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Fox Live Valve vs. Rockshox Flight Attendant: E-Fahrwerke im Vergleich

Max Fuchs

 · 08.02.2022

Fox Live Valve vs. Rockshox Flight Attendant: E-Fahrwerke im VergleichFoto: Max Fuchs

Nachdem Rockshox das Fahrwerk Flight Attendant präsentiert hat, bringt Fox eine neue Version seines elektronischen Live-Valve-Systems. BIKE zeigt beide E-Fahrwerke fürs Mountainbike im Vergleich.

Der Mensch liebt es bequem. Egal, ob Rolltreppen, Staubsaug­roboter oder automatische Kofferraumklappen: Seit dem Beginn der Elektrifizierung im Jahre 1880 nutzt der Mensch Strom, um sich das Leben zu erleichtern.

Mittlerweile schwappt die elektrische Innovationswelle auch auf die MTB-Industrie über. E-Mountainbikes eliminieren schweißtreibende Uphills, kabellose Schaltungen sorgen für drahtlose Gangwechsel, und smarte Fahrwerke ersetzen den Griff zum Lockout-Hebel.

Elektronische Federelemente von Fox und Rockshox im Vergleich

Besonders die elektronischen Federelemente zogen jüngst die Aufmerksamkeit der gesamten MTB-Industrie auf sich. Bislang war das smarte Fox-Live-Valve-Fahrwerk der Spitzenreiter dieser Kategorie.

Seit 2018 ersetzt das System das mechanische Lockout, indem es automatisch die Plattform an Federgabel und Dämpfer öffnet und schließt. Der Effekt: Das Bike reagiert sensibel auf Unebenheiten, was Sicherheit und Komfort maximiert. Gleichzeitig wird das Pedalieren effizienter, da sich das Fahrwerk beim Kurbeln verhärtet.

In der Praxis konnte uns Live Valve immer überzeugen. Doch seine Führungsposition wackelt. Denn für 2022 bläst Rockshox mit seinem eigenen Elektro-Fahrwerk Flight Attendant zum Angriff auf die Fox-Vorherrschaft. Für uns der perfekte Anlass, die beiden Kontrahenten zum Duell zu bitten.

  Das Giant Trance Advanced Pro 1 mit dem neuesten Fox Live Valve Update 1.5Foto: Max Fuchs
Das Giant Trance Advanced Pro 1 mit dem neuesten Fox Live Valve Update 1.5

Fox Live Valve MTB-Fahrwerk

Das neueste Fox Live Valve Update 1.5 gibt es derzeit nur an Giant-Bikes. Das Trance Advanced Pro 1 in diesem Duell hat vorne 126 mm und hinten 127 mm Federweg, besitzt einen Shimano-XT-Antrieb, leichte Carbon-Laufräder und wiegt 13,53 Kilo (ohne Pedale). Der Preis: 6499 Euro.

