Mountainbike

MTB-Einsteiger: Der Weg zum richtigen Bike

Ludwig Döhl

 · 19.12.2016

MTB-Einsteiger: Der Weg zum richtigen BikeFoto: John Gibson

Wer als Neuling auf den Mountainbike-Zug aufspringen will, sollte wissen, wohin die Reise geht. Wir führen Sie sicher durch den Dschungel und verraten, was wichtig ist beim Einstieg in den Bike-Sport.


Die große Frage: Welcher Typ bin ich?

Biken hat viele Facetten. Seit der Erfindung des Mountainbikes vor knapp 40 Jahren hat sich einiges getan. Zottelige Hippie-Typen wie Charlie Kelly oder Joe Breeze traten damals mit umgebauten Beach Cruisern zur Jagd auf die Bestzeit beim ersten aller MTB-Rennen an, dem "Repack Downhill" bei San Francisco. Heute hält die Industrie – salopp gesagt – für jede Felsblockgröße eine eigene Bike-Kategorie bereit. Allrounder wie All Mountains oder Trailbikes schlagen sich in jeder Disziplin gut, wohingegen Spezialisten wie Marathon-Fullys oder Enduros eigens auf ihren Einsatzbereich getrimmt wurden. Wer sich mit dem falschen Bike über die Alpen quält oder im Bikepark zu Tal rast, dem vergeht schnell der Spaß. Wir führen Sie mit den wichtigsten Eckdaten und einer genauen Profilbeschreibung durch die Bike-Kategorien. Womit identifizieren Sie sich?

Ein Hardtail als Einsteiger-Bike?


Merkmale:
Gewicht: max 11 kg
Federweg: 100 mm
Besonderheiten: Für Marathons oder lange Touren können zwei Flaschen am Rahmen transportiert werden.
Preis: gute Modelle ab 1000 Euro
Einsatzbereich: Touren auf Asphalt, Schotter und leichten Trails, Renneinsatz bis Profi-Klasse

  HardtailFoto: Marius Maasewerd
Hardtail

Cross-Country- und Marathon-Racer fahren sie aufgrund von Gewicht und Effizienz, Einsteiger kaufen sie wegen des günstigen Preises. Wer sich mit einem Hardtail in den Wald begibt, entscheidet sich für die ursprünglichste Art des Mountainbikens. Geringe Wartung und die einfache Abstimmung erleichtern den Einstieg. Das niedrige Gesamtgewicht und die gut rollenden Reifen machen ausgedehnte Touren möglich. Die Kehrseite der Medaille sind geringer Komfort und eingeschränkte Geländetauglichkeit. Schläge durch Unebenheiten im Untergrund gelangen über den starren Hinterbau ungefiltert zum Fahrer. Steile Abfahrten, grobes Gelände oder Sprünge stehen nicht im Lastenheft dieser Bike-Kategorie. Aufgrund ihrer positiven Fahreigenschaften werden überwiegend 29-Zoll-Laufräder verbaut, um den Spaß im Gelände zu erhöhen.

Gute Marathon-Fullys bekommt man ab 2500 Euro


Merkmale:
Gewicht: um 11,5 kg
Federweg: 100 - 120 mm
Besonderheiten: Fahrwerk lässt sich für Sprints vom Lenker aus blockieren.
Preis: gute Modelle ab 2500 Euro
Einsatzbereich: Touren auf Asphalt, Schotter und leichten Trails, oder knallharter Renneinsatz

  Marathon-FullysFoto: Georg Grieshaber
Marathon-Fullys

Das Marathon-Fully trägt einen Teil seines Einsatzbereichs bereits im Namen. Rennfahrer verwenden diese Bikes bei Langdistanzen vor allem, um den Fahrkomfort zu erhöhen und die Muskulatur zu schonen. Aber auch sportliche Touren-Biker, die bei langen Ausfahrten nicht auf den Komfort eines Fullys verzichten wollen, finden sich in dieser Kategorie wieder. Das Fahrwerk ist auf Antriebseffizienz getrimmt. Bergab nimmt der sparsam bemessene Federweg nur die nötigsten Schläge auf. Prinzipiell haben diese Bikes den gleichen Einsatzbereich wie die Hardtails. Sobald das Gelände rauer wird, kommen beide an ihre Grenzen. Auch hier überwiegen die 29er, zumindest im Rennsport. 27,5er-Laufräder spielen ihre Stärken erst mit mehr Federweg aus.

