Solides Trailbike: Propain Hugene im Test Solides Trailbike: Propain Hugene im Test Solides Trailbike: Propain Hugene im Test

Test 2018: Propain Hugene

Solides Trailbike: Propain Hugene im Test

  • Tobias Brehler
 • Publiziert vor 3 Jahren

Der deutsche Versender Propain stellt mit dem Hugene sein erstes MTB-Fully mit 29er-Laufrädern vor. Mit seinem 130-mm-Hinterbau richtet es sich je nach Ausstattung an Trail- bis All-Mountain-Biker.

Trailbikes sind bei Mountainbikern in aller Munde, doch kaum eine MTB-Kategorie wird so unterschiedlich beschrieben wie die der Trailbikes. Für uns sind das Fahrräder, die 120 bis 130 Millimeter Federweg haben und sich maximal spritzig über Trails aller Art bewegen lassen. Alle BIKE-Klassifikationen finden Sie hier .

Georg Grieshaber Die Züge verlegt Propain im Carbon-Rahmen, eine Klemmung der Leitungen befindet sich am Ausgang des Unterrohrs vorm Tretlager.

Georg Grieshaber Der neu entwickelte Hinterbau quetscht 130 Millimeter aus dem Dämpfer am Propain Hugene. Hohe Anti-Squat-Werte sollen für einen ruhigen Hinterbau beim Pedalieren sorgen.


Propain verkauft sein neues Bike Hugene selbst als Trailbike, doch je nach Ausstattung wildert das Modell schon im All-Mountain-Segment. Alle Versionen des Twentyniners haben einen 130-mm-Hinterbau sowie eine 140er-Gabel. Nur das Topmodell verfügt über eine Federgabel mit 150 mm Hub. Den Hinterbau hat Propain neu aufgesetzt und auf den Einsatzbereich sowie die großen Laufräder abgestimmt: Der Dämpfer sitzt jetzt vor dem Sitzrohr und ist so besser vor Dreck geschützt. Bergauf soll ein hoher Anti-Squat-Wert für einen stabilen und ruhigen Hinterbau sorgen. So soll das Hugene mit hoher Antriebseffizienz leichtfüßig beschleunigen, gleichzeitig aber bergab mit einem satten Fahrgefühl überzeugen.

Die Geometrie fällt moderat aus: Der 67,5 Grad steile Lenkwinkel (67 Grad mit 150-mm-Gabel) dürfte in Kombination mit einem Reach von 460 mm für ausreichend Laufruhe sorgen, ohne die Handlichkeit zu stark einzuschränken. Die 445 Millimeter langen Kettenstreben versprechen gute Klettereigenschaften. Das Kohlefaser-Chassis ist seit Mitte Juni in den Größen S, M, L und XL bestellbar.

Hersteller Beim Topmodell „Highend“ setzt Propain nur auf edelste Anbauteile: Fox Factory-Fahrwerk, Reynolds-Carbon-Laufräder sowie Sram XX1 Eagle-Schaltung.

Die drei Modelle „Start“, „Bestseller“ sowie „Highend“ stehen für voraussichtlich 3100, 4100 und 6400 Euro zur Auswahl. Die Start-Version kommt mit Formula Selva-Gabel, Sram GX Eagle-Schaltung und Formula Cura-Bremsen. Den Bestseller bestückt Propain mit Rock Shox Pike-Gabel, Super Deluxe-Dämpfer sowie X01 Eagle-Schaltung. Das Topmodell Highend verfügt über eine Fox 36-Gabel, einen Float DPX2-Dämpfer, Srams XX1 Eagle-Schaltung sowie Reynolds Carbon-Laufräder. Alle Modelle sind überdies frei konfigurierbar.


