Mit der komplett überarbeiteten Scorpion-Serie stellt der italienische Reifenhersteller seine Mountainbike-Familie mit neuen Namen und neuen Profilen vor. Das Grundprinzip der neuen Serie ist einfach: Zuerst wird das passende Profil gewählt, anschließend die Karkasse und zuletzt die Gummimischung.
Dadurch soll sich für nahezu jeden Einsatzbereich eine passende Kombination zusammenstellen lassen – vom effizienten Trail-Reifen bis zum maximal verstärkten Downhill-Pneu. Und dass Pirelli griffige Hardcore-Reifen bauen kann, haben sie uns bereits bewiesen, wie zuletzt im Test des Scorpion Race EN.
Den Einstieg in die neu benannte Familienbande bildet der Black Sting. Das komplett neu entwickelte Profil richtet sich an Fahrer, die auf harten und kompakten Böden möglichst schnell unterwegs sein wollen. Eng stehende, flache Stollen sollen den Rollwiderstand gering halten, während verstärkte Schulterstollen für stabile Bremsvorgänge und präzises Kurvenverhalten sorgen. Pirelli nennt den Black Sting schnell, direkt und reaktionsfreudig. Er ist in 27,5 und 29 Zoll jeweils in 2,4 Zoll Breite erhältlich.
Der Emperor übernimmt die Rolle des Allrounders. Das Profil basiert auf dem bisherigen Race-M, wurde laut Pirelli jedoch umfassend überarbeitet. Gleichmäßig verteilte Stollen sollen einen ausgewogenen Mix aus Rollgeschwindigkeit, Traktion und Kontrolle auf wechselnden Böden bieten. Der Emperor ist in zahlreichen Größen von 27,5 x 2,4 bis 29 x 2,6 Zoll verfügbar und soll sowohl bei aggressiven Trail-Fahrten als auch im Enduro- und Downhill-Einsatz funktionieren.
Für lose, staubige oder „Loose-over-hard“-Böden ist der Red Claw gedacht. Sein weit auseinandergezogenes Profil mit scharfkantigen, unterbrochenen Stollen soll tief in den Untergrund greifen und sich während der Fahrt besser selbst reinigen. Pirelli empfiehlt den Red Claw vor allem als aggressiven Vorderreifen – entweder kombiniert mit einem Emperor am Hinterrad oder als kompletter Satz für weiche und wechselnde Böden. Angeboten wird er in 27,5 x 2,4 sowie in 29 x 2,4 und 29 x 2,5 Zoll.
Bei den Karkassen stehen vier Varianten zur Wahl. Die ProWall ist mit etwa 700 bis 900 Gramm die leichteste Ausführung und soll sich an Trail-Fahrer und leichte Enduro-Einsätze richten. Die HardWall bringt zusätzliche Stabilität und Schutz vor Durchschlägen mit und liegt laut Pirelli bei etwa 900 bis 1100 Gramm.
Für härtere Einsätze gibt es die doppellagige DualWall. Mit Gewichten zwischen rund 1100 und 1300 Gramm ist sie für Enduro-Rennen, Bikeparks und Freeride ausgelegt. An der Spitze steht die DH+Wall mit einer zusätzlichen Verstärkung an Seitenwand und Wulst. Sie wiegt je nach Ausführung etwa 1300 bis über 1500 Gramm und soll auch den härtesten Belastungen im Downhill-Rennsport standhalten.
Alle vier Karkassen sind laut Pirelli in einer „eMTB Ready“-Version erhältlich und damit sowohl für klassische Mountainbikes als auch für Light- und Full-Power-E-MTBs geeignet.
Bei den Gummimischungen setzt Pirelli auf die aus dem Motorsport bekannten Bezeichnungen Medium, Soft und Supersoft. Die Medium-Mischung soll einen ausgewogenen Kompromiss aus Grip, Komfort und Laufleistung bieten. Soft verspricht mehr Haftung und direktes Feedback bei weiterhin brauchbarer Haltbarkeit. Die Supersoft-Mischung ist auf maximalen Grip, hohe Dämpfung und ein besonders direktes Fahrgefühl ausgelegt – vor allem für anspruchsvolle Rennen und technische Abfahrten.
Insgesamt ergibt sich eine große Zahl möglicher Kombinationen. Allerdings sind nicht alle Profile mit jeder Karkasse und jeder Mischung erhältlich. So bleibt der Red Claw beispielsweise den robusteren DualWall- und DH+Wall-Ausführungen vorbehalten, während Black Sting und Emperor auch als vergleichsweise leichte ProWall-Reifen angeboten werden.
Die neue Pirelli-Scorpion-Serie ist ab sofort online und bei ausgewählten Fachhändlern erhältlich. Preisangaben nennt Pirelli in der Pressemitteilung nicht. Die Preise hängen in erster Linie von der gewählten Mischung und der gewählten Karkasse ab und reichen von 61,90 Euro (z.B.: ProWall Casing, Medium Compound) bis 92,90 Euro für die supersoften DH+Wall-Varianten.
Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.