Trailbikes: Das Richtige für die ersten MTB-Trails?


Merkmale:
Gewicht: um 12,5 kg
Federweg: 120 - 130 mm
Besonderheiten: Um den Fahrspaß bergab zu erhöhen, werden zum Teil versenkbare, vom Lenker aus be­dien­bare Sattelstützen verbaut.
Preis: gute Modelle ab 1700 Euro
Einsatzbereich: Schotter, Trails, Asphalt, Touren in Alpen und Mittelgebirgen

  Trailbikes in ActionFoto: Wolfgang Watzke
Trailbikes in Action

Die sportlichen Modelle dieser Gattung passen auch gut in den Marathon-Startblock. Das Gros dieser Kategorie übt sich aber im Spagat zwischen guten Klettergenen und hohem Spaßfaktor bergab. Die Reifenwahl bestimmt oftmals über die Talentverlagerung zwischen Up- und Downhill. Im Vergleich zu den Marathon-Fullys nehmen es diese Fahrwerke auch mit gröberen Hindernissen in der Abfahrt auf. Das Plus an Federweg sorgt für mehr Sicherheit bergab und meistert Wurzelpassagen und Steinfelder genauso wie kleinere Sprünge. Die perfekte Wahl für genussorientierte Biker, die sich den Fahrspaß bergab zuvor mit Freude bergauf erarbeiten.

All Mountains: Die passenden Mountainbikes für Touren-Fahrer


Merkmale:
Gewicht: um 13,5 kg
Federweg: 130 - 150 mm
Besonderheiten: Versenkbare Sattelstützen sind in dieser Kategorie Standard, genauso wie bis zu 760 mm breite Lenker.
Preis: gute Modelle ab 2500 Euro
Einsatzbereich: Anspruchsvolle Trails, Trailparks, leichter Bikepark-Einsatz

  All Mountain BikeFoto: Markus Greber
All Mountain Bike

Per definitionem sind All Mountains Long-Travel-Touren-Bikes für anspruchsvolles Gelände und ebensolche Fahrer. Kleinere Drops oder verblockte Trails sind für die Chassis mit üppig bemessenen Federwegen Herausforderungen, keine Hindernisse. Der Anstieg zur Abfahrt fällt schwerer als mit einem Trailbike, bleibt aber gut machbar, auch wenn das relativ hohe Gesamtgewicht Körner auf der Tour kostet. In dieser Gattung finden sich technisch versierte Fahrer wieder, denen der Fahrspaß bergab mehr bedeutet als der Weg zum Gipfel. Dennoch bleibt die Fortbewegung durch eigene Muskelkraft mit einem All Mountain Ehrensache! Lesen Sie hier den Test der 2016er All Mountains der spannendsten Preisklasse um 3000 Euro.

Für Abfahrer: Das zeichnet Enduro-Mountainbikes aus


Merkmale:
Gewicht: um 14,5 kg
Federweg: ca. 160 mm
Besonderheiten: Dämpfer mit Ausgleichsbehälter und massive Federgabeln für beste Performance bergab
Preis: gute Modelle ab 2500 Euro
Einsatzbereich: Überall, wo es rumpelt und fies bergab geht, Bikeparks

  Enduro-BikeFoto: Marius Maasewerd
Enduro-Bike

Technische Trails stehen ganz oben auf der Wunschliste dieser Bikes. Enduro boomt, und die Industrie verspricht Alles­könner-Bikes. Aber Vorsicht! Schwere Reifen, hohes Gewicht und abfahrtsorientierte Geometrie erschweren den Uphill. Nicht immer stehen Lift oder Shuttle zur Verfügung. Leichte Bikes dieser Gattung sind teuer, können aber durchaus noch Touren-tauglich sein. Dennoch helfen diese Bikes dank gutem Fahrwerk und Downhill-tauglichen Anbauteilen, Spaß im Downhill zu haben. Der Einsatz im Bikepark bringt ein Enduro nicht aus der Ruhe. Für die ausgedehnte Tour auf den Trails vor der Haustür ist ein All Mountain aber meist die bessere Wahl.

