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Das Rose PDQ AL 2 will ein Mountainbike für alle sein: Trail-Einsteiger, Freizeit-Tourer oder einfach nur Radfahrer, die sich die hohe Sicherheit eines MTBs wünschen. So sieht sich das Alu-Hardtail mit ganz schön hohen Erwartungen konfrontiert. Ob so viel Diversität bei einem schlanken Preisschild wirklich realistisch ist, ohne dass der Spaß auf der Strecke bleibt? Eine solide Federwegsreserve, breite Stollenreifen und eine moderne Geometrie zielen auf Fahrleistung im Gelände, Gepäckträger-, Schutzblech- und Seitenständer-Aufnahme sprechen eine andere Sprache. Umso mehr waren wir auf den Test des Rose PDQ AL 2 gespannt, welches zum Kampfpreis von nur 1200 Euro in unser Testlabor rollt.
Vermutlich hatte fast jeder BIKE-Leser im Laufe seines Lebens einmal ein Hardtail der ikonischen 1000-Euro-Klasse in der Garage stehen. Seriöses Mountainbiken ging in den Köpfen jahrelang dort los, wo der Preis vierstellig wurde. Heute ist es an dieser Landmarke fast unmöglich auf den aktuellen Stand der Technik aufzuspringen. Aber eben nur fast! Rose stattet sein Trail-Hardtail nach Standards aus, die andere Hersteller erst für 500 Euro mehr erreichen. Auf der Homepage gibt sich der Direktversender alle Mühe auch bei Kunden ohne viel Fachwissen den Funken zum PDQ AL 2 überspringen zu lassen. Luft-Federgabel, hydraulische Scheibenbremsen und höhenverstellbare Sattelstütze: Das Rose hat alles an Bord, was man als Mountainbiker braucht. Einen Tool-Mount unterm Oberrohr und viele Rahmenschützer gibt‘s inklusive.
Das Kürzel PDQ steht bei Rose für “Pretty Damn Quick” und soll den vortriebsorientierten Charakter von Hardtail-MTBs betonen. Das AL-Modell mit Aluminium-Rahmen ergänzt dabei die Racebike-Familie mit Carbon-Chassis um preiswerte Alternativen. Kaum zu glauben: Seit der Einführung im Mai 2025 hat der deutsche Direktversender die Preise fürs PDQ AL nochmals reduziert. Dabei ist das AL 2 bereits das teurere der beiden Ausstattungsvarianten. Los geht’s bereits ab 900 Euro (> hier erhältlich). Auf den ersten Blick sieht man dem Rose PDQ AL seinen günstigen Preis kaum an. Die Schweißnähte des Aluminium-Rahmens sind geglättet, im Hauptrahmen läuft die Zugführung intern. Anders als bei den Geschwistern mit leichtem Kohlenstoff-Rahmen legt das Rose PDQ AL seinen Fokus jedoch nicht ausschließlich auf sportliche Rides gegen die Stoppuhr, sondern will mit einer Allround-Geometrie und -Ausstattung ein besonders vielseitiges Hardtail sein. Dazu passt auch, dass der Rahmen mit Aufnahmen für jede Menge Zubehör ausgestattet ist.
Mit fahrfertig über 15 Kilo ist das Rose PDQ AL 2 das schwerste Hardtail, was wir bei BIKE jemals getestet haben. Der Wert wäre selbst für ein vollgefedertes Trailbike zu viel. Den Negativrekord an unserer Laborwaage kann man nur schwer wegdiskutieren. Versuchen wir es dennoch: Die Rockshox Psylo ist mit ihren 35 Millimeter dicken Stahlstandrohren ein echter Brummer, funktioniert aber anständig und sorgt auch bei hohen Geschwindigkeiten oder hoher Packlast für eine stabile Spurtreue. Die Sram Eagle 70 dürfte aktuell die schwerste Kettenschaltungsgruppe am Markt sein, schaltet dank Transmission-Standard aber knackig und auch unter Last zuverlässig. Tatsächlich tritt das hohe Gewicht des Bikes bei gemütlicher Gangart im Gelände in den Hintergrund. In aufrecht-zentraler Sitzposition bringt das Rose seinen Fahrer langsam aber stetig gen Gipfel. Die langen Kettenstreben und die kompakte Fahrposition helfen an steilen Rampen mit dem Druck auf der Front.
Leider reißen die schlechten Nachrichten fürs Rose Hardtail von unseren Prüfständen nicht ab. Der Hinterbau des PDQ AL ist einer der steifsten seit Aufzeichnung unserer Messdaten. In der Praxis macht sich das durch mangelnden Komfort und Kontrolle bemerkbar. Im Wurzelfeld tanzt das Hardtail Pogo und will seinen Piloten abschütteln. Diese Unruhe ist im Trail-Einsatz derart dominant, dass man lieber abbremst. Selbst von den Breitreifen dürfen sich Rose-Piloten nicht zu viel erhoffen, denn neben der Größe zählt bekanntlich die Technik. Die Schwalbe-Pneus werden in der günstigen Performance-Gummimischung spezifiziert, welche weniger Grip und Dämpfung aber mehr Rollwiderstand besitzen, als hochwertige Reifen. Abschließend fanden unsere Tester aber doch noch lobende Worte fürs Alu-PDQ: Ein hohes Cockpit und ein unkompliziertes Handling sorgen bergab gemeinsam mit dem flachen Lenkwinkel für ein fundiertes Sicherheitsgefühl - vorausgesetzt es rumpelt nicht zu sehr.
Bei BIKE betreiben wir einen beispiellosen Aufwand, um Fahrräder zu testen. Als einziges Fachmagazin weltweit betreiben wir ein eigenes Testlabor. Die ermittelten Daten stützen die Eindrücke aus dem Praxistest. Auch bei den Geometriedaten verlassen wir uns nicht ausschließlich auf die Herstellerangaben, sondern setzen selbst das Lasermessgerät an.
| Kategorie: Trail-Hardtails | Gewichtung | Note |
| Uphill Fahrverhalten | 12% | 3,5 |
| Spieltrieb | 15% | 3,3 |
| Downhill Fahrverhalten | 13% | 4,0 |
| Downhill Fahrwerk | 15% | 3,3 |
| Note Fahrverhalten | 55% | 3,5 |
| Gewicht | 6% | 4,5 |
| Trägheit Laufräder | 4% | 3,0 |
| Sitzkomfort | 10% | 3,0 |
| Note Labor | 20% | 3,5 |
| Ausstattungsqualität | 5% | 3,2 |
| Usability / Mehrwert | 5% | 3,5 |
| Transportvolumen Flaschenhalter | 5% | 2,0 |
| Versenkbarkeit Sattel | 5% | 1,5 |
| Qualität / Verarbeitung | 5% | 2,8 |
| Note Ausstattung | 25% | 2,6 |
| Gesamtnote | 100% | 3,3 |
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. Notenspektrum: 0,5-5,5 (analog zum Schulnotensystem).
Bewertung Spinnendiagramm: Uphill, Spieltrieb, Downhill bezieht sich auf das Fahrverhalten: Je größer der Ausschlag, desto besser die Eignung. Ausstattung: bezieht sich auf die Qualität der verbauten Anbauteile.
Der Rahmen des Rose PDQ AL* ist ein steifer Bock. Zusammen mit einer soliden Ausstattung macht er das Hardtail zu einem robusten Untersatz, der in ruppigem Terrain früh an seine Grenzen stößt. Die Stärken des günstigen Bikes liegen im einfachen Handling. Ein kolossales Gewicht und billige Reifen ersticken die Fahrdynamik jedoch im Keim.

Redakteur