Fahreindruck E-Gravelbike”Das Fahrgefühl hat mich sofort abgeholt”

Matthias Borchers

 · 14.01.2026

Fahreindruck E-Gravelbike: ”Das Fahrgefühl hat mich sofort abgeholt”Foto: Matthias Borchers
TOUR-Redakteur Matthias Borchers ist zum ersten Mal E-Gravelbike gefahren und beschreibt seine Fahreindrücke. Eine “neue Perspektive auf den Radsport”.

​Für mich ist ein E-Rennrad kein Stilbruch und auch keine Krücke, sondern eine neue Möglichkeit, den Radsport anders zu erleben. Im Gegensatz zu meinem Kollegen Kristian bin ich offen für die Technik. Als ich das Scott Solace Gravel eRIDE 10 zum ersten Mal gesehen habe, war ich neugierig.

Gravelbikes fahre ich selten, einen E-Renner war ich noch nie gefahren. Auf den ersten Metern meiner Hausrunde war ich dann schnell begeistert. Das Fahrgefühl hat mich sofort abgeholt: Der lautlose Motor schiebt mit bis zu 350 Watt kraftvoll, aber nie aufdringlich. Der Übergang bei 25 km/h ist so sanft, dass man ihn kaum bemerkt. In der Ebene bin ich ohnehin meist schneller unterwegs – aber bergauf, etwa am Isarhochufer in Schäftlarn, fühlt es sich an, als würde man ein bisschen fliegen. Klar, das ist weniger Sport als mit einem leichten Bio-Renner, aber das Scott spielt in einer anderen Liga. Und das ist völlig okay.



Sportlicher Flitzer fürs Grobe: Scott Solace Gravel eRIDEFoto: Wolfgang PappSportlicher Flitzer fürs Grobe: Scott Solace Gravel eRIDE

Optisch wirkt das Solace bullig. Das dicke Unterrohr und der massive Tretlagerbereich machen Eindruck. Zusammen mit den 50-Millimeter-Reifen und den Zipp 303 XPLR SW-Laufrädern ergibt sich ein stimmiger, kraftvoller Auftritt. Ich mag diese Präsenz – das Bike sieht aus, als könne es alles wegrollen, was sich ihm in den Weg stellt.

Scott Solace Gravel: Gemacht für breite Schotterpisten

Die Geometrie ist an das Addict Gravel angelehnt, die Sitzposition für mein Gefühl jedoch sehr vorderradlastig. Auf breiten Schotterpisten fühlt sich das Solace am wohlsten. In verwinkeltem Gelände merkt man das etwas träge Lenkverhalten – kein Problem für mich, aber nichts für enge Trails. Wer schnelle Richtungswechsel liebt, muss sich umgewöhnen.

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Die Bedienung ist durchdacht. Die Unterstützungsstufen lassen sich über kleine Taster in den Schaltgriffen wählen, wobei der Druckpunkt definierter sein dürfte. Noch zuverlässiger finde ich den Controller auf dem Oberrohr.

Das Display im Oberrohr ist gut ablesbar, aber ich hätte es lieber direkt im Cockpit – dort läge es besser im Sichtfeld. Wer einen aktuellen GPS-Computer hat, beispielsweise einen Garmin Edge, kann sich die Werte per Bluetooth auf dessen Display spiegeln lassen und damit näher ans Sichtfeld.

Über Nacht warf der Baum nahezu sein komplettes Laubkleid ab, als ob er es extra für dieses Foto gemacht hätteFoto: Matthias BorchersÜber Nacht warf der Baum nahezu sein komplettes Laubkleid ab, als ob er es extra für dieses Foto gemacht hätte

Die neue SRAM Force XPLR funktioniert tadellos, und dass das Rücklicht über den Motor-Akku mit Strom gespeist wird, ist ein cleveres Detail. Ein Frontlicht ließe sich nachrüsten, Schutzbleche ebenfalls; der optionale Range Extender erweitert den Unterstützungsradius. Das macht das Rad tauglich auch für längere Touren.

Fazit zum Fahrgefühl auf dem E-Rennrad

Das Scott Solace Gravel eRIDE 10 ist ein echtes Erlebnis. Ich sehe es als ideales Rad für Radsportler, die nach Unfall, Krankheit oder mit nachlassender Kraft im Alter wieder oder anders in den Sport einsteigen oder mit den Radkollegen mithalten möchten. Es bietet Komfort, Leistung und ein Fahrgefühl, das nah am klassischen Gravelbike bleibt.

Der Preis von 10.000 Euro ist hoch, keine Frage. Aber als Leasing-Renner auf Zeit, bis man wieder auf ein Bio-Bike umsteigt, ist das Solace eine schlaue Option. Für mich war die Ausfahrt mit dem Scott Solace mehr als ein Test – es war eine neue Perspektive auf den Radsport. Das Scott Solance Gravel eRIDE 10 ist z. B. hier erhältlich.

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