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| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Fahrverhalten | 2,0 |
| Labor | 2,4 |
| Ausstattung | 1,4 |
| Endnote | 1,9 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Federweg | 130 mm |
| Laufradgröße | 29"/622mm |
| Gewicht | 12.5 kg |
| Gabel | Fox Float 34 SL Factory |
| Dämpfer | Fox Float SL Factory |
| Schaltung | Shimano XT Di2 |
| Bremse vorne | Shimano XT BR-M 8220 |
Das Transition Spur war seiner Zeit voraus. Mitte 2020 stellten die Amerikaner das kurzhubige Trailbike erstmals vor. Die V2-Neuauflage ließ volle sechs Jahre auf sich warten. Nicht etwa weil das Konzept “wenig Federweg, Trailbike-Attitüde” ein Rohrkrepierer war - im Gegenteil! Wer das Spur einmal ausprobiert hatte, wurde vermutlich ein Fan. Auch BIKE lobte bereits im Test 2020 die Allround-Eignung des Transition und - so viel darf vorab verraten werden - spricht dem Nachfolger sechs Jahre später genau dafür wieder ein dickes Lob aus.
Erleben wir hier also ein Deja-Vu? Alles schon dagewesen? Wie kann es sein, dass ein Bike mit so wenig Hub Trail-Enthusiasten weltweit immer noch überzeugt? Trailbikes ohne Motor stecken in einer Sinnkrise. In Deutschland interessiert sich kaum noch jemand für Bikes mit maximal 140 Millimetern Gabelfederweg und Gewichten jenseits der 14 Kilo. Wir glauben: Downcountry könnte die Nische sein, über die Trailbikes zu neuer Blüte gelangen und haben dem neuen, nur 12,5 Kilo schweren Transition Spur V2 deshalb gehörig auf den Zahn gefühlt.
Das Transition Spur V2 ist weder Racer noch Downhill-Ballermann und trotzdem ein verdammt gutes Mountainbike. Auch wenn der Preis erst einmal abschreckt: Die Investition kann sich lohnen. In bester Downcountry-Manier geht das kurzhubige Spur sportiv-beherzt bergauf und nimmt es trotzdem mit jedem Trail auf. So vielseitig und performant waren Trailbikes noch nie - was für eine geile Zeit am Leben zu sein! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Das neue Transition Spur V2 kombiniert 130 Millimeter an der Gabel mit 120 Millimetern am Dämpfer. Diese Werte unterscheiden es kaum noch von einem modernen Cross-Country-Bike. Neue XC-Interpretationen, wie das Scott Spark RC oder auch das extraleichte Specialized Epic 9 sind ebenfalls für eine 130er Gabel freigegeben. Selbst in der Geometrietabelle haben sich Trail- und Cross-Country-Bikes inzwischen angenähert. In der hohen Flip-Chip-Einstellung liegt der Lenkwinkel des Spur auf Augenhöhe mit Racebikes, wie den Canyon Lux World Cup oder dem Santa Cruz Spur. Einen grundlegenden Unterschied gibt es aber: Das Transition tauscht die Option auf einen zweiten Flaschenhalter gegen ein kurzes Sitzrohr. Mit einer so geringen Überstandshöhe können die XC-Fullys nicht dienen.
Aus unserer Testerfahrung wissen wir: Ein Trailbike mit knappem Hub macht nur Freude, wenn es auch leicht ist. Transition spart sich im Hinterbau deshalb ein Lager und setzt auf ein Flex-Pivot-Design. Unser Testbike Spur XT Di2 bringt es in Rahmengröße XL, ohne Pedale und Zubehör auf 12,5 Kilo - ein guter Wert im Vergleich mit klassischen Trailbikes. Dabei ermogelt sich das Bike keine faulen Gramm: Die Reifen mit Exo+-Karkasse und Shimano XT Vierkolben-Bremsen plus Di2-Funkschaltung sind voll Trail-tauglich. Von der langen One-Up-Dropper-Post mit 210 Millimetern Hub über einen Carbon-Lenker bis zu den ODI-Griffen ist auch der Rest der Ausstattung ist bis ins Detail hochwertig gewählt.
Eine lebenslange Garantie auf den Rahmen gibt’s obendrauf. In der BIKE-Bewertung der Servicefreundlichkeit sahnt das Transition Spur V2 so richtig ab. Klassisch innen verlegte Züge, ein geschraubtes Tretlager und großzügige Rahmen-Protektoren können bei Schraubern punkten. Praktisch für die lange Runde: Im Unterrohr sitzt ein Rahmenstaufach mit zwei Werkzeugtaschen und unterm Oberrohr ein Tool-Mount. Die Verarbeitungsqualität kann sich sehen lassen. Überzeugen kann auch das Rahmendesign mit der geraden Linie zwischen Oberrohr und Sitzstreben: Selten sah ein Bike in Größe XL so scharf aus. So und nicht anders sollte das für knapp 8000 Euro sein!
