbeitet. 

Für BIKE 7/20 haben wir nebem dem neuen Cannondale Scalpel Carbon SE 1 weitere Tourenfullys mit 120 Millimeter Federweg getestet. Wie sich das Scalpel SE im Labor- und Praxisvergleich zu Klassikern wie dem Rocky Mountain Element, Cubs AMS TM oder dem Rose Thrill Hill Trail schlägt, verraten wir ab 2. Juni mit der nächsten Ausgabe des BIKE Magazins.

Markus Greber Wie sich das neue Scalpel SE im Vergleich zu den anderen Trailbikes mit 120 Millimeter Federweg schlägt, verraten wir in BIKE 7/20.

Cannondale Scalpel SE – Modelle im Überblick

Cannondale Das Scalpel Carbon SE 1 kostet 4999 Euro. Für den Preis stattet Cannodale das Bike mit einer kompletten Shimano-XT-Schlatung und -Bremsen aus. Außerdem gibt's eine Rock Shox Sid Select und einen neuen Sidluxe-Dämpfer. Wir hatten das Topmodell bereits im Test. Mit 11,4 Kilo ohne Pedale schlägt es sich im Gewichtsranking wacker. 

Cannondale Das Scalpel Carbon SE 2 ist die günstigere Version und kostet 3799 Euro. Für diesen Preis wechselt lediglich ein Sram SX-Eagle-Schaltung die Gänge. Auch die Federelemente werden günstiger. Das Minitool unterm Flaschenhalter ist, anders als beim SE 1, nicht mehr im Preis inbegriffen. 

Cannondale Das Cannondale SE Women`s kostet ebenfalls 3799 Euro und ist identisch ausgestattet wie das SE 2-Modell. Der einzige Unterschied zum Herrenmodell besteht in einem spezifischen Damensattel und der schicken Farbe.

Themen: 120 millimeter29 ZollBIKE 7/2020CannondaleCannondale Factory RacingCarbonDown-Country-BikeNeuheiten 2021ScalpelSESport-TourerTrailbike


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