Intend schiebt die Flash 38 Federgabel an den Start und bietet damit eine richtig massive Upsidedown-Gabel für den harten Gravity-Einsatz. Gewicht spielte bei der Entwicklung der Forke eine untergeordnete Rolle. Die neue Intend Flash 38 soll vor allem eines sein: mächtig. Vor allem an abfahrtsstarken E-Bikes habe sich laut des Labels aus E-Bikes ein Philosophie-Wandel vollzogen. Für viele Enduro- und Freeride-Piloten ginge es nicht mehr um ein paar Gramm mehr oder weniger, sondern vor allem um ein stabiles, sattes Fahrgefühl. Und genau das soll ihnen die neue Intend Gabel mit 38 Millimeter starken Tauchrohren bieten. Vorhang auf für die Flash 38!
Federgabeln in Upsidedown-Bauweise haben unumstrittene Vorteile. Durch die Umkehrung der konventionellen Anordnung stehen die Buchsen solcher Gabeln immer im Öl. Das Ergebnis können eine verbesserte Schmierung, eine optimierte Buchsendynamik und eine höhere Steifigkeit in Fahrtrichtung sein. Kritiker werfen Upsidedown-Federgabeln gerne eine unterlegene Torsionssteifigkeit vor. Intend bemüht sich seit langem die Zweifel am Konzept zu widerlegen und will mit der neuen Flash 38 auch die letzten Bedenken zerstreuen. Dazu wurden die Tauchrohre auf 38 Millimeter Durchmesser aufgeblasen. Die Steckachse kommt wahlweise mit 15 oder dicken 20 Millimetern Durchmesser und ist doppelt geklemmt. Ein Wechsel zwischen den Durchmessern ist auch nachträglich noch möglich. In die Vollen geht Intend bei der Gabelkrone. Diese wird aus einem massiven Block Aluminium gefräst und bringt es alleine auf 479 Gramm. Für die gesamte Flash 38 Gabel gibt Intend 2620 Gramm an.
Um auch die Verbindung zwischen Krone und Rohr nochmals stabiler auszulegen wurde die Kontaktstelle an der Intend Flash 38 neu gedacht. Um die Rohre vor Belastungen zu schützen werden alle Kräfte dank einer sogenannten Zero-Gap-Technik in die mächtige Krone geleitet. Anders als bei anderen Intend Gabeln kommt es nicht zu einem axialen Kontakt oben innerhalb der Brücke, sondern zwischen deren unteren Ende und dem Rohr. So sollen Mikrobewegungen reduziert und die Steifigkeit maximiert werden. Beim Schaft vertraut Intend weiterhin auf das bewährte Modell seiner Gravity-Gabeln. Mit sechs Millimetern Wandstärke unten und drei Millimetern oben übertrifft die Flash 38 hier viele ihrer Mitbewerber. 160 bis 190 Millimeter Federweg stehen zur Verfügung. Der Hub lässt sich via mitgelieferter Spacer verstellen. Die Tauchrohre werden durch mitgelieferte Lower-Guards aus Aluminium zusätzlich geschützt. Die Intend Flash 38 ist ab sofort verfügbar.
In den meisten seiner Federgabeln vertraute Intend bislang auf eine Druckstufendämpfung mit Shimstack und Lowspeednadel - ein bewährtes Konzept aus dem Motorsport. Allerdings boten normale Shimstacks bislang nicht die Möglichkeit den Low- und Mid-Bereich zu erhöhen ohne dabei ebenfalls eine Erhöhung der Highspeed-Dämpfung in Kauf zu nehmen. Auch eine Vorspannung liefert laut Intend keine zufriedenstellenden Ergebnisse, weshalb der deutsche Kleinserien-Hersteller mit der Flash 38 eine neue Druckstufeneinheit namens “Smooth Operator” einführt. Kernelement ist die sogenannte “Oscillator”-Einheit, welche einen gewöhnlichen, jedoch für mehr Gegenhalt straffer ausgeführten Shimstack trägt. Auch die Größe der Shims wurde erhöht, um im Highspeed-Bereich einen höheren Durchfluss zu garantieren. Über einen Blowoff-Shim lässt sich die Oscillator-Einheit öffnen und schließen, um bei hohen Dämpfungsgeschwindigkeiten die Highspeed-Druckstufenkräfte zu reduzieren.
Mit der neuen Dämpfungstechnologie will Intend eine hohe Lowspeeddruckstufe mit kontrollierten Gegenhalt und eine hohe Schluckfreude bei großen Schlägen erreichen, ohne im System auf potenziell ermüdende Vorspannung zu setzen. Da es sich beim Smooth Operator um ein laufendes Update handelt, wurde diese Art der Dämpfung nicht nur in der neuen Flash 38, sondern auch bereits in allen Gabeln verbaut, welche seit dem Wechsel von der Travelizer Luftfeder auf die Travel-Ranger-Technologie verkauft wurden. Bis auf die Samurai-Familie kann der Smooth Operator für den Preis von 139 Euro auch an allen anderen Gabelmodellen von Intend nachgerüstet werden.
Getreu dem Motto “viel hilft viel” ist die neue Intend Flash 38 Federgabel eine echte Ansage an die krassesten Abfahr-Ansprüche. Die schiere Massivität der teuren Boutique-Gabel dürfte auch so manchem Upsidedown-Kritiker den Wind aus den Segeln nehmen. Während das Konzept für schwere und schnelle Biker besonders interessant ist, dürfte es für die meisten Standard-Feierabendrunden overpowered sein. - Jan Timmermann, BIKE-Testredakteur