Der Kampf gegen E-Bike-Diebstahl erreicht eine neue Dimension. Bosch eBike Systems stellt auf der Consumer Electronics Show CES 2026 in Las Vegas einen digitalen Diebstahlschutz vor, der den Verkauf gestohlener Elektrofahrräder deutlich erschweren soll. Das neue Feature nutzt die Vernetzung des smarten Systems und blockiert entwendete Räder dauerhaft im digitalen Ökosystem.
Die Technologie basiert auf dem digitalen Zuordnungsprinzip, bei dem Motor, Akku und Display eindeutig registriert sind. Jede Komponente verknüpft sich mit einem konkreten Nutzerprofil. Diese Architektur ermöglicht es, gestohlene Geräte systemweit zu identifizieren und zu sperren. Das Unternehmen baut damit sein seit 2018 entwickeltes Diebstahlschutz-Portfolio aus eBike Lock, eBike Alarm und Battery Lock konsequent aus.
Die neue Funktion startet Ende Januar 2026 kostenfrei in der eBike Flow App. Nutzer können gestohlene E-Bikes oder Akkus mit wenigen Klicks als entwendet markieren. Diese Information wird zentral gespeichert und ist im gesamten digitalen Kosmos von Bosch eBike Systems abrufbar. Die eBike Flow App, das DiagnosticTool und der Bosch-Support greifen auf dieselben Daten zu.
Versuchen Gebrauchtkäufer, Fachhändler oder Behörden, eine Verbindung mit einem markierten E-Bike herzustellen, erscheint ein deutlicher Warnhinweis. Die App zeigt die Seriennummern der als gestohlen markierten Komponenten an. Eine Verbindung zur eBike Flow App wird dauerhaft blockiert. Over-the-Air-Updates und individuelle Fahrmodi-Einstellungen funktionieren nicht mehr.
Werkstätten bekommen zusätzliche Sicherheit durch das DiagnosticTool. Die Diagnosesoftware von Bosch eBike Systems zeigt einen Warnhinweis an, wenn Techniker ein als gestohlen markiertes E-Bike für einen Service anschließen. Diese Funktion soll es Dieben erheblich erschweren, gestohlene Räder durch professionelle Wartung wieder verkaufsfähig zu machen.
Die digitale Markierung lässt sich ausschließlich durch das ursprünglich registrierte Nutzerprofil entfernen. Selbst technisch versierte Diebe sollen die Sperrung nicht umgehen können, da die Information zentral hinterlegt ist. Das System will gestohlene E-Bikes praktisch unbrauchbar für den illegalen Weiterverkauf machen und erhöht gleichzeitig die Chancen auf Wiederbeschaffung.
Parallel zum privaten Diebstahlschutz führt Bosch eBike Systems erweiterte Kontrollfunktionen für gewerbliche Anwender ein. E-Bike-Sharing-Anbieter, Vermieter und Firmenfuhrparks erhalten aktive Steuerungsmöglichkeiten über das Bosch ConnectModule. Die Ferndeaktivierung der Motorunterstützung soll besonders bei nicht zurückgegebenen Leihrädern helfen.
Eine Cloud-Schnittstelle gewährt gewerblichen Nutzern zusätzlich direkten Zugriff auf wichtige Betriebsdaten: Akkustand, Reichweitenprognose, Service-Intervalle, Wartungsbedarf, GPS-Position bei aktiviertem Tracking und detaillierte Nutzungsstatistiken stehen dort zur Verfügung. Die Integration in bestehende Flottenmanagementsysteme wird dadurch möglich und soll den wachsenden Markt professioneller E-Bike-Flotten unterstützen.