Laurin Lehner
· 30.05.2026
Aus, vorbei, gesperrt. Der Blindsee Trail in Tirol – offiziell als einer der regionalen Vorzeigewege vermarktet – wird ab 2027 für Mountainbiker geschlossen. Das hat der Gemeinderat von Biberwier nun einstimmig beschlossen, so berichtet die Tiroler Tageszeitung.
Der Trail war offiziell als Shared Trail ausgewiesen – Mountainbiker sollten Rücksicht nehmen, langsam fahren, Wanderern Vorrang geben. Die Theorie. Die Praxis sah laut Gemeinde anders aus: Rücksichtslose Downhiller, gefährdete Fußgänger, Biker, die angeblich über Handtücher am Seeufer brettern. Der Bürgermeister von Biberwier, Harald Schönherr zur Tiroler Tageszeitung: „Shared Trails funktionieren nicht. Was sich hier abspielt, geht nicht mehr."
Schon im Vorjahr hatten die Jagdgenossenschaft und die Gemeindegutsagrargemeinschaft eine Sperrung gefordert – jetzt wurde dem Druck nachgegeben.
Besonders pikant: Die Gemeinde macht den Tourismusverband mitverantwortlich. Seit einem Jahr seien die Probleme bekannt, passiert sei nichts. Schönherr spricht von der „Brechstange", mit der man nun klarmachen müsse, „was Sache ist". Eine Weiternutzung gibt's nur mit baulichen Änderungen – sprich: Trennung von Bikern und Wanderern sowie einem neuen Radweg rund um den See. Das scheint aber eher unwahrscheinlich, zudem wäre das ein enormer Eingriff in die Natur und selbst viele Biker werden sich an den Kopf fassen, wenn sie diese Idee hören.
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Wir kennen und schätzen den Blindsee-Trail – für viele aus der Redaktion zählt er zu den absoluten Klassikern. Ja, der obere Teil ist schnell und ruppig, doch spätestens unten am See wird's gemütlich, weil das Gefälle fehlt. Nur hier sind die Badegäste. Von den beschriebenen Konflikten haben wir nichts mitbekommen – auch nicht zur Hauptsaison. Umso bedauerlicher ist die geplante Schließung.
Die gute Nachricht: Noch ist der Trail offen. Fans sollten sich diese Saison unbedingt noch den einen oder anderen Besuch einplanen.
Laurin Lehner, BIKE Redakteur

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