Max Fuchs
· 25.02.2026
Fast 10 Jahre lang gab es bei Sram keine großen Entwicklungssprünge im Schaltungssegment für Downhill-Bikes. Doch damit ist jetzt Schluss. Für 2026 adaptieren die Amerikaner ihre gehypte Transmission-Schaltungstechnologie für den Doppelbrücken-Sektor. Downhill-Racer warten schon lange auf diesen Schritt, denn die T-Type-Funkschaltungen erlauben sogar unter Maximallast präzise, zackige Schaltvorgänge. Läuft die Zeit, bedeutet das: Wer beim Sprint aus dem Startgate oder auf der Zielgeraden schneller schalten kann, ohne die Last vom Pedal zu nehmen, spart wertvolle Zehntel, die im Weltcup oft zwischen Podium und einer Top-10-Platzierung entscheiden.
Für den normalen Fahrer spielen die schnelleren Schaltvorgänge eine untergeordnete Rolle. Hier glänzt die robuste Bauweise des Direct-Mount-Schaltwerks: Das defektanfällige Schaltauge entfällt, denn die Montage erfolgt direkt am Rahmen. Doch ganz egal, ob Racer oder Hobby-Shredder – die DH Transmission liefert für alle Gravity-Bikes spürbaren Mehrwert, denn sie ist zuverlässiger, robuster und präziser als jede andere Kettenschaltung am Markt.
Mit ihrem nahezu unverwüstlichen Direct-Mount-Schaltwerk und der Fähigkeit, auch unter voller Last präzise zu schalten, wirkt die Transmission-Technologie geradezu prädestiniert für Downhill-Racer und Park-Rats. Umso erstaunlicher ist es, dass SRAM diesen Schritt nicht schon früher gegangen ist. - Max Fuchs, BIKE-Testredakteur
Preislich setzt die XX DH Transmission hoch an. Einzelpreise: 765 € für das Schaltwerk, 490 € für die Kurbel, 545 € für die Kassette, 112 € für das Kettenblatt, 150 € für die Kette, 240 € für den AXS Pod und rund 45 € für den Akku. Preise für die komplette Antriebsgruppe sind bislang nicht bekannt.
Herzstück der DH Transmission ist das funkgesteuerte 7-Fach-Schaltwerk mit der bekannten Direct-Mount-Montage der T‑Type‑Plattform. Für die Montage muss der Rahmen über ein UDH-Schaltauge verfügen. Der Akku sitzt gut geschützt zwischen Schaltwerk und Kettenstrebe – wie auch bei der GX AXS Transmission. Das Schaltwerk baut schmal als gewohnt und duckt sich förmlich unter die Kettenstrebe. Zusammen mit dem kurzen Käfig bietet es kaum Angriffsfläche, um an Steinen oder Wurzeln hängen zu bleiben. Falls das Schaltwerk dennoch aneckt, kein Problem: Das Parallelogramm und der Käfig selbst sind austauschbar, genauso wie eine spezielle Skidplate – eine Plastikabdeckung, die extra dafür konzipiert wurde, Stöße und Schrammen von den Hauptkomponenten fernzuhalten.
Im Inneren arbeitet der Type-4-Schaltwerks-Dämpfer, bekannt aus den bisherigen T‑Type-Antrieben. Durch den kürzeren Käfig und die kürzere Kette der XX DH sitzt die Kette dennoch deutlich strammer als bei klassischen 12-Fach-Transmission-Schaltungen.
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Ebenfalls ganz neu ist die 7-fach XD Slim-Kassette. Durch die schmalere Bauweise rücken der Aktionsradius des Schaltwerks und die Bremse weiter nach innen, um bestmöglich geschützt zu sein. Gleichzeitig ermöglicht das System einen symmetrischen Speichenwinkel für stabilere Laufräder mit gleichmäßiger Speichenspannung. Einziger Nachteil: Die Slim-Kassette ist nur mit dem dazugehörigen und ebenfalls kürzeren Slim-Freilaufkörper kompatibel. Es handelt sich hierbei also um einen komplett neuen Standard für Downhill-Bikes.
Wer umrüstet oder ein neues Bike kauft, sollte daher genau prüfen, welche Nabe verbaut ist und ob der Hinterbau mit dem 148 Millimeter breiten SRAM-Standard kompatibel ist. Wer keine Lust auf einen neuen Standard hat, für den hat SRAM auch eine „normale“ 7-fach T-Type-Kassette im Programm, die mit allen gängigen Naben und XD-Freiläufen kompatibel ist.
Trotz XX-Label kommt bei der Kurbelgarnitur zu Gunsten der Haltbarkeit Aluminium anstatt Carbon zum Einsatz. Erhältliche Kurbellängen: 150 bis 165 mm Millimeter. Das Kettenblatt ist gegen Aufsetzer mit verstärkten Zähnen ausgestattet und in den Größen 32, 34 und 36 Zähne verfügbar.
Mit ihrem nahezu unverwüstlichen Direct-Mount-Schaltwerk und der Fähigkeit, auch unter voller Last präzise zu schalten, wirkt die Transmission-Technologie geradezu prädestiniert für Downhill-Racer und Park-Rats. Umso erstaunlicher ist es, dass SRAM diesen Schritt nicht schon früher gegangen ist. Sollten die Amerikaner künftig noch preislich attraktivere Varianten nachlegen, dürfte sich die DH Transmission in kürzester Zeit als neuer Goldstandard im Downhill-Segment etablieren.

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