Luft- oder StahlfederMTB-Dämpfer – Unterschiede und Einstellung

Max Fuchs

 · 24.01.2023

Luft- oder Stahlfeder: MTB-Dämpfer – Unterschiede und EinstellungFoto: Hersteller

Die Unterschiede zwischen Luft- und Stahlfederdämpfern sind mittlerweile so gering wie die Zeitdifferenzen bei Downhill- oder Enduro-Rennen. Ihre Berechtigung haben trotzdem beide Varianten.

Die leichte Luftfeder hat sich an Gabeln und Dämpfern für Mountainbikes flächendeckend etabliert. Die früheren Nachteile gegenüber Fahrwerksteilen mit Stahlfedern sind weitgehend ausgemerzt. Aber es gibt sie noch, die Stahlfeder, vor allem an Enduro- und Downhill-Bikes. Und das hat Gründe.

Die Unterschiede zwischen Luft- und Stahlfederdämpfern am Mountainbike

Stahl: robust & feinfühlig

Früher waren sie die Regel, heute sind sie eher die Ausnahme. Stahlfederdämpfer kommen fast nur noch bei Enduro- und Downhill-Bikes zum Einsatz. Und selbst da gibt es mittlerweile Modelle mit Luftfederung, die ihnen von der Federungs-Performance fast ebenbürtig sind. Unangefochtene Domäne guter Stahlfederdämpfer ist und bleibt aber das Ansprechverhalten. Das Losbrechmoment ist geringer als bei Luftdämpfern.

Hinzu kommt, dass sie sehr robust sind. Weil sie mit weniger Dichtungen funktionieren, kann auch weniger kaputtgehen. Mit unterschiedlich harten, auswechselbaren Metallfedern lassen sich die Stahlfederdämpfer ans Körpergewicht anpassen. Über die Vorspannung der Feder kann man den Dämpfer feinjustieren. Dazu befindet sich ein einfacher Drehmechanismus am Casting des Dämpfers. Auch beim Material gibt es Unterschiede: Federn aus Titan oder Super-Light-Steel sparen etwas Gewicht.

+ Sehr feinfühliges Ansprechverhalten

+/– Robust / Federhärte weniger individuell einstellbar

– Hohes Gewicht

StahlfederdämpferFoto: Hersteller
Stahlfederdämpfer

Luft: leicht & vielseitig

Kaum etwas zählt bei Bike-Teilen mehr, als möglichst geringes Gewicht. Kein Wunder, dass sich Luftdämpfer an vollgefederten Mountainbikes flächendeckend durchgesetzt haben. Schließlich wiegt Luft so gut wie nichts im Vergleich zur Stahlfeder. Doch im Extremeinsatz sind Luftdämpfer etwas anfälliger. Brutale Schläge und harte Landungen nach Sprüngen setzen dem Innenleben genauso zu wie den Dichtungen. Deshalb haben Stahlfederdämpfer immer noch ihre Berechtigung auf harten Enduro- und Downhill-Strecken.

Die Nase vorn haben Luftdämpfer, wenn es um die individuelle Abstimmung geht. Die Federhärte lässt sich mit ein und demselben Modell auf fast jedes Körpergewicht einstellen – dazu einfach den Luftdruck entsprechend anpassen. Sehr schwere Fahrer sollten aus Gründen der Stabilität und Haltbarkeit Stahlfederdämpfer in Betracht ziehen. Ob ein Wechsel von Luft auf Stahl (oder umgekehrt) beim eigenen Bike sinnvoll ist, sollte man beim Hersteller oder Händler erfragen.

+ Geringes Gewicht

+ Sehr vielseitig einstellbar

– Etwas weniger sensibles Ansprechverhalten

– Anfälliger im harten Einsatz und bei Sprüngen

LuftfederdämpferFoto: Hersteller
Luftfederdämpfer

Dämpfereinstellung: Richtig Druck machen

Dämpferpumpen sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Federgabel und Dämpfer aufs eigene Körpergewicht und das Gelände anzupassen. Digitale Analyse-Tools aus dem Rennsport erleichtern auch Laien die Abstimmung.

Analoge Pumpe – der Klassiker

Auch im Zeitalter der Digitalisierung sind elektronische Dämpferpumpen kein Muss. In der Funktion besteht kein gravierender Unterschied, und die analoge Dämpferpumpe mit Manometer funktioniert auch ohne Strom. Immer wieder diskutiert wird unter Bikern die Ventilschraube an der Pumpe. Ein leises Zischen beim Abschrauben signalisiert Luftverlust. Dabei handelt es sich allerdings um Luft, die aus der Pumpe entweicht – ein ganz normaler Vorgang. Ab 20 Euro.

Analoge Pumpe, zum Beispiel von FormulaFoto: Danel Simon
Analoge Pumpe, zum Beispiel von Formula

Digitale Dämpferpumpe

Wer auf penibel genaue Anzeigen steht und häufig mit fein abgestimmten Luftdrücken in Federgabel und Dämpfer experimentiert, ist mit einer Pumpe mit digitaler Anzeige gut bedient. Am besten, man packt dann auch eine Ersatzbatterie in den Werkzeugkasten oder in den Rucksack, denn ohne Strom müsste man sich bei der Abstimmung dann rein aufs Popometer-Gefühl verlassen. Preislich schlagen die digitalen Pumpen ein deutlich größeres Loch ins Werkstattkonto. Sie kosten rund doppelt so viel wie analoge Modelle. Die abgebildete Rockshox-Dämpferpumpe digital gibt’s für etwa 57,50 Euro >> z.B. bei Amazon* oder Maciag Offroad* erhältlich.

Dämpferpumpe von RockshoxFoto: Hersteller
Dämpferpumpe von Rockshox

ShockWiz - Digitales Fahrwerks-Tuning

Dieser kleine Sensor basiert auf Knowhow aus dem Rennsport. Er wird ans Ventil von Gabel oder Dämpfer angeschlossen und kommuniziert mit der dazugehörigen Smartphone-App. Sie analysiert die Fahrdaten und schlägt Anpassungen von Luftdruck, Federhärte, Druck- und Zugstufeneinstellung vor. Der kleine Tuning-Berater ist auch für Nicht-Profis bedienbar. Preis: 371 Euro >> hier erhältlich*.

ShockWiz mit digitalem SensorFoto: Hersteller
ShockWiz mit digitalem Sensor

Fazit: Analog oder digital – Luftdruck im MTB-Dämpfer einstellen

“Elektro-Zahnbürsten sind längst selbstverständlich. Und elektronische Tools halten auch in der privaten Hobby-Werkstatt Einzug. Der Klassiker zur Fahrwerksabstimmung, die analoge Dämpferpumpe, funktioniert aber auch ohne Strom. Um die Daten von digitalen Analyse-Tools für die Verbesserung der Fahrwerkeinstellung optimal zu nutzen, sollte man schon etwas Fachkenntnis mitbringen.” Max Fuchs, BIKE-Redakteur
Max Fuchs, BIKE-RedakteurFoto: Thomas Weschta
Max Fuchs, BIKE-Redakteur

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