Mit der App lassen sich alle fünf Fahrmodi in fünf Stufen in ihrer Sensitivität regeln.Foto: Max Fuchs
Mit der App lassen sich alle fünf Fahrmodi in fünf Stufen in ihrer Sensitivität regeln.
Auf dem Akku gibt es zwei Knöpfe zur Bedienung des Live Valves. An und Aus sowie die Setting-Taste, mit der die Fahrmodi gewählt werden. Zudem wird die Akku-Kapazität angezeigt. Unter dem Akku sitzt die Recheneinheit. Auch mit an Bord: ein Neigungssensor und ein Sensor, der feststellt, ob sich das Bike in der Luft befindet.Foto: Max Fuchs
Auf dem Akku gibt es zwei Knöpfe zur Bedienung des Live Valves. An und Aus sowie die Setting-Taste, mit der die Fahrmodi gewählt werden. Zudem wird die Akku-Kapazität angezeigt. Unter dem Akku sitzt die Recheneinheit. Auch mit an Bord: ein Neigungssensor und ein Sensor, der feststellt, ob sich das Bike in der Luft befindet.
Das Live-Valve-Ventil verhärtet und öffnet den Dämpfer innerhalb von drei Millisekunden. Bis auf das Kabel erinnert die Optik an einen klassischen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter.Foto: Max Fuchs
Das Live-Valve-Ventil verhärtet und öffnet den Dämpfer innerhalb von drei Millisekunden. Bis auf das Kabel erinnert die Optik an einen klassischen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter.
Der Beschleunigungssensor an der Gabel sitzt am ungefederten Teil in der Gabelbrücke und misst mit einer Frequenz von 1000 Hertz, ob Stöße vom Untergrund Richtung Fahrer vordringen. Je nach Höhe der Beschleunigung, Bike-Neigung und vorgewähltem Fahrmodus wird die Dämpfung unterschiedlich lange geöffnet.Foto: Max Fuchs
Der Beschleunigungssensor an der Gabel sitzt am ungefederten Teil in der Gabelbrücke und misst mit einer Frequenz von 1000 Hertz, ob Stöße vom Untergrund Richtung Fahrer vordringen. Je nach Höhe der Beschleunigung, Bike-Neigung und vorgewähltem Fahrmodus wird die Dämpfung unterschiedlich lange geöffnet.
Die Sensoren für Schläge am Hinterrad sitzen in der Kettenstrebe und scannen den Untergrund ebenfalls 1000 Mal pro Sekunde.Foto: Max Fuchs
Die Sensoren für Schläge am Hinterrad sitzen in der Kettenstrebe und scannen den Untergrund ebenfalls 1000 Mal pro Sekunde.
Mit der App lassen sich alle fünf Fahrmodi in fünf Stufen in ihrer Sensitivität regeln.Foto: Max Fuchs
Mit der App lassen sich alle fünf Fahrmodi in fünf Stufen in ihrer Sensitivität regeln.
Auf dem Akku gibt es zwei Knöpfe zur Bedienung des Live Valves. An und Aus sowie die Setting-Taste, mit der die Fahrmodi gewählt werden. Zudem wird die Akku-Kapazität angezeigt. Unter dem Akku sitzt die Recheneinheit. Auch mit an Bord: ein Neigungssensor und ein Sensor, der feststellt, ob sich das Bike in der Luft befindet.Foto: Max Fuchs
Auf dem Akku gibt es zwei Knöpfe zur Bedienung des Live Valves. An und Aus sowie die Setting-Taste, mit der die Fahrmodi gewählt werden. Zudem wird die Akku-Kapazität angezeigt. Unter dem Akku sitzt die Recheneinheit. Auch mit an Bord: ein Neigungssensor und ein Sensor, der feststellt, ob sich das Bike in der Luft befindet.
Auf dem Akku gibt es zwei Knöpfe zur Bedienung des Live Valves. An und Aus sowie die Setting-Taste, mit der die Fahrmodi gewählt werden. Zudem wird die Akku-Kapazität angezeigt. Unter dem Akku sitzt die Recheneinheit. Auch mit an Bord: ein Neigungssensor und ein Sensor, der feststellt, ob sich das Bike in der Luft befindet.
Das Live-Valve-Ventil verhärtet und öffnet den Dämpfer innerhalb von drei Millisekunden. Bis auf das Kabel erinnert die Optik an einen klassischen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter.
Der Beschleunigungssensor an der Gabel sitzt am ungefederten Teil in der Gabelbrücke und misst mit einer Frequenz von 1000 Hertz, ob Stöße vom Untergrund Richtung Fahrer vordringen. Je nach Höhe der Beschleunigung, Bike-Neigung und vorgewähltem Fahrmodus wird die Dämpfung unterschiedlich lange geöffnet.
Die Sensoren für Schläge am Hinterrad sitzen in der Kettenstrebe und scannen den Untergrund ebenfalls 1000 Mal pro Sekunde.
Mit der App lassen sich alle fünf Fahrmodi in fünf Stufen in ihrer Sensitivität regeln.

Rockshox Flight Attendant MTB-Fahrwerk

Das Rockshox Flight Attendant gibt es bei Trek, Specialized, YT und Canyon ab Werk. In unserem Duell tritt das Canyon Neuron für die Rockshox-Ecke an. Das Bike mit 141 mm Federweg an der Front und 137 mm am Heck wiegt mit Sram-X0-Ausstattung sowie Carbon-Laufrädern von DT Swiss 13,3 Kilo (ohne Pedale) und kostet 7999 Euro.

