Neue Sram MavenBessere Dosierbarkeit für Srams Benchmark-Scheibenbremse

Max Fuchs

 · 24.02.2026

Die neue Sram Maven ist da! Im Zentrum des Updates stehen neben der feinfühligeren Kraftentfaltung auch neue Hebelmaterialien und Designs.
Foto: Max Fuchs
Die Sram Maven B1 im Detail.
In Sachen Bremspower gilt die Sram Maven als Benchmark im Scheibenbremsen-Segment für Mountainbikes. Für die Saison 2026 schärft Sram sein Erfolgsmodell noch einmal nach: Die brachiale Power bleibt, soll aber deutlich besser dosierbar sein. Parallel dazu führen die Amerikaner neue Hebel und unterschiedliche Hebelmaterialien ein. Hier findet ihr alle Details – und den ersten Praxistest.

Sram hebt seine Maven-Scheibenbremsfamilie auf die nächste Evolutionsstufe. Im Zentrum des Updates steht eine feinfühligere Kraftentfaltung. Die maximale Bremsleistung bleibt laut Sram unverändert. Damit reagieren die Amerikaner gezielt auf das Feedback aus der Presse und von Profi-Athleten. Denn vor knapp zwei Jahren stürmte die Maven A1 die Mountainbike-Bühne mit einer regelrechten Brems-Explosion: Begeisterung pur über die noch nie dagewesene Power, doch bei der Dosierbarkeit gab es noch Luft nach oben. Das Update - die neue Maven B1 - soll nun das Beste aus beiden Welten liefern: kompromisslose Power und perfekte Dosierbarkeit.

​Dank des spürbar geringeren Losbrechmoments des Hebels nähern sich die Beläge deutlich gefühlvoller der Scheibe. Zieht man stärker, entfaltet die Bremse dennoch die gewohnte, unbestechliche Maven-Power. Jetzt, wo Sram sein Brems-Monster gezähmt hat, agiert die Maven viel intuitiver, und die Bremskraft lässt sich endlich effektiv nutzen. Bravo! - Max Fuchs, BIKE Testredakteur
Herzstück der neuen Sram Maven: der überarbeitete SwingLink in gold. Dabei handelt es sich um eine Art Umlenkhebel der die Kraft vom Bremshebel auf den Geberkolben überträgt. Verändert man die Hebelgeometrie dieses Swinglinks, verändert sich die Kraftentfaltung der Bremse.Foto: Sven MartinHerzstück der neuen Sram Maven: der überarbeitete SwingLink in gold. Dabei handelt es sich um eine Art Umlenkhebel der die Kraft vom Bremshebel auf den Geberkolben überträgt. Verändert man die Hebelgeometrie dieses Swinglinks, verändert sich die Kraftentfaltung der Bremse.

In Sachen Formsprache bleibt der Thronfolger seinem Vorgänger treu. Auch die Griffweitenverstellung und Leerwegeinstellung sind gleichgeblieben. Die SwingLink-Hebel-Technologie ist ebanfalls weiter an Bord, nun allerdings mit einem höheren Übersetzungsverhältnis. Zu Beginn des Hebelwegs braucht man so nur noch halb so viel Fingerkraft, um das Losbrechmoment des Hebels zu überwinden. Das erleichtert die Dosierung des Initialbisses und die Beläge liegen nicht mehr so abrupt an wie beim Vorgänger.

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Kleinere Kolben für Sram Maven B1

Neben dem Feintuning am SwingLink hat Sram auch den Vierkolben-Bremssattel überarbeitet. Während die Maven A1 noch auf Kolben mit 19,5 und 18 Millimetern setzte, schrumpft der Kolbendurchmesser bei der B2-Variante einheitlich auf 18 Millimeter. So harmoniert die neue SwingLink-Übersetzung perfekt mit dem hydraulischen Übersetzungsverhältnis.

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Während die Maven A1 noch auf Kolben mit 19,5 und 18 Millimetern setzte, schrumpft der Kolbendurchmesser bei der B1 einheitlich auf 18 Millimeter. Dieser Kniff sorgt dafür, dass die neue SwingLink-Übersetzung perfekt mit dem hydraulischen Übersetzungsverhältnis harmoniert.Foto: Max FuchsWährend die Maven A1 noch auf Kolben mit 19,5 und 18 Millimetern setzte, schrumpft der Kolbendurchmesser bei der B1 einheitlich auf 18 Millimeter. Dieser Kniff sorgt dafür, dass die neue SwingLink-Übersetzung perfekt mit dem hydraulischen Übersetzungsverhältnis harmoniert.

