Wir Biker lieben Geschwindigkeitsrekorde. Seien es die eigenen (mittelmäßigen) oder die anderer Sportler. Je oller, je doller – manche unter uns werden erst richtig wach, wenn der Fahrtwind ordentlich um den Helm stürmt. Die Bike-Profis legen – klar – noch eine Schippe drauf und rasen mit Geschwindigkeiten bergab, bei denen Otto-Normal-Bikern der Lenker aus den Händen fliegen würde.
Und dann gibt es noch extreme Speed-Junkies, die sich auf Hochgeschwindigkeitsfahrten regelrecht spezialisiert haben. Auch Athleten anderer Sportarten batteln sich im Wer-ist-am-schnellsten-Wettkampf. Welcher Extremsport ist am schnellsten - wo liegen die Speed Records?
Downhill-Racing: Im Worldcup werden sogenannte Speedtraps aufgestellt, Zeitmessungen, die an besonders schnellen Passagen der Strecke die Geschwindigkeiten der Athleten ermitteln. Sie messen oft 60 km/h und schneller. Wer auf einer steilen Asphaltstraße schon mal 60 km/h gefahren ist, kann erahnen wie sich das im Gelände anfühlen muss.
Auf nur einem Rad: Bei seinem Weltrekord 2001 in Palmdale, Kalifornien, erreichte Bobby Root unglaubliche 138,6 km/h auf dem Hinterrad. Noch verrückter: Root stellte auch den Rekord für die schnellste Fahrt auf dem Vorderrad auf. Im Nose-Manual erreichte der Profi-Freerider sagenhafte 90,7 km/h.
Top-Speed beim Absprung: Profi-Freerider Cam Zink stellte einen Weltrekord auf. Er flippte in Mamoth Mountain 30 Meter weit. Beim Absprung hatte er 74 km/h drauf. Mittlerweile wurde seine Rekord gebrochen. Der Brite Tom Isted drehte beim Darkfest in Südafrika 2023 noch weiter und war vermutlich beim Absprung noch schneller.
Auf Sand: 2011 Markus Stöckl (geb. 1974) saust seinem Geschwindigkeits-Weltrekord für Serien-Mountainbikes entgegen: 164,95 km/h auf Sand und Geröll auf dem Vulkankegel des Cerro Negro, Nicaragua. Streckenlänge: 550 Meter bei einer 45°-Hangneigung; die vormalige, neun Jahre alte Bestmarke des Franzosen Éric Barone wurde um 1 km/h überboten; Barone, der im Auslauf seines Versuchs schwer stürzte und seither nicht mehr selbst aktiv sein kann, war für Stöckls Versuch als Organisator tätig.
High-Speed bei der Tour de France: Die angeblich höchste Geschwindigkeit erzielte 2016 der deutsche Tour de Franc’ler Markus Burghardt vom Team BMC bei der Abfahrt Port de la Bonaigua mit gemessenen 130,7 km/h. Ein Wahnsinn auf schmalen Reifen! Dieser Bestmarke ist bis heute ungebrochen.
Wellenreiten: Keine Welle beschleunig wo sehr wie die Monsterwelle von Nazaré, Portugal. Hier rutscht Rekord-Surfer Sebastian Steudtner auf einem Tow-Board mit Spezialbeschichtung in die Tiefe. Bei seiner über 25 Meter hohen Rekordwelle erreichte er Geschwindigkeiten über 80 km/h, laut Sensor-Messung.
Klippenspringen: Laso Schaller springt aus fast 60 Metern Höhe (58,8 m) in einen Bergsee in der Schweiz am 4. August 2015 – Rekord! Dabei trifft er mit 123 km/h aufs Wasser auf. Die extreme Verzögerung riss Laso Bänder im Kniegelenk und den Knöcheln.
Windsurfen: Björn Dunkerbeck ist der schnellste Windsurfer der Welt. Er erreichte 103,7 km/h auf dem Seedkanal von Lüderitz, Namibia am 23 November 2021. Das schnellste Segelboot der Welt dagegen ist die Vestas Sailrocket 2. Das Geschoss hält mit 65,45 Knoten (121 km/h) den Geschwindigkeitsweltrekord für Segelfahrzeuge, den der australische Segler Paul Larsen am 24. November 2012 beim Lüderitz Speed Challenge in der Lüderitzbucht in Namibia aufstellte.
Skifahren: Bis zu 153 km/h werden Ski-Abfahrtsläufer auf der legendären Streif in Kitzbühel schnell (Foto). Den absoluten Rekord auf Ski hält Simon Billy. Der Franzose hat bei den Weltmeisterschaften 2023 im Speed-Ski den Weltrekord aufgestellt. Der Franzose siegte im französischen Vars mit einer Geschwindigkeit von 255,50 km/h. Billy löste damit Ivan Origone als Rekordhalter ab. Der Italiener hatte die bisherige Bestmarke von 254,985 km/h aus dem Jahr 2016 gehalten.
Skydiving: Ein Fallschirmspringer fällt in der sogenannten Box-Position (angewinkelte Arme und Beine, Hohlkreuz) mit zirka 180 km/h der Erde entgegen. Beim Wettkampf Speed Skydiving schaffte es Marco Hepp auf unglaubliche 530 km/h, indem er Kopf voran nach unten tauchte. Die schnellsten Wingsuit-Piloten fliegen bis zu 400 km/h schnell, allerdings horizontal.
Superstunt: Der Salzburger Felix Baumgartner bei seinem Rekordsprung aus knapp 39.000 Metern Höhe! Der Stuntman ist der einzige Fallschirmspringer, der die Schallmauer durchbrochen hat. Topspeed: 1357,6 km/h. Ein Heliumballon mit Spezialkapsel transportierte Baumgartner in die Stratosphäre. Nach seinem Superstunt zog sich Baumgartner aus dem Extremsport zurück, heute fliegt er Rettungshelikopter in der Schweiz.
In der Luft: Wanderfalke im Sturzflug (383 km/h),
Bulldoggfledermaus im Kurvenflug (160 km/h)
Auf Land: Gepard (120 km/h)
Im Wasser: Mako-Hai, Fächerfisch, Schwarzer Marlin (110 km/h)

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