Celtic Cycles ChadhEin Mountainbike für alles, von Race bis All Mountain

Henri Lesewitz

 · 12.08.2022

Celtic Cycles Chadh: ein Mountainbike für alles, von Race bis All MountainFoto: Henri Lesewitz

Eins für alles, statt für alles ein anderes: Das dachte sich der Freiburger Tüftler Richard Kapp und konstruierte ein Mountainbike mit maximalem Einsatzbereich. Das Celtic Cycles Chadh Allround-Bike soll nun in Kleinserie auf den Markt kommen.

Wer ein Mountainbike sucht, der muss sich vor dem Kauf entscheiden. Will man sportliche Touren auf einfachen Schotterwegen fahren? Oder steht einem der Sinn eher nach rasanten Abfahrten? Zu jedem Fahrstil gibt es die passende Bike-Kategorie. Das macht die Wahl des Wunsch-Mountainbikes einfach, aber auch kompliziert. Wer sich für ein Abfahrts-Fully - beispielsweise ein All Mountain - entscheidet, der bekommt in diesem Segment das perfekte Bike. Lange Touren aber sind damit ausgeschlossen. Umgekehrt ist es ähnlich. Ein leichtes Marathon-MTB garantiert Spaß bei langen Ausfahrten, schließt Besuche im Bikepark aber aus.

Der bereits voll fahrbereite Prototyp des Celtic Cycle, der bis zum Start der Kleinserie aber noch in Details verfeinert wird. Hier das Race-Setup mit 80 Millimetern Federweg. Das Allround-Bike wiegt 11,6 Kilo ohne Pedale. Geplanter Rahmenpreis: 2699 Euro. Komplett-Bikes sind auch geplant.Foto: Henri Lesewitz
Der bereits voll fahrbereite Prototyp des Celtic Cycle, der bis zum Start der Kleinserie aber noch in Details verfeinert wird. Hier das Race-Setup mit 80 Millimetern Federweg. Das Allround-Bike wiegt 11,6 Kilo ohne Pedale. Geplanter Rahmenpreis: 2699 Euro. Komplett-Bikes sind auch geplant.

Kein Stress mehr mit Einbau-Standards

Der Freiburger Tüftler Richard Kapp wollte sich damit nicht abfinden. Er wollte ein Fully konstruieren, dass alles kann. Und das gleichzeitig auch bei den MTB-Einbau-Standards flexibel ist. Boost-Standard oder Non Boost, Steckachse oder 9 mm-Schnellspanner, egal. Am Allround-Bike von Celtic Cycles lässt sich alles dank eines cleveren Adapter-Systems montieren.

Tüftler Richard Kapp in seiner Werkstatt bei Freiburg. Die Startnummern an der Wand zeugen von einer langjährigen Rennsport-LeidenschaftFoto: Laurin Lehner
Tüftler Richard Kapp in seiner Werkstatt bei Freiburg. Die Startnummern an der Wand zeugen von einer langjährigen Rennsport-Leidenschaft

In den Neunzigerjahren hatte der Tüftler, der inzwischen 70 Jahre alt ist, schon mal mit einem Downhill-Bike Berühmtheit erlangt, das er für den damaligen Abfahrts-Star Manfred Stromberg konstruiert hatte. Blue Torsion, hieß das Bike, angelehnt an die Blaue Box, in der sich eine Torsionsfeder befand.

Celtic Cycles: Jedes Detail eine clevere Speziallösung

Der Name des neuen Bike-Projekts: Celtic Cycles. Das Modell heißt Chadh. Es besteht aus einem Carbon-Rahmen, sowie einem verstellbaren Hinterbau aus Aluminium. Der Clou: Es lassen sich Dämpfer mit verschiedenen Einbaulängen montieren, was Federwege von 80 bis 130 Millimeter möglich macht. Die Sitzstreben sind in Teleskop-Bauweise gefertigt, um sie in der Länge verstellen zu können. So kann der Lenkwinkel korrigiert werden. Die Länge des Hinterbaus ist dank geschraubter und tauschbarer Ausfallenden flexibel. Adapter ermöglichen die Aufnahme verschiedener Hinterrad-Achsen. Ein durch und durch kreatives Mountainbike, dass bald in Kleinserie auf den Markt kommen soll. Unser BIKE-Reporter hat Richard Kapp einen Besuch abgestattet. Zudem hatten wir die exklusive Gelegenheit, den Prototypen ausgiebig zu fahren. Die Story dazu gibt’s in BIKE 10/2022 - ab 6. September im Handel. Die Fotogalerie des Celtic Cycles Chadh gibt es hier:

