Stahl, Handarbeit, Kleinserie: Kein Bike von der Stange, sondern britische Rahmenbau-Romantik. Im handgefertigten Stahlrahmen steckt ein 32-Zoll-Vorderrad und ein 29-Zoll-Hinterrad - manche nennen das Supermullet. Im Heck sollen 120 Millimeter Hub für Komfort sorgen, vorne arbeitet eine Upside-Down-Gabel von Intend – ebenfalls mit 120 Millimetern.
Gefertigt wird in limitierter Stückzahl in der hauseigenen Werkstatt in Bristol. In Größe Large bringt es das Big Bird auf 470 Millimeter Reach – 15 Millimeter weniger als das 29-Zoll-Schwestermodell Murmur, das bei 485 Millimetern liegt. Warum? Die Achse des 32-Zoll-Vorderrads sitzt rund 40 Millimeter höher als beim 29er. Das Steuerrohr wurde entsprechend angepasst, damit das Big Bird nicht wirkt wie ein Storch auf Stelzen.
Das Hinterrad bleibt bei 29 Zoll - anders als beispielsweise das Stoll oder Actofive I-Train. Diese Entscheidung hat laut Starling technische und fahrdynamische Gründe. Der Hinterbau musste nicht neu konstruiert werden. Die Mullet-Konfiguration soll das Heck agiler halten. Starling bezeichnet solche Kleinserien als RARE-Rahmen.
Ganz ohne Tüftelei geht es bei 32 Zoll natürlich nicht. Die verbaute Samurai-Gabel von der Freiburger Gabelschmiede Intend ist eine Prototyp-Version (120 mm). Basis ist eine 29-Zoll-Gabel mit verlängerten Ausfallenden – ein kleiner Stretch für den großen Vogel. Die Laufräder kommen handgespeicht von RyanBuildsWheels. Verbaut sind 30 Millimeter breite Carbonfelgen von Nextie, kombiniert mit Hope Pro5-Naben aus britischer Produktion. Bei den Reifen wird’s exklusiv: Auswahl gibt es kaum. Einer der wenigen Kandidaten ist der Maxxis Aspen in 32 Zoll.
Testfahrer McEwan beschreibt die höhere Front als überraschend vertraut. Die Lenkerhöhe steigt, aber ein Vorbau mit negativem Rise ist nicht nötig. Wichtig: Das Big Bird versteht sich als Trailbike, nicht als XC-Rennmaschine im Lycra-Wettkampfmodus. Das große Vorderrad rollt souverän über Wurzeln und Steine – McEwan führt das auf die höhere Stabilität zurück. Das Bike soll stoisch in der Spur bleiben, beim Einlenken allerdings etwas mehr Nachdruck verlangen. Kurven wollen früher geplant und entschlossener gefahren werden als mit 29 Zoll. Ist das Bike einmal in Schräglage, bleibt es dort wie auf Schienen.
Der Rahmen kostet 2456 Britische Pfund (circa 2815 Euro) ohne Dämpfer. Die Samurai-Gabel von IntendBC (130 mm Version) liegt bei 1550 Pfund (1777 Euro), der Hover-Dämpfer bei 860 Pfund (986 Euro). Das Carbon-Laufradset mit 32 Zoll vorne und 29 Zoll hinten schlägt mit 1500 Pfund (1719 Euro) zu Buche. Alle Preise verstehen sich inklusive britischer Mehrwertsteuer.
Bestellungen nimmt Starling Cycles bis etwa 31. März an, die Produktionszeit beträgt rund zwölf Wochen. Verfügbar sind Large und XL. Auf Wunsch liefert der Hersteller passende Komponenten direkt mit – und sobald mehr 32-Zoll-Reifen den Markt erobern, soll auch das Angebot wachsen.

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