Günstig oder teuer: Wie viel muss man für ein gutes Mountainbike ausgeben?

Was unterscheidet eigentlich ein Highend-Modell für 5000 Euro von einem günstigeren Einsteiger-Bike? Und worauf muss ich wirklich achten? Wir erklären den Stand der Technik und auf welche Teile Sie beim Kauf besonders Wert legen sollten.

  Diese wichtigen Teile an einem Mountainbike beeinflussen auch den Preis.Foto: Georg Grieshaber
Diese wichtigen Teile an einem Mountainbike beeinflussen auch den Preis.


1. Fahrwerk
An modernen Mountainbikes werden ausschließlich Luftfederelemente verbaut. Die Federhärte von Dämpfer und Gabel kann über das Befüllen einer Luftkammer an das Gewicht des Fahrers angepasst werden. Teure Fahrwerke verfügen zudem über spezielle Beschichtungen an den Standrohren und über eine separat einstellbare Dämpfung. Außerdem ist die interne Verarbeitung bei teuren Gabeln deutlich aufwändiger. Egal, wie teuer oder billig, Gabeln und Dämpfer brauchen mindestens eine einstellbare Zugstufe (Ausfedergeschwindigkeit). Dämpfer sollten zudem über eine zuschaltbare "Antiwipp"-Plattform verfügen. Nur im Freeride-Bereich werden noch schwere Stahlfederelemente verbaut.


2. Rahmen
Die unterschiedlich teuren Bikes einer Modellvariante verfügen meist über denselben Rahmen. Das heißt, Rohrsätze und Geometrien bleiben über den Großteil der Preisspanne gleich, lediglich die Lackierungen und Anbauteile ändern sich. Bei teuren Bikes wird oft Carbon anstelle von Aluminium als Rahmenmaterial verwendet, um Gewicht zu sparen. Bikes aus Stahl oder Titan sind kultige
Nischenprodukte.


3. Reifen
Kein Bauteil bestimmt den Einsatzbereich eines Bikes mehr als die Reifen. Schwere 2,4 Zoll breite Downhill-Schlappen verwandeln ein Trailbike fast in ein Enduro, leichte 2,1er-Pneus machen es marathonfähig. Neben dem Profil ist vor allem ein hochwertiger Karkassenaufbau und die Gummimischung wichtig. Achten Sie auf das Evolution- bzw. Race-­Sport-Label bei Schwalbe- oder Continental-Reifen, diese bieten deutlich mehr Komfort und Grip als ihre günstigen Gegenstücke.


4. Bremsen
Die Tage von Felgenbremsen sind gezählt. Aktuelle Mountainbikes verzögern ausschließlich mit Scheibenbremsen. Der Vorteil: mehr Bremskraft, bessere Dosierbarkeit und top Funktion bei Nässe. Bessere Modelle zeichnen sich durch eine werkzeuglose Druckpunktverstellung und bessere Ergonomie aus. Bremsen mit vier Kolben und großen 200-mm-Bremsscheiben stellen zusätzliche Power für schwere oder abfahrts-orientierte Biker bereit.


5. Schaltung
Um für jedes Gelände gerüstet zu sein, sollten Sie mindestens auf zwei Kettenblätter setzen. Schaltungen mit nur einem Kettenblatt (11 Gänge)haben meist eine zu geringe Übersetzungsbandbreite. Der Einfach-Antrieb ist eine Alternative für fitte Racer. Für Einsteiger ist er sub-optimal. Der Unterschied zwischen den hochwertigen und den günstigeren Schaltungen von Sram oder Shimano macht sich in der Funktion kaum bemerkbar, das Gewicht ändert sich jedoch stark.


6. Laufräder
Die Laufräder sind in Verbindung mit den Reifen maßgeblich am Fahrverhalten eines Bikes beteiligt. Sind sie zu schwer, fühlt sich das ganze Rad im Handling träge an. Leichte Laufräder machen das Bike dagegen spritzig. Größere 29er-Laufräder beschleu­nigen schwerer als 27,5er. Je breiter der Reifen wird, desto breiter sollte auch die Maulweite der Felge sein. Enduro-Bikes sollten mindes­tens 25 mm breite Felgen haben, bei Hardtails reichen 21 mm.

