Aus für Porsche-ProjektEntwicklung von Porsche-E-Bikes gestoppt

Barbara Merz-Weigandt

 · 19.12.2025

Aus für Porsche-Projekt: Entwicklung von Porsche-E-Bikes gestopptFoto: Porsche
Porsche-E-Bikes wird es auch in nächster Zukunft nicht geben. Die P2 eBike GmbH, ein Joint Venture mit Pon Holdings ist Geschichte.
Pon Holdings und Porsche beenden die Entwicklung der Porsche-E-Bikes. Erst 2022 begann der Betrieb mit Fokus auf E-Trekkingräder und Premium-E-MTBs. Der Aufbau der eigenen E-Bike-Batteriefertigung soll weiterhin bestehen bleiben.

Porsche und Pon Holdings ziehen den Stecker bei einem ihrer gemeinsamen Projekte im E-Bike-Bereich. Die beiden Unternehmen haben beschlossen, die Entwicklung von E-Bikes der Marke Porsche im Rahmen des Joint Ventures P2 eBike GmbH einzustellen.

Damit endet eines der ambitioniertesten E-Bike-Projekte im Premiumsegment der letzten Jahre, ohne dass ein Produkt auf den Markt gebracht oder der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Entscheidung markiert eine strategische Neuausrichtung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen, die weiterhin in anderen Bereichen der E-Bike-Technologie aktiv bleiben.

Wichtig dabei: Motorenhersteller Porsche E-Bike Performance (ehemals Fazua) ist von diesem Aus nicht betroffen. Es handelt sich hier um zwei komplett unabhängige Unternehmen. P2 eBike mit dem Fokus auf komplette E-Bikes. Die Porsche E-Bike Performance GmbH als Spezialist für Motoren und E-Antriebe. Bei dem Motorenhersteller aus Ottobrunn bei München steht die Entwicklung neuer Motoren, auch unter dem Label Porsche, nach wie vor im Fokus.


Porsche im E-Bike-Segment

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Unerwartetes Aus

Die P2 eBike GmbH wurde Anfang 2022 als Joint Venture von Porsche und Pon Holdings gegründet. Das Unternehmen hatte sich zum Ziel gesetzt, hochwertige E-Bikes und Pedelecs unter dem Markennamen Porsche zu entwickeln, zu montieren und international zu vertreiben. Bis Mitte 2025 arbeitete ein Team von rund zwölf Mitarbeitern an Premium-E-Mountainbikes und E-Trekkingrädern für den internationalen Markt. Laut Handelsregister konzentrierte sich P2 auf die vollständige Entwicklung und Vermarktung dieser Modelle.

Die Beendigung des Projekts kam für die Beteiligten unerwartet. Noch wenige Monate vor der Entscheidung wurde das Team unter anderem um Marketingmitarbeiter erweitert, und im April 2025 trat Gudrun Scharler als neue Geschäftsführerin an. Einige Monate später folgte dann die Entscheidung, die Entwicklung einzustellen. Die meisten Mitarbeiter haben inzwischen eine neue Stelle innerhalb oder außerhalb des Pon-Konzerns gefunden, während einige ehemalige Mitarbeiter noch auf der Suche nach einer neuen Position sind.

Strategische Neuausrichtung der Zusammenarbeit

Zu den Gründen für die Einstellung des Projekts äußerten sich die Unternehmen nur zurückhaltend. In einer knappen Stellungnahme erklärten Porsche und Pon Holdings: „Porsche und PON evaluieren ihre gemeinsamen Aktivitäten regelmäßig im Hinblick auf strategische Prioritäten. Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, die Entwicklung von E-Bikes der Marke Porsche innerhalb des Joint Ventures P2 eBike GmbH nicht fortzusetzen. Diese Anpassung dient dazu, den Fokus auf Projekte zu legen, die die langfristigen Ziele der Zusammenarbeit am besten unterstützen."

Auf dem Markt war erwartet worden, dass das erste Modell von P2 ein vollständig eigenentwickeltes High-End-E-Mountainbike sein würde. Dieses sollte mit einem neuen Antrieb von Porsche E-Bike Performance ausgestattet werden – einem weiteren Joint Venture von Porsche und Pon, das auch die Motorenmarke Fazua umfasst. Zu Details zum Entwicklungsstand von Prototypen oder möglichen nächsten Schritten gaben weder Porsche noch Pon Holdings Auskunft. Die Unternehmen erklärten lediglich, dass sie grundsätzlich keine Stellungnahme zu Details einzelner Entwicklungsprojekte abgeben.