Wir konnten das neue 29-Zoll-Fully von Propain bereits testen – hier das Ergebnis:

Leicht und vortriebsstark, aber dennoch flott bergab. All Mountains wollen die perfekten Allrounder sein. Das brandneue Propain Hugene (sprich: Juh-dschihn) stellt sich diesem Anspruch. Der von Grund auf neu entwickelte Kohlefaser-Rahmen basiert auf einem VPP-Hinterbau mit 139 Millimetern Federweg. An der Front setzt Propain beim Top-Modell die 150er-Fox-36-Float mit neuer Grip2–Kartusche ein. Mit der Sram-Eagle-Schaltung und den Carbon-Laufrädern bringt es das 29er so auf 13,2 Kilo. Die Ausstattung lässt sich jedoch nach Wunsch im Konfigurator des Versenders zusammenstellen.

Nimmt man auf dem Bike Platz, fühlt man sich direkt wohl: Die Sitzposition ist ausgewogen, der Hinterbau beim Pedalieren sehr ruhig. Je härter man antritt, desto straffer wird der Hinterbau. Das ist auf ebenem Untergrund sehr angenehm und hilft bei Sprints, den Kumpel abzuschütteln. In technischen Kletterpassagen mit viel Druck auf den Pedalen leidet dadurch etwas die Traktion. Dafür halten die recht langen Kettenstreben das Vorderrad souverän am Boden, hemmen aber den Spieltrieb. Eher schnell bergab, als spielerisch durch enge Kurven wuseln, lautet die Devise beim Hugene. Bergab überzeugt die ausbalancierte Geometrie sowie das hervorragende Fahrwerk: Der Hinterbau arbeitet feinfühlig und schluckt auch harte Schläge souverän. Erst bei stumpfen Landungen fehlt Endprogression. Die Federgabel arbeitet auf höchstem Niveau, ist mit den vielen Einstellmöglichkeiten aber sehr anspruchsvoll einzustellen. In der getesteten Konfiguration sorgen die Schwalbe Magic Mary für ein Plus an Traktion und verbessern die Downhill-Eigenschaften, ohne die Uphill-Qualitäten zu stark zu beschneiden. Auch die Kettenführung sowie die kräftigen Magura-MT7-Stopper passen ins potente Gesamtbild.



FAZIT von Tobias Brehler, BIKE-Tester:
Propain stellt mit dem Hugene ein solides 29er auf die Reifen, das mit ausgewogenem Handling und sehr gutem Fahrwerk besonders bergab überzeugt. Der Konfigurator sowie das versendertypisch gute Preis/Leistungsverhältnis lassen kaum Wünsche offen und machen das Hugene je nach Aufbau zu einem wandlungsfähigen All Mountain.

Marius Maasewerd Tobias Brehler, BIKE-Tester

BIKE Magazin Propain Hugene 29-Zoll

BIKE Magazin Propain Hugene 29-Zoll



PROPAIN HUGENE 29"


erhältlich im   Versandhandel
Preis¹ (Rahmen)   6100 Euro (2199 Euro)/


Federweg vorne / hinten   153 mm / 139 mm
Material / Größen   Alu / S / M / L / XL / (47,5 cm)
Gewicht o. P. / Rahmen   13,18 kg / 2547 g (ohne Dämpfer)
Gabel / Dämpfer   Fox 36 Float Factory Grip2 / Fox Float DPX2 Factory
Kurbeln / Schaltung   Sram XX1 Eagle / Sram XX1 Eagle
Übersetzung / Lenkerbreite   32; 10–50 / 780 mm
Bremsanlage / Disc   Magura MT7 / 203/180 mm
Teleskopstütze   Bikeyoke Revive / 160 mm / 31,6 mm
Laufräder   Industry Nine-Naben; Reynolds Black Label Enduro-Felgen;Schwalbe Magic Mary Evo Soft 29 x 2,35-Reifen
Reach / Stack / BB-Offset   450/ 630 mm / -26 mm


¹Preis ggf. zzgl. Kosten für Verpackung, Versand und Abstimmung
²Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig.
BIKE-Urteile: super (250–205 P.), sehr gut (204,75–170 P.), gut (169,75–140 P.), befriedigend (139,75–100 P.), mit Schwächen, ungenügend. Die Gewichtung der Punkte in den einzelnen Bewertungskriterien variiert je nach Bike-Kategorie.



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