Welche Laufradgröße ist für mich die richtige?

26 Zoll, die vorherrschende Reifengröße von einst, ist ausgestorben. Jetzt rangeln gleich drei Nachfolger um den Thron im MTB Zirkus.

  Laufräder - welche Größe passt wofür?Foto: Georg Grieshaber
Laufräder - welche Größe passt wofür?


27,5" wird umgangssprachlich oft auch als 650 B bezeichnet und im Handel oft als die goldene Mitte verkauft.
Vor allem bei Rädern mit mehr Federweg soll diese Größe den richtigen Kompromiss zwischen der Wendigkeit eines
26"-Laufrades und dem verbesserten Überrollverhalten von 29ern bieten.

29"-Räder sind die Heilsbringer im groben Gelände. Durch den größeren Radumfang überrollen sie kleinere Wurzeln oder Steine, ohne dass der Fahrer viel arbeiten muss. Im steilen Gelände bewahren sie den Biker vor einem Überschlag, und auf Schotterwegen rollen sie schneller. Das Beschleunigen mit den 29ern ist etwas schwerer, bei wenig Federweg überwiegen jedoch die Vorteile.


B plus Bikes mit diesen Reifen sind die kleinen Brüder der Fatbikes. Die zwischen 2,8" und 3,0" (normal sind 2,25"–2,4") breiten Reifen sollen extra viel Grip sowohl bergauf als auch bergab bieten und dem Fahrer kleinere Fahrfehler verzeihen. Der Markt bietet bis jetzt nur wenige Reifen und Bikes. Insider munkeln: "Bereits 2017 wird sich das junge Plus-Maß wieder ändern."

Wie finde ich die richtige Geometrie für mein Mountainbike?

Reach, Stack, Lenkwinkel …? Bitte, was? Damit Ihr Verkaufsgespräch im Bikeshop oder die Recherche im Internet nicht in völliger Verwirrung endet, sollten Sie folgende Begriffe schon mal gehört haben und einordnen können. Außerdem erklären wir, wie Sie die richtige Rahmengröße finden.

  Am besten ermittelt man zu zweit die richtige Rahmengröße - dann geht's einfacher.Foto: Georg Grieshaber
Am besten ermittelt man zu zweit die richtige Rahmengröße - dann geht's einfacher.

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MTB online kaufen oder im Bike-Shop?

Fahrradläden sind der Treffpunkt für die Bike-Szene. Aber das Internet macht den Einzelhändlern große Konkurrenz. Das Online-Angebot ist erdrückend, aber nicht jeder wird in der digitalen Welt glücklich.

MTB beim Versender online kaufen

Die deutschen Versender drücken dem Markt radikal den Preis/Leistungsstempel auf. Bei gleichem Preis statten Firmen wie Radon, Rose oder Canyon die Bikes deutlich besser aus als die Konkurrenz aus dem Fachhandel. Online-Händler bieten umfangreiche Hilfestellung bei der Modellauswahl auf ihrer Website oder per Telefon, montieren die Bikes perfekt vor und geben Abstimmungsvorschläge für das Fahrwerk. Doch den persönlichen Ansprechpartner vor Ort können sie nicht ersetzen. Wer Freunde hat, die beim Abstimmen, Sitzhöhe einstellen und kleinen Reparaturen helfen können, kann auch als Anfänger den Kauf beim Versandhandel wagen. Ansonsten raten wir nur erfahrenen Bikern dazu.

  Kaufen beim VersenderFoto: Robert Niedring
Kaufen beim Versender

MTB im Bike-Shop kaufen

Guter Rat ist teuer! Stimmt, vergleichbar ausgestattete Modelle kosten im Bikeshop meist etwas mehr als auf der Webseite von Online-Versendern. Fachhändler leisten dafür aber auch einiges mehr an Service: Neben einer kompetenten Beratung, können Sie hier einige Bikes direkt Probe fahren. Eine erste Einstellung der Sitzposition und des Fahrwerks findet ebenfalls statt, und kleinere Teile können auf Wunsch sofort geändert werden. Viele Händler geben den ersten Service als Zugabe obendrein, und auch beim Preis wird oft das ein oder andere Prozent nachgelassen. Reinen Anfängern raten wir zum Kauf beim Fachhändler. Faustregel: Wer noch nie ein Hinterrad ausgebaut hat, ist hier besser aufgehoben als beim Online-Versender. Der Mehrpreis lohnt sich.