Ungewöhnlich, aber wirkungsvoll: Der Drehpunkt der Schwinge sitzt weit vorn, was für ein sensibles Ansprechverhalten sorgt.Foto: Henri Lesewitz
Ungewöhnlich, aber wirkungsvoll: Der Drehpunkt der Schwinge sitzt weit vorn, was für ein sensibles Ansprechverhalten sorgt.
Die Ausfallenden sind angeschraubt und lassen sich austauschen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen.Foto: Henri Lesewitz
Die Ausfallenden sind angeschraubt und lassen sich austauschen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen.
Praktisch: An der Schwinge ist gleich noch eine Kettenführung montiert.Foto: Henri Lesewitz
Praktisch: An der Schwinge ist gleich noch eine Kettenführung montiert.
Optisch gewöhnungsbedürftig: Am Prototypen ist die Aufnahme für Dämpfer mit längerem Einbaumaß leer. Das Race-Setup für kürzere Dämpfer hat eine eigene Aufnahme auf der Schwinge.Foto: Henri Lesewitz
Optisch gewöhnungsbedürftig: Am Prototypen ist die Aufnahme für Dämpfer mit längerem Einbaumaß leer. Das Race-Setup für kürzere Dämpfer hat eine eigene Aufnahme auf der Schwinge.
Adapter ermöglichen den Einbau von verschiedenen Hinterrädern.Foto: Henri Lesewitz
Adapter ermöglichen den Einbau von verschiedenen Hinterrädern.
Rauer Charme: Der Hauptrahmen aus Carbon ist sauber verarbeitet, verströmt durch die nackte Optik aber eher Purismus statt Edel-Anmutung.Foto: Henri Lesewitz
Rauer Charme: Der Hauptrahmen aus Carbon ist sauber verarbeitet, verströmt durch die nackte Optik aber eher Purismus statt Edel-Anmutung.
Die V-förmige Wippe ist CNC-gefräst und hochwertig gelagert.Foto: Henri Lesewitz
Die V-förmige Wippe ist CNC-gefräst und hochwertig gelagert.
Das hat wohl noch keiner gesehen: Sitzstreben in Teleskop-Bauweise für maximale Verstellbarkeit. Der untere Teil ist auf Höhe der Ausfallenden ebenfalls verstellbarFoto: Henri Lesewitz
Das hat wohl noch keiner gesehen: Sitzstreben in Teleskop-Bauweise für maximale Verstellbarkeit. Der untere Teil ist auf Höhe der Ausfallenden ebenfalls verstellbar
Der DT Swiss R232 One-Dämpfer harmoniert hervorragend mit dem Hinterbau. Man kann ihn am Celtic Cycle im offenen Modus fahren, im Plattform-Modus oder im Lockout.Foto: Henri Lesewitz
Der DT Swiss R232 One-Dämpfer harmoniert hervorragend mit dem Hinterbau. Man kann ihn am Celtic Cycle im offenen Modus fahren, im Plattform-Modus oder im Lockout.
Formschönes Steuerrohr mit aufgeklebtem Celtic Cycle-LogoFoto: Henri Lesewitz
Formschönes Steuerrohr mit aufgeklebtem Celtic Cycle-Logo
Am Prototypen finden sich allerhand exotische Teile, wie zum Beispiel die Clarks-Hebel, die Richard mit Shimano Deore-Bremsen kombiniert.Foto: Henri Lesewitz
Am Prototypen finden sich allerhand exotische Teile, wie zum Beispiel die Clarks-Hebel, die Richard mit Shimano Deore-Bremsen kombiniert.

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