Marathon

Best of Test: die besten Marathon-Fullys 2022

Max Fuchs

 · 11.04.2022

Best of Test: die besten Marathon-Fullys 2022Foto: Max Fuchs

Schnell, leicht und effizient – Marathon-Fullys sind die perfekte Waffe im Kampf um die Bestzeit. Neben Marathons und Cross-Country-Rennen fühlen sich aktuelle Modelle aber auch auf langen Touren wohl.

Gewicht 10 bis 12 Kilo I Federweg 100 – 120 mm I Preisklasse ab 3500 Euro

Marathon-Fullys richten sich vor allem an leistungsorientierte Biker. Bei Gewichten zwischen 10 und 12 Kilo zieht ein Großteil der Marathon- und Cross-Country-Profis die vollgefederten Flitzer den Hardtails vor. Der Gewinn an Komfort und Sicherheit im Gelände wiegt den Gewichtsnachteil auf den meisten Strecken wieder auf. Mit 100 bis 120 Millimetern Federweg, 29-Zoll-Laufrädern und in Kombination mit einer Vario-Stütze kommen die Bikes aber auch auf ausgedehnten Touren zurecht. Das gedämpfte Heck fängt leichte Schläge ab und sorgt so für Komfort und Grip. Großer Nachteil der Marathon-Fullys: der Preis! Weil Sprint-Spaß und Freude auf langen Anstiegen leider erst unterhalb der 12-Kilo-Marke aufkommen, verbauen die Hersteller hochwertige Komponenten und viel Carbon. Einstiegspreise von 4000 Euro sind deshalb keine Seltenheit. Die Top-Modelle einiger Hersteller schlagen sogar mit über 10000 Euro zubuche.

Neuerdings tunen viele Hersteller ihre Modelle mit 120 Millimetern Hub, dickeren Reifen und Teleskopstützen. Diese sogenannten Down-Country-Bikes verkraften auch härteres Gelände und spielen somit in der Trailbike-Kategorie.

Die besten Marathon-Fullys 2022:

Cannondale Scalpel HM 1

  • Preis 8899 Euro
  • Gewicht 9,91 Kilo
  • Getestet in BIKE 8/20
  • Urteil super / 219 Punkte

Das Scalpel ist eine kompromisslose Rennmaschine mit Kultstatus. Es begeistert bergauf mit seinem spritzigen Handling, dem effizienten Fahrwerk und viel Traktion. Aber auch das Gewicht fällt gemessen am Preis super aus. Bergab bietet das Scalpel dank flexender Kettenstreben eine Extraportion Komfort und fährt sich mit seiner ausgewogenen Geometrie und dem überzeugenden Fahrwerk in die Herzen unserer Tester. Das Racefully der Amis punktet besonders im harten Renneinsatz, geizt aber auch auf Touren nicht mit Fahrspaß. Super Mehrwert: integriertes Tool für Reparaturen auf Tour.

  Cannondale Scalpel HM 1Foto: Max Fuchs
Cannondale Scalpel HM 1

Scott Spark RC Worldcup AXS

Mit dem neuen Spark setzt Scott Maßstäbe: Es ist das weltweit erste Racefully mit einem im Sitzrohr integrierten Dämpfer. Die Geometrie gleicht der eines Trailbikes, und beim Federweg stehen nur noch 120 Millimeter zur Wahl. Das progressive Konzept geht auf. Auch wenn die neue Ausrichtung das Gesamtgewicht etwas nach oben treibt, machen das gewonnene Abfahrtspotenzial und ein breiterer Einsatzbereich den Gewichtsnachteil wieder wett. Damit bleibt uns das Scott als spaßigstes und außergewöhnlichstes Racefully der Saison in Erinnerung.

  Scott Spark RC Worldcup AXSFoto: Georg Grieshaber
Scott Spark RC Worldcup AXS

Trek Supercaliber

  • Preis 9999 Euro
  • Gewicht 9,84 Kilo
  • Getestet in BIKE 2/20
  • Urteil super / 213 Punkte

Als Trek das Supercaliber präsentierte, war klar: Dieses Racefully könnte eine neue Ära einläuten. Mit nur 60 Millimetern Federweg am Heck und konventioneller 100-Millimeter-Gabel schließt es die Lücke zwischen Hardtail und Fully. Durch die gesteigerte Traktion und den Komfort ist es im Downhill und auf technischen Strecken klassischen Hardtails überlegen. Beim Antritt bleibt der Hinterbau mit seinem knappen Federweg aber ähnlich effizient wie ein starres Heck. Das macht das Supercaliber zum Geheimtipp für schnelle Cross-Country-Kurse oder leichte Marathons.

  Trek SupercaliberFoto: Max Fuchs
Trek Supercaliber

Orbea Oiz M Team

  • Preis 7098 Euro
  • Gewicht 10,37 Kilo
  • Getestet in BIKE 3/21
  • Urteil super / 214,75 Punkte

Mit seinem einzigartigen Preis-Leistungs-Verhältnis, jeder Menge Komfort und vor allem dem extrem geringen Gewicht gehört das Ex-Racebike von Weltcup-Star Victor Koretzky zu den Lieblingen unserer Testcrew. Kleinigkeiten wie der unergonomische Teleskopstützenhebel oder der leicht wippende Hinterbau trüben zwar das Bild ein wenig, die stimmige Geometrie und das ausgewogene Handling liefern in Summe aber ein absolut überzeugendes Gesamtpaket. Zwar dominiert das Oiz im Gruppentest weder bergauf noch bergab, bietet dafür aber das beste Gesamtpaket.

  Orbea Oiz M TeamFoto: Christoph Laue
Orbea Oiz M Team

Fazit von Stefan Loibl, BIKE Online-Chef:

Der Rennsport ist der Innovationstreiber der Industrie. Warum? Schaut man im Cross-Country-Rennsport die Strecken der letzten Jahre an, stellen Steinfelder, Sprünge und extreme Steilstücke immer höhere Ansprüche an Material und Fahrer. Damit die Profis mit diesen neuen Anforderungen zurecht kommen, passen die Hersteller ihre Racefullys an die fordernden Bedingungen an. Seitdem verliert Leichtbau gegenüber mehr Federweg, breiten Reifen und absenkbaren Sattelstützen zunehmend an Bedeutung – eine Entwicklung, von der auch die Endverbraucher profitieren können. Denn mit diesem Abfahrts-Upgrade machen Racefullys neuerdings auch im Touren-Einsatz eine gute Figur.

  Stefan Loibl, BIKE Online-ChefFoto: Georg Grieshaber
Stefan Loibl, BIKE Online-Chef

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