Avinox DP200Neues Lenkerdisplay bündelt Motorsteuerung und Schaltung

Florentin Vesenbeckh

 · 16.09.2026

Das neue Avinox DP200 kombiniert Bedieneinheit mit einem kompakten Display direkt am Lenker.
Foto: Avinox
Avinox erweitert sein E-Bike-System mit dem DP200 um eine kompakte Anzeige- und Bedieneinheit für den Lenker. Das 1,4 Zoll große Farbdisplay vereint Fahrdaten, Motorsteuerung und bei kompatiblen Antrieben auch die Schaltbedienung. Besonders an weniger sportlichen E-Bikes und in preisbewussteren Ausstattungen könnte das Konzept interessant werden.

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​Fazit der Redaktion

Das Avinox DP200 ist vor allem eine alternative Integrationslösung. Statt großem Oberrohrdisplay und separaten Bedienelementen bündelt es Anzeige, Motorsteuerung und optional die Schaltung direkt am Lenker. Erfahrungsgemäß finden solche Lösungen eher an günstigen E-Bikes und im City- und Trekkingbereich Platz. Im sportlichen Segment könnte die Bedienung der Schaltung mit der linken Hand auf Gegenwind stoßen.


Mit dem Avinox DP200 Control Display ergänzt der E-Bike-Antriebshersteller sein bisheriges Display-Angebot. Während die Avinox-Screens an den Bikes mit dem Top-Aggregat Avinox M2S oder dem günstigeren M2 bislang im Oberrohr integriert wurden, wandert das DP200 direkt an den Lenker. Dort kombiniert es Bildschirm und fünf physische Tasten in einem Bauteil.

Für Hersteller erweitert das die Möglichkeiten bei Konstruktion und Ausstattung. Sie können weiter auf ein größeres, fest im Oberrohr sitzendes Display mit separaten kabellosen Bedienelementen setzen. Oder sie wählen das DP200 als kompaktere Kombi-Lösung. Welche Variante sinnvoller ist, hängt weniger von einem grundsätzlichen Qualitätsurteil als vom Einsatzzweck, dem gewünschten Cockpit-Look und der Preisposition eines E-Bikes ab.

Die wichtigsten Fakten zum Avinox DP200

Avinox DP200 Control Display
MontageDirekt am Lenker, nahe dem linken Griff
Bildschirm1,4 Zoll großes Farb-LCD mit Touch-Funktion
IndividualisierungAnsichtsseiten über App, Tastenbelegung direkt am Display
BedienelementeFünf physische Tasten
BedienungUnterstützung, Schaltung, Licht, Schiebehilfe und Datenseiten, teils per langem Tastendruck
SchutzEntspiegelte, kratzfest behandelte Oberfläche, Schutzart IP56
SchaltintegrationFür automatische Schaltfunktionen mit speziellen TRP-Kettenschaltungen oder Lofandi-Nabenschaltungen
VernetzungApple „Wo ist?“, Entsperren per Apple Watch und Fahrstatus auf der Uhr laut Avinox

Das DP200 ist vor allem ein Baustein für Fahrradhersteller, nicht zwingend ein Display für eine bestimmte Bike-Kategorie. Beim bisherigen Avinox-Konzept sitzen Anzeige und Touch-Bedienung im Oberrohr, während die Steuerung am Lenker über zwei separate Einheiten erfolgt. Bei den für 2027 vorgestellten Cube Stereo Hybrid One44 mit Avinox-Antrieb ist genau diese Oberrohr-Integration vorgesehen. Auch sonst sind bisher alle Avinox-Bikes auf diese klassische Kombi ausgelegt.

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Das DP200 fasst diese Funktionen nun räumlich zusammen. Der Bildschirm sitzt direkt neben dem Griff, die Tasten sind mit dem Daumen erreichbar. Damit lassen sich Unterstützungsstufe, Licht, Schiebehilfe und bei passenden Antriebskonfigurationen auch die Schaltung über eine einzige Einheit steuern.

Besonders ist dabei die Integration der Schaltung, die klassischerweise rechts am Lenker sitzt. Gerade für versierte Mountainbiker, die seit vielen Jahren einen Schalthebel am rechten Griff gewohnt sind, könnte das sehr gewöhnungsbedürftig sein.