​Modellübersicht

ModellnameSram Maven Ultimate B1Sram Maven Silver B1Sram Maven Bronze B1
Bremshebel-MaterialCarbonAluminium – geschmiedet, CNC-gefrästAluminium – geschmiedet
Griffkörper-MaterialGeschmiedetes AluminiumGeschmiedetes AluminiumGeschmiedetes Aluminium
Bremssattel-MaterialGeschmiedetes AluminiumGeschmiedetes AluminiumGeschmiedetes Aluminium
EntlüftungBleeding EdgeBleeding EdgeBleeding Edge
Schrauben-MaterialTitanEdelstahl (schwarz)Edelstahl
FarbeKlar eloxiertGlänzend schwarz eloxiertMattschwarz eloxiert
Kontaktpunkt-EinstellungJaJaNein
Griffweiten-EinstellungOhne WerkzeugOhne WerkzeugWerkzeuglos
HydraulikflüssigkeitSRAM MineralölSRAM MineralölSRAM Mineralöl
HebelgelenkLagerKugellagerGleitlager
Bremsbelag-TypOrganisch auf Stahl-TrägerplatteOrganisch auf Stahl-TrägerplatteSintermetall auf Stahl-Trägerplatte
KolbenmaterialPhenolischer KunststoffPhenolischer KunststoffPhenolischer Kunststoff
Kolbenanzahl444
Gewicht363 g379 g381 g

Neue Hebel und frisches Finish

Die verbesserte Dosierbarkeit ist nur eine der Neuerungen des Maven-Updates – Ultimate-, Silver- und Bronze-Modelle erhalten zudem alle neue Bremshebel und ein frisches Finish. Das Topmodell Maven Ultimate ersetzt den Alu-Hebel des Vorgängers durch ein leichteres Carbon-Pendant. Die Maven Silver setzt weiterhin auf geschmiedete Hebel. Neu sind dabei die kleinen Ausfräsungen, um Gewicht zu sparen. Die Maven Bronze teilt die geschmiedete Hebelarchitektur der Silver, verzichtet jedoch auf die Gewichtssparmaßnahmen und tauscht das Stealth-Grau des Vorgängers gegen ein schwarzes Eloxal-Finish. Die Stückpreise liegen bei 325 Euro für die Maven Ultimate, das Silver-Modell kostet 290 Euro. Die Maven Bronze wird nach wie vor nur an Komplettbikes spezifiziert und nicht einzeln verkauft.

​Maven B1 Hebel-Tuning-Kits

Das Das B1-SwingLink-Kit ist mit den älteren Maven Modellen Ultimate, Silver und Bronze rückwärtskompatibel. Das Nachrüstkit mit Carbon-Hebeln (im Bild) kostet 120 Euro.Foto: SramDas Das B1-SwingLink-Kit ist mit den älteren Maven Modellen Ultimate, Silver und Bronze rückwärtskompatibel. Das Nachrüstkit mit Carbon-Hebeln (im Bild) kostet 120 Euro.

Auch gut: Nicht nur die neueste Maven-Generation profitiert von der optimierten B1-SwingLink-Architektur und den neuen Hebelmaterialien. Das B1-SwingLink-Kit ist vollständig rückwärtskompatibel, sodass Fahrer der Maven Ultimate, Silver oder Bronze der ersten Generation die Dosierbarkeit ihrer Bremsen deutlich verbessern können. Je nach Ausführung und Material des Bremshebels kostet das Nachrüstkit zwischen 75 und 120 Euro.

Vorsicht: Kombiniert man das B2-Tuning-Kit mit dem Bremssattel eines A1-Modells, kann das etwas größere Kolbenvolumen zu einem längeren Hebelleerweg führen. Im Gegenzug steigt die maximale Bremskraft durch die höhere mechanische Hebelübersetzung des neuen SiwngLinks.

​Test und Fazit: Die Maven Ultimate B1 in der Praxis

Max Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Das Yeti SB165 musste als Testbike für die Sram Maven Ultimate B1 herhalten.Foto: Sven MartinMax Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Das Yeti SB165 musste als Testbike für die Sram Maven Ultimate B1 herhalten.

An meine Jungfernfahrt mit Srams Debüt-Maven erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Mit dem Lift ging es bergauf, dann über einen Schotterweg leicht bergab zum Trail-Einstieg. Vor mir zeichnete sich eine sanfte Linkskurve ab. Ich zog sachte am Hebel – und zack: Das Vorderrad blockierte, und ich wäre auf dem Pipfax-Transferstück fast gestürzt.

Mit der Zeit gewöhnte ich mich an die beinahe übernatürlichen Bremskräfte. Auf langen Abfahrten, wenn die Finger müde werden, entwickelte sich der Power-Überschuss sogar zu einem echten Gamechanger. Auf losem und rutschigem Untergrund bevorzugte ich allerdings nach wie vor Modelle, die nicht so früh dermaßen viel Bremskraft freisetzten, auch wenn dafür insgesamt weniger Power zur Verfügung stand. Diesen Kompromiss muss ich mit der neuen Maven nicht mehr eingehen.

Dank des spürbar geringeren Losbrechmoments des Hebels nähern sich die Beläge deutlich gefühlvoller der Scheibe. Zieht man stärker, entfaltet die Bremse dennoch die gewohnte, unbestechliche Maven-Power. Jetzt, wo Sram sein Brems-Monster gezähmt hat, agiert die Maven viel intuitiver, und die Bremskraft lässt sich endlich effektiv nutzen. Bravo!

Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

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