Modern und zentral nimmt der Fahrer auf dem Transition Spur V2 Platz. Der Sitzwinkel steht effizient steil aber auch für flache Transferstücke noch nicht zu steil. Der geräumige Reach schafft in Kombination mit dem eher flachen Stack eine sportliche Sitzposition. Racer können das Cockpit ordentlich flachlegen, für den Trail-Einsatz entschieden wir uns dazu alle Spacer unter den Vorbau zu packen und freuten uns über den Riser-Lenker. Unter Pedaldruck wippt das Spur V2 nur wenig. Das macht fast schon Lust auf einen Plattform-Remote am Lenker oder eine elektronische Steuerung a la Rockshox Flight Attendant, um das letzte Quäntchen Effizienz aus dem Fahrwerk zu kitzeln. Auch so müssen sich Trailbiker aber nicht vor großen Verlusten durchs Fahrwerk fürchten.
Was klingt, wie ein platter Werbespruch ist im Test des Transition Spur V2 XT Di2 tatsächlich so passiert: Morgens mit 27er Schnitt über den Radweg zur Arbeit heizen, abends den KOM auf dem Lieblings-Haustrail knacken. Das Spur besitzt einen großen Einsatzbereich, der es sowohl von ausgezehrten Race- als auch pfundig-behäbigen Trailbikes unterscheidet. Es scheint als würde Transition unter dem Downcountry-Label einlösen, was schon viele Hersteller versprochen haben: Ein Bike für alle Bedürfnisse eines waschechten Mountainbikers.
Im Downhill boxt das Transition Spur V2 XT Di2 ganz klar oberhalb seiner Gewichtsklasse. Wir legten den Flip-Chip in die flache Einstellung um und jagten das kurzhubige Bike über die anspruchsvollsten Trails, die wir finden konnten. Das Spur macht alles mit. Mit High-End-Fahrwerkskomponenten von Fox und einem leistungsstarken Hinterbau besitzt das Bike erstaunlich viele Reserven für ein Bike mit so wenig Federweg. Das Heck zeigt sich ausreichend sensibel, sehr kontrolliert im mittleren Hub und verdaut dank perfekt abgestimmter Endprogression auch richtig harte Einschläge. Dazu passt auch der Charakter der Fox 34 SL Grip X Gabel. Sie steht vergleichsweise hoch im Federweg und verliert nie die Beherrschung. Ein angenehmer Gegenhalt im Fahrwerk lädt zu einer aktiven Fahrweise ein. So behält sich das Spur etwa im Vergleich zum ähnlich leichten Last Asco eine etwas sportlichere Persönlichkeit.
Die Downhill-Eignung verdankt das Transition Spur V2 aber auch seiner Geometrie. Anfangs braucht es etwas Eingewöhnungszeit, um das Handling des langen Bikes zu beherrschen. Ganze 30 Millimeter mehr Reach als etwa das Lux Trail Downcountry-Bike von Canyon in gleicher Rahmengröße verhelfen dem Transition zu Laufruhe, wollen aber auch erst einmal gemanaget werden. Fahrtechnik-Anfänger könnten sich da schon mal schwertun. Wer sich einmal aufs lange Spur eingeschossen hat, wird aber mit einem schier grenzenlos souveränen Handling belohnt und kann mit Vollgas durchs Gelände schießen, fast als säße er auf einem Enduro.
Steilabfahrten würdigt das Transition Spur V2 dank sicherem Stand im Bike und kurzem Sitzrohr inklusive langem Dropper-Hub mit einem Schulterzucken. Die XT-Bremsen haben Power und die Maxxis Forekaster Reifen bringen trotz hoher Roll-Effizienz genügend Grip mit. Klar könnte man das Bike mit einem noch fetteren Gummi am Vorderrad und einer etwas steiferen Fox 36 SL noch mehr Richtung Downhill trimmen. Nötig hat es das Spur nicht wirklich. Um es aus der Komfortzone zu locken, braucht es auch im Werkstrimm schon richtig hartes Gelände. Wird es den ganzen Tag über große Felsblöcke geprügelt, verlangt das sportiv-straffe Bike nach mehr Fitness als die fliegenden Teppiche der Trailbike-Kategorie.
Wie seht ihr das: Wie wichtig sind euch Federwegsreserven an einem Trailbike? Darf’s bei geeigneter Geometrie auch etwas weniger sein?

Redakteur
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