Softtail-Duell: BMC Teamelite gegen Trek Procaliber Softtail-Duell: BMC Teamelite gegen Trek Procaliber Softtail-Duell: BMC Teamelite gegen Trek Procaliber

Test 2016: BMC Teamelite 01 XT gegen Trek Procaliber 9.7 SL

Softtail-Duell: BMC Teamelite gegen Trek Procaliber

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 5 Jahren

Weich ist das neue Hart. Mit ihren minimalistischen Federungssystemen wollen BMC und Trek die Hardtail-Welt etwas softer gestalten. Wir haben beide Systeme im Trail und im Renneinsatz verglichen.

Nein, die Überalterung der Gesellschaft hat diesmal nichts damit zu tun. Nicht die porösen Bandscheiben greiser Entwicklungsingenieure haben diese Innovationen zu verantworten, sondern der Rennsport war Geburtshelfer. Sowohl bei BMC und Trek stand die Idee im Vordergrund, den Profi-Racern die Arbeit zu erleichtern. Worldcup-Kurse werden immer härter – Fullys sind vielen Athleten aber zu schwer. Also her mit dem Softtail. Die Lösungsansätze beider Firmen unterscheiden sich. Während BMC das Teamelite zum Softtail umbaut – die Idee mit einem Dämpfungselement in den Sitzstreben gibt es seit den Neunzigern – überträgt Trek die Technologie seines Komfortstraßenrenners Domane aufs Procaliber. Iso-Speed heißt die Technik bei Trek, Micro Travel Technologie (MTT) bei BMC. Beide Rahmen sind, verglichen mit ungefederten Hardtails, schwer, aber aus dem Blickwinkel der Profi-Racer, weil sie sich dafür das Mehrgewicht eines Fullys sparen können, immer noch leicht. 1272 Gramm wiegt der BMC-Rahmen, 1350 der etwas größer ausfallende von Trek.

Georg Grieshaber BMC Teamelite 01 XT

Mit ihren unterschiedlichen Ausstattungen wäre ein hartes Test-Duell nach unserem Punkteschema nicht fair. Trek konnte nur das Einstiegsmodell 9.7 SL für 2999 Euro liefern, das BMC steht mit 4399 Euro in der Liste. Hier geht es also nicht um den Vergleich der Modellvarianten, sondern um eine Beurteilung beider Softtail-Lösungen. Weder das eine noch das andere System verfügt über Drehpunkte, Umlenkungen und eine Kennlinie, wie man sie vom Fully gewohnt ist. Mehr als Lastspitzen abpuffern können die "Federungen" also nicht. Man sollte daher nicht zu viel erwarten, wenn man zur Testrunde startet. Für den Praxistest haben wir beide Bikes Ende Juli bei der Craft BIKE Transalp eingesetzt, eigentlich ein ideales Terrain für diese Softtail-Idee. Die größte Erkenntnis zuerst: Der Fahrkomfort des Rahmens vermischt sich mit dem des Reifens. Man nimmt Schwingungen wahr, aber kein genau definiertes Einfedern.

Georg Grieshaber Trek Procaliber 9.7 SL

Während das Trek laut unserer Komfortmessung auf dem Niveau komfortoptimierter Carbon-Rahmen mit schlanker Sattelstütze liegt, zeigt sich das BMC allen bisher gemessenen Hardtails überlegen. Es bietet mit 13,5 Millimetern Flex deutlich mehr Komfort und auch bergab einen gewissen Federweg am Heck, der – Achtung: Konjunktiv – möglicherweise vor einem Reifendurchschlag schützen könnte. Allerdings federt der Elastomer unter Kettenzug etwas ein, ein unerwünschter Effekt, der Energie vernichtet. Versuchsweise haben wir das BMC auf unseren Kennlinienprüfstand gespannt, die Kennlinie rauscht erwartungsgemäß linear steil nach oben, der Prüfstand ermittelt dabei 17 Millimeter Federweg. Das Trek wird zum Schleudersitz, wenn man größere Hindernisse zu spät sichtet und nicht aus dem Sattel geht. Dann flext das Sitzrohr und schnellt wieder zurück. Auf Schotterpassagen fühlt sich das Procaliber aber angenehmer an als ein ungefedertes Hardtail, selbst wenn es durch die 31,6 Millimeter dicke Sattelstütze Potenzial verschenkt. Zum Vergleich: Das Top-Hardtail F:Si von Cannon­dale mit optimiertem Carbon-Layup und 27,2er-Stütze erreicht einen Komfortwert von 8,9 Millimetern, das Trek liegt bei 7,7 Millimetern. Klingt so, als ob der Aufwand den Nutzen nicht rechtfertigt.


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Themen: BMCHardtailProcaliberSofttailTeameliteTestTest-DuellTrek


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