  Kaufen beim FachhändlerFoto: Robert Niedring
Kaufen beim Fachhändler

Gebrauchtes Mountainbike kaufen

Wer neu kauft, ist selbst schuld! Trifft der Spruch aus der Automobilbranche auch bei Fahrrädern zu? So etwas wie vom Händler geprüfte "Jahres-Bikes" gibt es jedenfalls nur selten. Wer sich vom günstigen Preis einstiger Top-Modelle zum Kauf hinreißen lässt, kann sich viel Geld sparen, aber auch jede Menge Ärger einhandeln. So vermeiden Sie, in die Kostenfalle zu tappen.

  Hierauf müssen Sie beim Kauf eines gebrauchten Bikes achten...Foto: Henri Lesewitz
Hierauf müssen Sie beim Kauf eines gebrauchten Bikes achten...


1. Reifen kontrollieren: Sie nicht nur das Profil, sondern suchen Sie auch nach Schnitten oder spröden Stellen in der Lauffläche.
2. Fahrwerk: Sprechen die Federelemente nur schlecht an, oder hat die Gabel erhöhtes Buchsenspiel, dann ist ein Service fällig.
3. Kugellager: Laufen Steuer-, Tret- oder Hinterbaulager rau oder weisen viel Spiel auf, müssen sie ausgetauscht werden.
4. Antrieb: Auch wenn die Schaltung tadellos funktioniert, eine Kette muss ca. alle 2000 Kilometer erneuert werden. Wird das Intervall überzogen, verschleißen auch Ritzel und Kettenblätter.
5. Rahmen: Vor allem bei Carbon-Rahmen sieht man Risse im Material nicht immer. Größere Kratzer können hinweise auf schwere Stürze sein. Fragen Sie nach.


Diese Kosten können Sie einplanen, um ein gebrauchtes Bike wieder aufzupeppen:

• Reifen: Stück 20 bis 50 Euro
• Lager: Steuersatz ca. 25 Euro, Tretlager ca. 25 Euro
• Fahrwerkservice: je Gabel/Dämpfer ca. 50 bis 150 Euro
• Antrieb: Kette ca. 20 Euro, Kassette 50 bis 100 Euro

Die Portale für gebrauchte Mountainbikes


Online-Portale
Auf Ebay & Co. findet man alles, was das Biker-Herz begehrt. Jedoch verstecken sich hinter der Anonymität oft zwielichtige Anbieter. Bei Versand muss das Bike wieder montiert und eingestellt werden.


Privatverkäufe
Egal, ob beim Flohmarkt oder beim Kumpel in der Garage, bei einem Privatkauf können Sie die Ware mit eigenen Augen begutachten und haben einen Ansprechpartner bei später auftauchenden Fragen.

BIKE-LEXIKON FÜR EINSTEIGER

Wir übersetzen die gängigsten Redewendungen aus dem Jargon der BIKE-Tester in verständliches Deutsch.


"Fahrwerk liegt satt"
Wenn es im Trail gröber bergab geht, ist es die Aufgabe des Fahrwerks, die Unebenheiten des Untergrunds auszugleichen, um den Fahrer sicher und ruhig ins Tal zu bringen. Ein satt liegendes Fahrwerk erfüllt diesen Job exzellent und manövriert das Bike mit viel Grip durch eine verblockte Abfahrt. Unkontrolliertes Von-Stein-zu-Stein-Hoppsen gibt es bei einem "satten" Fahrwerk nicht.

"Fahrwerk Rauscht durch"
Das Durchrauschen eines Fahrwerks macht sich vor allem in Kompressionen, aber auch im normalen Trail-Einsatz bemerkbar. Wenn das Fahrwerk durch einen Stein oder eine Wurzel beansprucht wird und es dann ohne viel Gegendruck den vollen Federweg freigibt, spricht man vom Durchrauschen. Durchrauschende Fahrwerke verfügen über zu wenig Druckstufe.


