Dauertest: Centurion Numinis XC Team

Langzeit-Test: Marathon-Fully Centurion Numinis XC Team

  • Ben Mössmer
 • Publiziert vor 9 Monaten

Mit nur 9,8 Kilo zählt das Numinis zu den Asketen unter den Marathon-Fullys. Doch wie schlägt sich das Leichtgewicht nach 80000 Höhenmetern?

LAUFLEISTUNG   4.400 km | 80.000 hm

Mit einem Podestplatz beim Cape Epic stellte das Numinis sein Potenzial bereits unter Beweis. Ich wollte jedoch wissen, ob sich der Sportler mit ausgezehrtem Carbon-Rahmen auch im Langzeittest im Alpenvorland beweisen kann?
Der mit 70,5 Grad eher steile Lenkwinkel (Scott Spark 68,5°) verlangt zunächst nach einer aktiven Fahrweise. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, steht der KOM-Jagd auf Strava nichts mehr im Wege. Ein großer Vorteil ist der DT-Swiss-Lockout-Hebel, mit dem sich die drei Plattformstufen des Fox-Fahrwerks ansteuern lassen. In blockiertem Zustand knallt man wie Chris Froome die Teer­anstiege hoch, um anschließend á la Gwin im Downhill seine Grenzen auszuloten – gut, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber das Numinis hat mich bergauf wie bergab richtig motiviert.

Bei Marathon-Rennen wie der Ronda Grande in Riva, dem Bike-Festival in Willingen oder dem Oberstdorf-Marathon standen wir am Start. Lange, anspruchsvolle Strecken liegen dem Numinis. Der Trail-Modus mit halb offenem Fahrwerk ist ökonomisch und egalisiert das Mehrgewicht des Dämpfers durch weniger Schläge auf den Rücken, im Vergleich zum Hardtail. Zudem bietet dieser mehr Traktion bergauf auf ruppigen Trails. Die Möglichkeit, zwei Flaschenhalter zu montieren, rückt das Bike in ein insgesamt sehr gutes Licht.

Und die Haltbarkeit? Technische Probleme standen erst nach dem Wintereinsatz mit einem defekten Innenlager und verschlissenen Bremsbelägen an. Zusätzlich machte der Sram-Schalthebel Probleme. Abhilfe brachten ein paar Tropfen Loctite, die den Daumenhebel wieder verdrehfrei fixierten. Genauso verhielt es sich mit dem Hinterbau. Die Schraube am Hauptlager löste sich, was mit Schraubensicherung schnell behoben war. Da sitzt der Dorn der internen Zugverlegung am Rahmen schon tiefer. Zu Beginn noch unauffällig, verhakte sich die Schaltaußenhülle am Eingang der Kettenstrebe immer häufiger. Das ständige Ein- und Ausfedern des Hinterbaus zog die Hülle Stück für Stück nach innen und verminderte die Schaltqualität der Sram Eagle immens. Ich verlegte die Schalthülle durchgehend außen und siehe da, alles wieder gut.


Fazit: zum Centurion Numinis XC Team

Trotz des vorbildlichen Gewichts blieb es im Laufe des Dauertests bei nur kleineren Ausfällen der Komponenten. Der kompromisslos auf Race ausgerichtete Rahmen machte hingegen keine ernsthaften Probleme.


TUNING

70 km. längerer Vorbau:  Der etwas längere Vorbau des Centurion Numinis sorgte für eine sportlichere Sitzposition und noch mehr Druck auf dem Vorderrad für steile Rampen.

230 km, dickere Griffe: Für etwas mehr Komfort und eine bessere Kontrolle tauschte ich die Original-Griffe von Centurion gegen leichte Silikon-Griffe von ESI, die besonders gut dämpfen.

DEFEKTE | WARTUNG

50 km, Daumenhebel rutscht durch: Der große Daumenhebel am Sram-Trigger ließ sich erst mit Loctite verdrehsicher befestigen.

450 km, Tretlager fest: Der Winter hinterließ seine Spuren am Centurion Numinis und machte dem Tretlager zu schaffen. Es half nur noch ein Austausch für einen reibungslosen Lauf.

BEZIEHUNGS-HIGHLIGHT

Beim BIKE-Marathon in Willingen ist leichtes Material gefragt. Das Streckenprofil ähnelt einem Sägeblatt, und es gibt viele, schnelle Passagen, wo man ordentlich Tempo machen kann. Obwohl diese Strecke für Hardtails maßgeschneidert ist, war das leichte Numinis von Centurion absolut kein Nachteil, auch wenn der Federweg nur selten genutzt wurde. 


DAS BIKE: CENTURION NUMINIS XC TEAM


Material   Carbon, Gr. 48 cm
Preis / Gewicht   7299 Euro / 9,83 kg o. Pedale
Federweg (vo. / hi.)   100 mm / 100 mm
Laufradgröße   29 Zoll
Gabel   Fox 32 SC Factory
Dämpfer   Fox Float DPS Factory


DER TESTER: BEN MÖSSMER


BIKE-Testfahrer
Alter / Größe / Gewicht 
 28 Jahre / 1,76 m / 67 kg
Fahrerprofil   Cross Country, Marathon
Lieblingsreviere   Voralpenland von Oberammergau bis Füssen, Südfrankreich Provence

Ben Mössmer, BIKE-Testfahrer



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Schlagwörter: Centurion Dauertest Marathon-Fully Numinis


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