Porsche bleibt im E-Bike-Segment aktiv

Die Einstellung von P2 bedeutet nicht das Ende des Engagements von Porsche im E-Bike-Bereich, sondern markiert einen neuen Kurs. Der Sportwagenhersteller war bereits zuvor mit Porsche-gebrandeten E-Mountainbikes auf Basis von Modellen von Rotwild in diesem Segment aktiv. Später folgten eigene Designs, die ebenfalls von Rotwild produziert wurden. Darüber hinaus war Porsche an Kooperationen mit unter anderem Storck Bicycle und dem kroatischen Unternehmen Greyp beteiligt, aus denen die Marke Cyklær hervorging.

2022 hat Porsche den Antriebshersteller Fazua übernommen. Die daraus entstandene Porsche E-Bike Performance GmbH ist von dem Aus nicht betroffen.Foto: Wolfgang Watzke2022 hat Porsche den Antriebshersteller Fazua übernommen. Die daraus entstandene Porsche E-Bike Performance GmbH ist von dem Aus nicht betroffen.

Mit der Übernahme des Antriebsspezialisten Fazua im Jahr 2022 und der daraus entstandenen Firma Porsche E-Bike Performance, intensivierte Porsche sein Engagement im Bereich der E-Bike-Technologie weiter. Und dieses Engagement bleibt auch nach dem Aus von P2 eBike betsehen. Es folgte die vollständige Übernahme von E-Bike-Hersteller Greyp, der insbesondere durch individuelle Software-Lösungen für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Diese Aktivitäten wurden später wieder eingestellt, was die wechselhafte Strategie des Unternehmens im E-Bike-Segment widerspiegelt.

Aufbau einer eigenen E-Bike-Batteriefertigung in Kroatien

​Die Porsche eBike Performance GmbH wurde 2022 als Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Porsche AG gegründet. Seit der Verkündung wartet die Radbranche gespannt auf den Markteintritt des Sportwagenherstellers. Das Unternehmen plant die Errichtung einer eigenen Produktionsstätte für E-Bike-Batterien in Kroatien. Der Produktionsstart ist für Anfang 2026 vorgesehen und soll zeitgleich mit der Markteinführung des ersten Porsche E-Bike-Antriebssystems erfolgen. Diese Ankündigung markiert einen bedeutenden Schritt in Porsches Strategie, sich im wachsenden E-Bike-Segment zu etablieren. In einem aktuellen Statement erklärt Porsche eBike Performance:

​Obwohl die Markteinführung der von P2 eBike entwickelten E-Bikes der Marke Porsche nicht zu erwarten ist, wird der Betrieb des völlig unabhängigen Unternehmens Porsche E-Bike Performance, das innovative Antriebssysteme für E-Bikes entwickelt, ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Welche Richtung die Unternehmen in Zukunft im E-Bike-Segment einschlagen werden, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung zeigt jedoch, dass selbst etablierte Unternehmen mit erheblichen Ressourcen vor den Herausforderungen des komplexen und wettbewerbsintensiven E-Bike-Marktes stehen können.

Die Porsche eBike Performance GmbH sollte Anfang 2026 mit einer eigenen E-Bike-Batteriefertigung in Kroatien starten.Foto: Porsche eBike PerformanceDie Porsche eBike Performance GmbH sollte Anfang 2026 mit einer eigenen E-Bike-Batteriefertigung in Kroatien starten.

Fakten & Hintergründe

P2 eBike GmbH

  • Gründung: Anfang 2022
  • Struktur: Joint Venture von Porsche und Pon Holdings
  • Mitarbeiter: ca. 12
  • Geschäftsführerin (ab April 2025): Gudrun Scharler
  • Fokus: Entwicklung, Montage und internationaler Vertrieb von E-Bikes und Pedelecs unter der Marke Porsche
  • Status: Eingestellt Mitte 2025

Porsche

  • Engagement im E-Bike-Bereich: Kooperationen mit Rotwild, Storck Bicycle und Greyp
  • Übernahmen: Antriebsspezialist Fazua (2022), E-Bike-Hersteller Greyp
  • Weitere Joint Ventures: Porsche E-Bike Performance (mit Pon Holdings)

Pon Holdings

  • Struktur: Niederländischer Konzern
  • Geschäftsfelder: Unter anderem Fahrrad- und Mobilitätsbereich
  • Marken im Portfolio: Verschiedene Fahrrad- und E-Bike-Marken

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