Scott Spark 930 im Test

Florentin Vesenbeckh

 · 23.07.2017

Scott Spark 930 im TestFoto: Robert Niedring
Scott Spark 930 im Test
Das Spark kann seine Race-Gene nicht verstecken. Direkt beim Aufsitzen macht sich die gestreckte Position bemerkbar, was förmlich zum Bergsprint durch die frische Januarluft anstachelt.

Entspannte Touren-Biker vermissen dadurch vielleicht etwas Komfort, Performance-Biker aber werden das Spark lieben: Das Scott verfügt über das mit Abstand niedrigste Gewicht des Trios, gut rollende Reifen und ein Fahrwerk, das im offenen Dämpfermodus zwar noch zu leichtem Nicken neigt, sich aber vom Lenker in drei Stufen völlig ruhigstellen lässt. Das geringe Gewicht erkaufen sich Spark-Piloten mit einer 1x11-Schaltung. Gerade in Kombination mit den 29er-Laufrädern kann das an langen, steilen Anstiegen für weniger trainierte Waden brenzlig werden. Bei so viel Aufwärtsdrang machen sich am Einstieg in den Trail fast schon Sorgenfalten breit, ob der Racer dem anspruchsvollen Südtiroler Terrain gewachsen ist. Aber gleich auf den ersten Metern sind die Falten glattgebügelt: ausgewogene Geometrie, sensibles Fahrwerk, überrollfreudige 29er-Reifen – auch bergab heißt es: draufsetzen und wohlfühlen. Das Spark versprüht Laufruhe, ohne dabei träge zu wirken. Gabel und Dämpfer stehen hoch im Federweg und liefern viel Rückmeldung. Allerdings kann das Bike im ruppigen Gelände seinen begrenzten Federweg von 120 Millimetern nicht verstecken – für harte Rodeoritte gibt es komfortablere Gefährten. Sportliche und technisch versierte Fahrer bekommen mit dem Spark aber auch auf anspruchsvollen Abfahrten einen äußerst kompetenten Partner, dem der Brückenschlag zwischen Race-Maschine und Spaß-Bike gelingt. Lediglich die Reifen geben in losem Geläuf etwas wenig Führung, und der Verstellbereich der Syncros-Stütze fällt mit 120 Millimetern recht schmal aus.


Stefan Frey, BIKE-Testredakteur:
Scott stellt den Racer unter den drei Kandidaten. Aber auch bergab kann das Spark punkten, der Spagat zwischen Anstieg und Abfahrt gelingt überzeugend. Wer ein sportliches Bike für lange und anspruchsvolle Touren mit regelmäßigen Trail-Einlagen sucht, findet in Scotts neuem Alleskönner einen kompetenten und ausgewogenen Partner.

  BIKE-Testredakteur Stefan FreyFoto: Robert Niedring BIKE-Testredakteur Stefan Frey  Scott Spark 930: Die Zugverlegung läuft komplett im Inneren des Rahmens, sogar durch die Kettenstreben zum Schaltwerk.Foto: Robert Niedring Scott Spark 930: Die Zugverlegung läuft komplett im Inneren des Rahmens, sogar durch die Kettenstreben zum Schaltwerk.  Scott Spark 930 – Weniger aufgeräumt: das Kabelwirrwarr am Lenker, dank zweier Extrazüge für das Twinloc-System zur Fahrwerksverstellung.Foto: Robert Niedring Scott Spark 930 – Weniger aufgeräumt: das Kabelwirrwarr am Lenker, dank zweier Extrazüge für das Twinloc-System zur Fahrwerksverstellung.  Scott Spark 930Foto: BIKE Magazin Scott Spark 930
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  Scott Spark 930Foto: BIKE Magazin Scott Spark 930


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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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