  Das Canyon Neuron CF SLX Ltd ist mit dem neuen Rockshox Flight Attendant ausgestattet.Das DasFoto: Max Fuchs
Das Canyon Neuron CF SLX Ltd ist mit dem neuen Rockshox Flight Attendant ausgestattet.Das Das
Die Empfindlichkeit des Systems (Bias) lässt sich auch mit der AXS-App verstellen. Eine Verstellung der Lowspeed-Druckstufen ist per Handy in zehn Stufen möglich.Foto: Hersteller
Die Empfindlichkeit des Systems (Bias) lässt sich auch mit der AXS-App verstellen. Eine Verstellung der Lowspeed-Druckstufen ist per Handy in zehn Stufen möglich.
Das Flight-Attendant-Modul sitzt auf der Dämpfungskartusche der Gabel. Über drei Knöpfe wird das System bedient. Im Inneren befinden sich die Sensorik und der Motor, der die Dämpfung einstellt.Foto: Max Fuchs
Das Flight-Attendant-Modul sitzt auf der Dämpfungskartusche der Gabel. Über drei Knöpfe wird das System bedient. Im Inneren befinden sich die Sensorik und der Motor, der die Dämpfung einstellt.
Analog zur Gabel ist auch im Dämpfer ein Beschleunigungs- und Lagesensor angebracht. Die drei Fahrwerksmodi Open, Pedal, Lock regelt ebenfalls ein Stellmotor.Foto: Max Fuchs
Analog zur Gabel ist auch im Dämpfer ein Beschleunigungs- und Lagesensor angebracht. Die drei Fahrwerksmodi Open, Pedal, Lock regelt ebenfalls ein Stellmotor.
Der Controller ist das Spiegelbild des bereits bekannten Eagle-AXS-Schalters. Eine Taste steuert die Reverb-AXS an, die andere das Fahrwerk. Durch den Automatikmodus könnte man auch komplett auf den Controller verzichten.Foto: Max Fuchs
Der Controller ist das Spiegelbild des bereits bekannten Eagle-AXS-Schalters. Eine Taste steuert die Reverb-AXS an, die andere das Fahrwerk. Durch den Automatikmodus könnte man auch komplett auf den Controller verzichten.
Damit das System weiß, wann der Fahrer pedaliert, steckt in der Kurbelwelle ein Tretsensor. Sobald der Fahrer aufhört zu treten, geht das Fahrwerk in Alarmbereitschaft, um im Falle eines Schlages blitzschnell öffnen zu können.Foto: Max Fuchs
Damit das System weiß, wann der Fahrer pedaliert, steckt in der Kurbelwelle ein Tretsensor. Sobald der Fahrer aufhört zu treten, geht das Fahrwerk in Alarmbereitschaft, um im Falle eines Schlages blitzschnell öffnen zu können.
Die Empfindlichkeit des Systems (Bias) lässt sich auch mit der AXS-App verstellen. Eine Verstellung der Lowspeed-Druckstufen ist per Handy in zehn Stufen möglich.Foto: Hersteller
Die Empfindlichkeit des Systems (Bias) lässt sich auch mit der AXS-App verstellen. Eine Verstellung der Lowspeed-Druckstufen ist per Handy in zehn Stufen möglich.
Das Flight-Attendant-Modul sitzt auf der Dämpfungskartusche der Gabel. Über drei Knöpfe wird das System bedient. Im Inneren befinden sich die Sensorik und der Motor, der die Dämpfung einstellt.Foto: Max Fuchs
Das Flight-Attendant-Modul sitzt auf der Dämpfungskartusche der Gabel. Über drei Knöpfe wird das System bedient. Im Inneren befinden sich die Sensorik und der Motor, der die Dämpfung einstellt.
Das Flight-Attendant-Modul sitzt auf der Dämpfungskartusche der Gabel. Über drei Knöpfe wird das System bedient. Im Inneren befinden sich die Sensorik und der Motor, der die Dämpfung einstellt.
Analog zur Gabel ist auch im Dämpfer ein Beschleunigungs- und Lagesensor angebracht. Die drei Fahrwerksmodi Open, Pedal, Lock regelt ebenfalls ein Stellmotor.
Der Controller ist das Spiegelbild des bereits bekannten Eagle-AXS-Schalters. Eine Taste steuert die Reverb-AXS an, die andere das Fahrwerk. Durch den Automatikmodus könnte man auch komplett auf den Controller verzichten.
Damit das System weiß, wann der Fahrer pedaliert, steckt in der Kurbelwelle ein Tretsensor. Sobald der Fahrer aufhört zu treten, geht das Fahrwerk in Alarmbereitschaft, um im Falle eines Schlages blitzschnell öffnen zu können.
Die Empfindlichkeit des Systems (Bias) lässt sich auch mit der AXS-App verstellen. Eine Verstellung der Lowspeed-Druckstufen ist per Handy in zehn Stufen möglich.

Den kompletten Vergleichstest der beiden elektronischen MTB-Fahrwerke von Fox und Rockshox aus BIKE 2/2022 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Testbericht kostet 2,99 Euro.

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