Specialized Turbo Vado 3 IGHSpecialized läutet Automatik-Zeitalter ein

Florentin Vesenbeckh

 · 14.07.2026

Kein Schaltwerk, keine Kassette - weniger Wartungsstress. Das gibt's jetzt auch am Specialized Vado 3 IGH.
Foto: Specialized
Das neue Vado 3 von Specialized ist ein edles E-Bike für Alltag und Touren. Die neuen IGH-Varianten sollen den Komfort auf ein neues Level heben. Dafür gibt’s einen Riemenantrieb und die Enviolo Automatic Getriebenabe.

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Einschätzung der Redaktion

Getriebeschaaltungen und Riemenantriebe liegen bei E-Bikes voll im Trend. Und zwar zu Recht, denn sie maximieren Komfort und minimieren Stress. Gerade zu einem hochwertigen Alltags-E-Bike wie dem Specialized Vado 3 passt dieses Konzept hervorragend. Die Erweiterung der Palette ist also ein logischer Schritt. Die Automatikschaltung bleibt allerdings dem empfindlich teuren Topmodell vorbehalten.


Specialized erweitert die neue Turbo-Vado-3-Familie um drei neue Varianten mit integrierter Nabenschaltung und Riemenantrieb. Die Modelle 6.0, 5.0 und 4.0 – jeweils mit dem Kürzel IGH (Integrated Gear Hub) versehen – richten sich an Alltagspendler und Gelegenheitsreisende, die Wartungsarmut und Komfort über maximale Schaltperformance stellen.

Riemen statt Kette, Nabe statt Kassette

Allen drei neuen Modellen gemeinsam ist der Antriebsstrang: Ein Gates-Carbon-Drive-Riemen ersetzt die klassische Kette. Das System gilt als wartungsärmer, schmutzunempfindlicher und leiser als konventionelle Kettenantriebe. Das regelmäßige Schmieren der Kette entfällt komplett. Kombiniert ist der Riemenantrieb mit einer Enviolo-Nabenschaltung, die eine Übersetzungsbandbreite von 380 Prozent bietet.

Das Schalten selbst funktioniert dabei modellabhängig unterschiedlich: Beim 6.0 IGH übernimmt eine Automatikfunktion die Gangwahl – die Schaltung reagiert selbstständig auf Fahrsituation und Geschwindigkeit und soll so für sanfte, unterbrechungsfreie Beschleunigung vom Stand bis zur Höchstgeschwindigkeit sorgen. Der Fahrer kann dabei seine gewünschte Trittfrequenz individuell auswählen, die Schaltung erledigt den Rest. Bei den Modellen 5.0 und 4.0 IGH wird hingegen manuell über einen Enviolo-Drehgriff (Twist Display Pure Pro) geschaltet. Das Schalten passiert in beiden Fällen stufenlos.

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Antrieb und Akku

Der Specialized-3.1-Motor mit 105 Nm Drehmoment und 810 Watt Spitzenleistung treibt alle drei Varianten an. Als Energiequelle dient ein in den Rahmen integrierter 840-Wh-Akku, den Specialized mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern angibt – wobei dieser Wert naturgemäß stark von Terrain, Unterstützungsstufe und Fahrergewicht abhängt.

Das Laufradkonzept ist ein sogenanntes Mullet-Setup: vorne rollt ein 29-Zoll-Rad, hinten ein 27,5-Zoll-Rad. Als Bereifung kommt der Specialized Infinity Flat Resistant Touring in der Breite 2,3 Zoll zum Einsatz – ausgestattet mit Reflexelementen für bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr.

Preise und Ausstattungsunterschiede

Die drei Modelle unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in wesentlichen Ausstattungsdetails. Das 6.0 IGH für 7899 Euro erhält eine Rock-Shox-Psylo-Federgabel mit 90 Millimetern Federweg sowie ein ergonomisches Cockpit mit 2,2-Zoll-Farbtouchscreen. Ein digitales, schlüsselloses Schloss sichert den Akku, und eine kabellose Quad-Lock-Handyhalterung ist serienmäßig verbaut. Zusätzlich ist Apple „Wo ist?" integriert.

Das 5.0 IGH für 5999 Euro setzt auf eine SR-Suntour-Federgabel und verzichtet auf den Touchscreen zugunsten eines ebenfalls farbigen, aber konventionell bedienten Cockpit-Displays. Das Schloss ist hier schlüsselgesichert (Abus), die Quad-Lock-Halterung optional erhältlich. Apple „Wo ist?" ist auch hier an Bord.

Das Einstiegsmodell 4.0 IGH kostet 4999 Euro und teilt sich Gabel und Grundausstattung mit dem 5.0, verfügt jedoch über ein separates Display am Vorbau mit integriertem USB-C-Ladeanschluss für das Smartphone. Auf eine dedizierte Handyhalterung oder kabellose Lademöglichkeit wird verzichtet.

Alle Modelle sind serienmäßig mit einem MIK-HD-Gepäckträger (27 kg Traglast), langen Schutzblechen aus Metall, einem verstellbaren Ständer, Vorder- und Rücklicht sowie einer Klingel ausgestattet. Das Vorderlicht stammt beim 6.0 von Supernova (bis zu 800 Lumen), beim 5.0 und 4.0 von Lezyne (500 Lumen).

Verfügbarkeit und Farben

Das Vado 3 6.0 IGH ist in den Farben Gloss Warm Smoke Metallic/Satin Brushed Chrome und Gloss Agave Grey/Black Pearl erhältlich. Das 5.0 IGH kommt in Gloss Amethyst Frost Metallic/Bordeaux Metallic sowie Gloss Metallic Obsidian/Dolomite Metallic. Für das 4.0 IGH stehen Gloss Pacific Blue/Dune White, Gloss Nebula Metallic/Silver Dust und Gloss Sandstone Metallic/Warm Smoke Metallic zur Wahl. Alle Modelle werden in den Rahmengrößen S, M, L und XL angeboten.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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