"Direktes Handling"
Vom direkten Handling spricht man, wenn ein Fahrrad jede Lenkbewegung des Fahrers schnell in Richtungswechsel umsetzt, ohne dass der Fahrer auf gewisse Sachen wie z. B. Gewichtsverlagerung auf dem Bike achten muss.


"Fahrfertiges Gewicht"
Mountainbikes werden in der Regel ohne Pedale verkauft, weshalb sich auch die Gewichtsangaben der Hersteller meist nur auf das Rad ohne Pedale beziehen. Das fahrfertige Gewicht beinhaltet dagegen auch die ca. 350 Gramm der Pedale. Es stellt also die tatsächlich auf dem Trail zu bewegende Masse dar.


"Rückmeldung vom Trail"
Mountainbikes fahren sich angenehmer, wenn das Fahrwerk alle Schläge vom Untergrund wegfiltert. Jedoch will man vor allem als sportlicher Fahrer immer wissen, worüber man gerade fährt, oder wie grob der Untergrund auf dem Trail ist. Besonders gute Mountainbikes fangen alle Stöße ab, lassen den Fahrer aber stets wissen, was gerade unter den Reifen passiert. Bei zu viel Rückmeldung wirkt der Hinterbau eher störrisch.


"Hinterbau wirkt leblos"
Leblose Hinterbauten geben einem das Gefühl, als würde der Dämpfer bei Fullys wenig arbeiten. Die oben erklärte Rückmeldung vom Trail fällt deutlich heftiger aus, als das vom Fahrer gewünscht wird. Schläge von Wurzeln oder Steinen dringen, ohne vom Hinterbau gedämpft zu werden, bis zum Fahrer durch.

MTB-Ausrüstung für Einsteiger: Das brauchen Sie!

  Die richtige Ausrüstung für den AnfangFoto: Georg Grieshaber
Die richtige Ausrüstung für den Anfang


1. Helm
Der Helm hat sich über Jahre von einer simplen Styropor-Halbschale zum stylischen und gut belüfteten "Must have" für jeden Biker entwickelt. Bei Enduro-Rennen oder Bikepark-Besuchen empfehlen wir einen Integral-Helm für mehr Schutz. Gute Helme gibt es ab 60 Euro.


2. Trikot
Biken ist schweißtreibend! Wer seinen Oberkörper in ein atmungsaktives Trikot packt, kühlt weniger aus. Gegen den Fahrtwind oder für kältere Tage helfen eine Windweste oder dünne Jacke. Vielleicht haben Sie ja bereits die richtige Kleidung von gelegentlichen Jogging-Einheiten im Schrank.


3. Hose
Lange Fahrten im Sattel können gerade für untrainierte Biker schmerzhaft ausfallen. Eine gute Radhose kann Abhilfe schaffen. Wichtig ist ein angenehmes Sitzpolster. Hochwertige Modelle verfügen über Träger für den besseren Sitz. Wem die enge Lycra-Optik nicht gefällt, der kann sich auch noch eine Baggy-­Shorts drüberziehen. Einen Radhosentest finden Sie auf unserer Webseite unter dem Webcode #29999


4. Schuhe
Enduro-Biker setzen teilweise auf Flatpedals, für den Touren-Einsatz stellen Klickpedale die bessere Wahl dar. Um solche Pedale zu nutzen, sind jedoch spezielle Fahrradschuhe nötig. Günstige Modelle mit Schnürung oder Klettverschluss gibt es ab 70 Euro. Einen ausführlichen Schuhtest finden Sie auf unserer Homepage unter dem Webcode: #18417

5. Protektoren
All-Mountain- und Enduro-Fahrer tragen oft leichte Knieschoner zum Schutz bei Stürzen. Handschuhe sollte aber jeder tragen, um die Handflächen vor Schürfwunden zu bewahren. Webcode: #15501


6. Rucksack
Wem die Trikottaschen zu wenig Stauraum für Luftpumpe, Handy oder Autoschlüssel bieten, der kommt um den Rucksack nicht herum. Zwar gibt es spezielle Bike-Rucksäcke mit durchdachten Trägersystemen. Wer aber schon einen guten Wanderrucksack zu Hause hat, muss sich nicht noch mal extra eindecken. Für Tages-Touren reichen ca. 10 l Packvolumen. Wichtig ist die Vorbereitung für eine Trinkblase. Webcode: #26399

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