Für Marken dürfte die Lösung deshalb auch wirtschaftlich interessant sein: Ein kompaktes Kombi-Display kann eine aufwendigere Mischung aus großem Oberrohrdisplay und separaten Funktastern ersetzen. Ob sich daraus in der Praxis tatsächlich ein Preisvorteil für Käuferinnen und Käufer ergibt, hängt aber von der Kalkulation des jeweiligen Herstellers ab.

Fünf Tasten für die zentralen Funktionen

Am DP200 sitzen zwei Wippen, ein separater Ein-/Aus-Schalter und der Touchscreen. Laut Avinox steuern die oberen Tasten standardmäßig die Unterstützungsstufe, die unteren den Gangwechsel an kompatiblen Elektro-Schaltungen. Über lange Tastendrücke sollen sich außerdem Boost-Modus, Licht und Schiebehilfe aufrufen, und auch durch die Ansichtsseiten des Screens steuern lassen. Die Tasten für die Unterstützung lassen sich nach Herstellerangabe zudem anpassen. Und zwar direkt im Menü des Displays.

Die physischen Tasten dürften im Alltag wichtiger sein als die Touch-Funktion. Wer die Unterstützungsstufe verändert oder das Licht einschaltet, braucht keinen Griffwechsel. Das ist auf dem täglichen Weg zur Arbeit ebenso angenehm wie bei einer entspannten Tour. Allerdings muss sich die Ergonomie erst im Praxiseinsatz beweisen: Entscheidend wird sein, wie eindeutig die Tasten mit dicken Handschuhen, bei Nässe und ohne hinzusehen zu treffen sind.

Kleine Anzeige mit bewusst begrenztem Anspruch

Der 1,4-Zoll-Bildschirm ist ein vollfarbiges LCD mit Touch-Bedienung. Avinox nennt eine hohe Helligkeit für direkte Sonne sowie eine entspiegelte und kratzfest behandelte Oberfläche. Die Schutzklasse IP56 steht für einen weitgehenden Staubschutz und Schutz gegen starkes Strahlwasser. Regen und Schlammfahrten sollte das Gehäuse also verkraften, zum Untertauchen ist es nicht gedacht.

Die kleine Displayfläche ist ein klares Merkmal des Konzepts. Für Tempo, Akkustand, Unterstützungsmodus und einzelne Fahrwerte dürfte sie genügen. Wer viele Trainingsdaten oder eine detaillierte Kartenansicht direkt am Fahrrad ablesen möchte, profitiert dagegen eher von einem größeren Display im Oberrohr oder einem zusätzlichen Navigationsgerät.

Schaltintegration nur mit passenden Komponenten

Besonders umfangreich wird die Funktion des DP200, wenn ein Fahrrad mit einer kompatiblen elektronischen Schaltung wie der TRP E.A.S.I. für Aviniox ausgestattet ist. Dann sollen die unteren Tasten nicht nur Gänge wechseln, sondern auch Funktionen wie automatisches Herunterschalten beim Halt und eine anfahrfreundliche Übersetzung unterstützen. Welche Fahrradmarken und Modelle das DP200 künftig mit diesen Komponenten kombinieren, hat Avinox bislang nicht kommuniziert.

Für Bikes mit konventioneller Kettenschaltung bleibt das DP200 somit in erster Linie eine kompakte Einheit für Motorsteuerung und Fahrdaten. Erst eine passende, systemintegrierte Schaltung macht daraus ein vollständiges Bedienzentrum.

Apple „Wo ist?“ als zusätzlicher Komfortbaustein

Avinox integriert das DP200 in Apples „Wo ist?“-Netzwerk. Damit soll sich ein kompatibles E-Bike über die bekannte Apple-App orten lassen, ohne dass zusätzlich ein separater Tracker montiert werden muss. Wie Apples „Wo ist?“ funktioniert und wie gut eine Suche klappt, hängt damit auch von der Umgebung und der Zahl erreichbarer Geräte ab.

Die Funktion kann im Diebstahlfall hilfreich sein, verhindert jedoch keinen Diebstahl und ersetzt weder ein stabiles Schloss noch eine passende Versicherung. Auch die von Avinox genannte Entsperrung per Apple Watch ist vor allem eine Komfortfunktion. Für Android-Nutzerinnen und Android-Nutzer entfällt dieser Apple-spezifische Mehrwert.


Schalten mit links, wäre das für Euch eine Alternative? Bevorzugt ihr am E-Bike ein separates Display, oder eine Kombi-Lösung wie das DP200? Diskutiert mit in den Kommentaren.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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