Fahrradbrücke in Mannheim eröffnetFranklin-Steg verbindet zwei Stadtteile

Thomas Musch

 · 14.02.2026

Fahrradbrücke in Mannheim eröffnet: Franklin-Steg verbindet zwei StadtteileFoto: MWSP, Andreas Henn
Gut gelaunt bei der Eröffnung des Franklin-Stegs: MWSP-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings, Bau-Bürgermeister Ralf Eisenhauer, MWSP-Geschäftsführer Achin Judt, Oberbürgermeister Christian Specht, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Erste Bürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell, Finanz-Bürgermeister Dr. Volker Proffen
Der neue Mannheimer Franklin-Steg ist mit 45 Metern die längste integrale Holzbrücke der Welt. Die Fuß- und Radverkehrsbrücke verbindet den Stadtteil Vogelstang und das Franklin-Quartier.

Der Franklin-Steg in Mannheim stellt einen neuen Rekord dar: Mit einer Länge von 44,7 Metern ist die neue Fuß- und Radverkehrsbrücke die längste integrale Holzbrücke der Welt. Die integrale Bauweise bedeutet, dass die Kombination aus Holz und sogenanntem Carbonbeton ohne Lager und Dehnfugen auskommt. Das Bauwerk, das die Stadtteile Vogelstang und das neue Franklin-Quartier verbindet, wurde am 5. Februar 2026 offiziell von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht eröffnet.



Der Bund hat das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie für innovative Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs vollständig mit rund neun Millionen Euro finanziert. „Der Franklin-Steg ist ein Leuchtturmprojekt der innovativen Radverkehrsförderung des Bundes“, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder anlässlich der Eröffnung. „Die Brücke ist nicht nur eine praktische Verbindung zweier Stadtteile, sie ist auch sehr hochwertig und bewusst aus nachhaltigem Material hergestellt.“ Der Steg überquert die stark befahrene Bundesstraße B38 und verkürzt den Radweg zwischen den beiden Stadtteilen von 3,5 auf 1,7 Kilometer.

Innovative Bauweise mit nachhaltigem Konzept

Der Franklin-Steg überspannt die B38 und verbindet zwei StadtteileFoto: MWSP, Andreas HennDer Franklin-Steg überspannt die B38 und verbindet zwei Stadtteile
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Die rund 150 Tonnen schwere Brücke wurde hauptsächlich aus Holz gefertigt, im sogenannten Hauptspann stecken 140 Kubikmeter Fichten-Brettschichtholz. Weitere 60 Kubikmeter Brettschichtholz bilden die Basis der spiralförmigen Rampe auf der Vogelstang-Seite. Carbonbetonplatten als Gehbelag ergänzen die Holzkonstruktion und minimieren den Einsatz von Zement, Wasser und Sand. Anstelle der sonst üblichen Stahlmatten wurde eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern verwendet. „Das hier entstandene Bauwerk ist zurzeit ein absolutes Unikat“, betonte Farsad Tawakol, Projektleiter bei der Mannheimer Projektentwicklungsgesellschaft MWSP.

Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit im Fokus

Die Nachhaltigkeit des Projekts war eine wesentliche Bedingung für die vollständige Finanzierung durch den Bund. Zum einen soll umweltfreundliche Mobilität gefördert werden, zum anderen manifestiert sich die Nachhaltigkeit in einem geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zum Bau einer konventionellen Brücke. Josef Schmees, Vertreter des Brückenbauunternehmens, geht von einer Lebensdauer von 100 und mehr Jahren aus. Damit stehe die Holzbrücke den herkömmlichen Brücken aus Stahl und Beton in nichts nach. Der Einhub der Brücke – das Bauwerk wiegt ohne die Carbonbetonplatten 104 Tonnen – erfolgte Ende August 2025.

Thomas Musch

Thomas Musch

Herausgeber

Der lupenreine Freizeitsportler beschloss einst als Student der Germanistik und Politikwissenschaften, sein Glück als Journalist zu versuchen. Seine Rennradleidenschaft führte ihn schnurstracks als Praktikant in die TOUR-Redaktion, woraus eine inzwischen mehr als 30 Jahre währende Herzensangelegenheit geworden ist, 16 Jahre davon als Chefredakteur. Als – nach eigener Aussage – „Generalist in der Nische Radsport“ interessiert er sich für alle Themen rund ums Rennrad (und Gravelbike) und begeistert sich bis heute ganz besonders für den Rennsport. Highlights seiner eigenen Rennradler-Karriere sind die Teilnahme an der TOUR-Transalp, dem einen oder anderen Jedermann-Rennen und die regelmäßigen Alpentouren mit Freunden.

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