Lange irrte ich durch unseren Testkeller auf der Suche nach dem perfekten Dauertest-Partner, doch bei keinem meiner Bike-Dates wollte der Funke überspringen – Trailbikes, All Mountains, Light-E-MTBs, alles ausprobiert. Aber schon beim kleinsten Makel erstickte ich die aufglimmenden Flämmchen im Keim. Bis das neue Pivot Trailcat SL im Portal der Trailbike-Partnersuche landete und ich spürte: Das könnte was werden mit uns.
Der erste Check des Profils ergab direkt ein Match: Mit 140 Millimetern Federweg an der Gabel und 120 Millimetern am Heck versprach das Trailcat SL effizient zu klettern und dabei in der Abfahrt nicht zu schnell ans Limit zu kommen. Für den Einsatz auf meinen welligen Hometrails und für ausgedehnte Alpen-Touren ideal. Den DW-Link Hinterbau kannte ich bereits aus anderen Modellen. Das System mit virtuellem Drehpunkt arbeitet zu Beginn des Federwegs besonders sensibel und mündet dann in eine straffe Endprogression.
Auch an der Geometrie hat Pivot gearbeitet. Das Trailcat SL ist etwas moderner als sein Vorgänger Trail 429. Flacherer Lenkwinkel (65,8 Grad), etwas mehr Reach (480 mm) und insgesamt mehr Länge (1226 mm). Der bisher sehr flache Sitzwinkel fällt nun mit 76 Grad etwas steiler aus, was dem typischen Gefühl des „Von-hinten-Tretens“ bei Pivot-Bikes entgegenwirkt. Geblieben ist der ausgeprägte Spieltrieb: Dank kurzer Kettenstreben und insgesamt nicht zu flacher Geometrie tänzelt das Pivot schon beim ersten Kennenlernen flink übers Trails-Parkett im Bayerischen Wald.
Ausgestattet ist das Trailcat funktional aber wenig glamourös: M-1900-Laufräder von DT Swiss, ein Fahrwerk aus der Performance-Klasse von Fox und Sram-DB8-Bremsen – die schon seit Testbeginn mit Bremskraft geizen. Der GX-Transmission-Antrieb ist dagegen auf Höhe der Zeit.
Schon nach der ersten Ausfahrt habe ich den flachen Lenker und den 55-Millimeter-Vorbau gegen ein kürzeres und höheres Cockpit von Deity getauscht. Die neue Lenker-Vorbau-Kombi mit nur noch 40 Millimetern Länge nimmt etwas den Druck von der Front und entschärft die leicht frontlastige Sitzposition.
Als nächstes wird wohl der Reifen am Heck weichen müssen. Der serienmäßig aufgezogene Maxxis Dissector hat mir mit seiner schwachen TR-Karkasse schon diverse Pannenstopps eingehandelt. Überhaupt sind wurzelige Waldpfade mehr das Metier des Trailcat als felsdurchsetzte Dolomiten-Trails, an denen sich vor allem der Hinterbau früh die Zähne ausbeißt.
Für den kommenden Saisonstart habe ich nun auf eine neue Reifenkombi gewechselt. In unserem letzten Trail-Reifen-Test habe ich mich vor allem mit der Kombi aus Continental Kryptotal FR vorne und Magnotal hinten angefreundet.
Das Duo liefert zuverlässige Führung an der Gabel und ordentlichen Vortrieb am Heck. Zudem verspreche ich mir vor allem am Hinterreifen etwas besseren Pannenschutz als bisher. Ob ich mit meiner Wahl zufrieden bin, erfahrt im nächsten Dauertest-Update.