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Pirelli hat ernst gemacht. Nach den ersten Gehversuchen im MTB-Bereich markiert die Scorpion Race-Serie den Angriff auf das Enduro-Podium. Das „M“ im Namen steht für Mixed Terrain und ist das Herzstück der Range. Hier trifft eine kompromisslos klebrige Gummimischung auf eine Karkasse, die speziell für die harten Anforderungen moderner Enduro-Rennen entwickelt wurde. Ein Reifen für Fahrer, die maximale Traktion auf unterschiedlichsten Böden suchen.
Der Scorpion Race Enduro M ist das Schweizer Taschenmesser für die grobe Gangart. Sein Profildesign mit eher eng stehenden Mittelstollen und massiven Seitenstollen ist darauf ausgelegt, auf harten Böden ebenso zu glänzen wie auf lockerem Waldboden. Er bietet ein extrem vorhersehbares Grenzverhalten – das gefürchtete „Wegschmieren“ soll hier durch einen sanften Übergang ersetzt werden. Dank der SmartEVO DH Mischung klebt der Reifen förmlich am Boden und bietet eine Eigendämpfung, die man sonst nur von schweren Downhill-Schlappen kennt. Sein ideales Einsatzgebiet sind technische Enduro-Stages und Bikepark-Einsätze, bei denen die Bodenbeschaffenheit ständig wechselt.
| Pirelli Scorpion Race EN M | |
| Preis | 89,90 >> hier erhältlich |
| Gummimischung / TPI | Smart Evo DH (40 A) / 120 |
| Karkasse / Größe | Dual Wall / 29 x 2,5 |
| Labortest | |
| Gewicht / Rollwiderstand | 1381 g / 46,3 Watt |
| Reifenbreite / Reifenhöhe | 63,2 / 58,9 mm |
| Durchschlag / Durchstich | 520 mm / 115; 595; 510 N |
| Praxistest | |
| Kurvenverhalten | ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ |
| Traktion | ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ □ |
| Selbstreinigung | ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ |
| BIKE-Note | 2,07 |
Wo die Maxxis-Kombi das Skalpell ist, fühlt sich der Pirelli eher wie die Streitaxt an. Der schwerste Reifen im Test baut zudem am breitesten. Großes Volumen, stabile Karkasse und weiche Gummimischung erzeugen ein sattes Fahrgefühl mit hoher Traktion und Souveränität. Der Scorpion ist fürs Draufhalten gemacht und erzielt auch die höchsten Durchschlagswerte im Labor. Das hohe Gewicht stabilisiert zwar bergab, sorgt aber auch für eine sehr träge Beschleunigung. Aufgrund seiner Breite ist der Pirelli nur für Hinterbauten mit ausreichend Reifenfreiheit geeignet. Mit 90 Euro sehr teuer.
Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.
Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch der Lauffläche gestochen. Auch an der Steitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.
Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabiliät und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.

Redakteur