DJI Avinox M1 im TestIst dieser E-Bike-Motor wirklich next level?

Florentin Vesenbeckh

 · 30.01.2026

Der DJI Avinox M1 im Rotwild R.EX.
Foto: Georg Grieshaber
​Aus dem Stand stellt DJI einen E-Bike-Motor hin, der die etablierten Player alt aussehen lässt. Stärker, leichter, aber auch besser? Wir haben den DJI Avinox M1 in Labor und Praxis getestet und mit der direkten Konkurrenz verglichen. Hier gibt’s Stärken und Schwächen des Avinox-Systems.

Der E-Bike-Motor DJI Avinox M1 setzt eine neue Benchmark: Noch nie war ein Motor so stark und gleichzeitig kompakt und leicht. Das ist mehr als beeindruckend. Die Spitzenleistung ist extrem – satte 300 Watt liegt der Avinox über dem Klassiker Bosch CX. Wer Vollgas will, kommt am DJI-Aggregat kaum vorbei. Zudem ist der Avinox leichter als sein großer Konkurrent aus Schwaben. Der Motor spart rund 270 Gramm, der Akku nochmal gut 150 Gramm – das ist relevant, aber kein Klassenunterschied.

Einen detaillierten Vergleich mit dem Platzhirsch Bosch Performance CX gibt’s in unserem ausführlichen Benchmark-Test. Dort haben wir Themen wie Reichweite, Modulation und Geräuschkulisse noch genauer beleuchtet:

Der DJI Avinox M1 im Rotwild R.EX.Foto: Georg GrieshaberDer DJI Avinox M1 im Rotwild R.EX.

Doch der Neuling aus China überzeugt nicht nur bei Power und Gewicht. Von der Software-Abstimmung über die Bedienelemente und das Touch-Display bis hin zu App und Diebstahlschutz: Avinox macht von Anfang an vieles richtig. On Top kommt das schnelle Ladegerät, das in gewissen Situationen ein echter Gamechanger sein kann.

Kleine Schwächen leistet sich der DJI-Motor beim inneren Tretwiderstand und der Geräuschkulisse. Einige unserer Testbikes klapperten deutlich aus dem Getriebe. Für manche Biker ist das irrelevant, für andere vielleicht ein Ausschlusskriterium. Das gilt auch für die Tatsache, dass die meisten Bikes mit Avinox-Motor fest verbaute Akkus haben. Doch die Varianz an Bikes mit DJI Avinox wird in den nächsten Monaten und Jahren rasant anwachsen.

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Display und Bedienung des DJI Avinox M1

Bei den Bedienelementen des Avinox-Systems gibt es keine Auswahl. Ein Touch-Display und zwei Remote-Hebel sorgen für Information und Steuerung. Das Touch-Display lässt sich auch mit Handschuh und bei Schmuddelwetter erstaunlich gut bedienen. Die Darstellung der Werte ist übersichtlich, klar und scharf. Die Ansichtsseiten können über die App umfangreich feineingestellt werden.

Das Avinox-Display lässt sich per Touch bedienen.Foto: Georg GrieshaberDas Avinox-Display lässt sich per Touch bedienen.

Besonders ist die Aufteilung in der Bedienung. Statt auf eine Remote setzt DJI auf zwei separate Drücker für links und rechts am Lenker. Über den linken Drücker kann nur die U-Stufe gewählt und die Schiebehilfe aktiviert werden. Der rechte Drücker ist optional und exklusiv zur Bedienung des Displays gedacht. Die Tasten liegen gut in der Hand und die Bedienung ist definiert und intuitiv. Die Remote-Hebel funktionieren kabellos. Das ist ein großer Vorteil, den aktuell nur wenige Bedienteile liefern.

Die Tasten des kabellosen DJI-Drückers schalten knackig und definiert, das Display kann nur über einen zweiten Drücker am rechten Griff bedient werden.Foto: Georg GrieshaberDie Tasten des kabellosen DJI-Drückers schalten knackig und definiert, das Display kann nur über einen zweiten Drücker am rechten Griff bedient werden.

​Fakten & Messwerte DJI Avinox M1

  • Spitzenleistung: 987 Watt (BIKE Messwert)
  • Max. Drehmoment: 107 Newtonmeter (BIKE Messwert)
  • Gewicht: 2575 Gramm (BIKE Messwert)
  • Akkus: 600 Wh (2887 g), 800 Wh (3784 g) (Gewichte im BIKE Labor ermittelt)
  • Range Extender: -
  • Ladegerät: 12 A (Herstellerangabe), 1100 g (BIKE Messwert)
  • Ladezeiten 800-Wh-Akku
  • von 0 auf 100 %: 2:33 Stunden
  • 1 Stunde laden: 48 %

Der DJI Avinox M1 im Detail

Die Ansichtsseiten im Display können über die App individualisiert werden, das gilt auch für die Unterstützungsstufen.Foto: Georg GrieshaberDie Ansichtsseiten im Display können über die App individualisiert werden, das gilt auch für die Unterstützungsstufen.
Die Lochscheibe am Geschwindigkeitssensor liefert eine besonders feine Auflösung.Foto: Georg GrieshaberDie Lochscheibe am Geschwindigkeitssensor liefert eine besonders feine Auflösung.In den DJI-Controller passt eine SIM-Karte. So lässt sich das Bike im Falle eines Diebstahls orten.Foto: Georg GrieshaberIn den DJI-Controller passt eine SIM-Karte. So lässt sich das Bike im Falle eines Diebstahls orten.Das Schnelladegerät fürs Avinox-System lädt rund doppelt so schnell wie ein klassischer Charger von Bosch. Echter Mehrwert!Foto: Georg GrieshaberDas Schnelladegerät fürs Avinox-System lädt rund doppelt so schnell wie ein klassischer Charger von Bosch. Echter Mehrwert!

Stärken & Schwächen DJI Avinox M1

Stärken

  • extreme Power
  • leicht und kompakt
  • intuitive Bedienung im
  • wertigen Gesamtsystem
  • gute Reichweite
  • schnelles Ladegerät

Schwächen

  • teils Klappergeräusche aus dem Getriebe
  • meist fest verbaute Akkus

BIKE Fazit zum DJI Avinox M1

Ja, der DJI Avinox M1 setzt eine neue Benchmark. Mehr als genug Power, geringes Gewicht und kompakte Form - diese Kombi gibt es kein zweites Mal. Dazu überzeugt das Gesamtpaket mit guter Reichweite und intuitiver Bedienung. - Florentin Vesenbeckh, stv. Chefredakteur BIKE Magazin
Florentin Vesenbeckh hat in den letzten Jahren nahezu allen neuen E-Bike-Motoren auf den Zahn gefühlt und die relevanten Modelle auch durchs Labor geschleust. Als Testredakteur für BIKE hat er weit über 200 verschiedene E-Mountainbikes ausführlich getestet.Foto: Max FuchsFlorentin Vesenbeckh hat in den letzten Jahren nahezu allen neuen E-Bike-Motoren auf den Zahn gefühlt und die relevanten Modelle auch durchs Labor geschleust. Als Testredakteur für BIKE hat er weit über 200 verschiedene E-Mountainbikes ausführlich getestet.

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