Rose PDQ AL2 im TestWas kann ein Mountainbike für 1200 Euro?

Jan Timmermann

 · 25.02.2026

Auf den ersten Blick sieht man dem Rose PDQ AL seinen günstigen Preis kaum an. Doch wie schlägt sich das Hardtail in der Praxis?
Foto: Max Fuchs

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Das Rose PDQ ist aktuell eines der günstigsten vollwertigen Mountainbikes von einem namenhaften Hersteller. Zum schlanken Preis von 1300 Euro verspricht das Hardtail mit 120 Millimetern Federweg bereits echten MTB-Spaß. Wir haben das Rose PDQ AL 2 in Labor und Praxis ausgiebig getestet.

Das Rose PDQ AL 2 will ein Mountainbike für alle sein: Trail-Einsteiger, Freizeit-Tourer oder einfach nur Radfahrer, die sich die hohe Sicherheit eines MTBs wünschen. So sieht sich das Alu-Hardtail mit ganz schön hohen Erwartungen konfrontiert. Ob so viel Diversität bei einem schlanken Preisschild wirklich realistisch ist, ohne dass der Spaß auf der Strecke bleibt? Eine solide Federwegsreserve, breite Stollenreifen und eine moderne Geometrie zielen auf Fahrleistung im Gelände, Gepäckträger-, Schutzblech- und Seitenständer-Aufnahme sprechen eine andere Sprache. Umso mehr waren wir auf den Test des Rose PDQ AL 2 gespannt, welches zum Kampfpreis von nur 1200 Euro in unser Testlabor rollt.

Ausgelegt ist das Rose PDQ AL ganz klar für den Gelände-Einsatz, doch auch mit Bikepacking-Touren liebäugelt das günstige Hardtail.Foto: Max FuchsAusgelegt ist das Rose PDQ AL ganz klar für den Gelände-Einsatz, doch auch mit Bikepacking-Touren liebäugelt das günstige Hardtail.

Rose PDQ AL2 Hardtail im Detail

  • Einsatzbereich: Hardtail, Tour bis Trail
  • Federweg: 120 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Verfügbare Größen: XS / S / M / L / XL
  • Gewicht: 14,9 kg (BIKE-Messung, ohne Pedale, Größe L)
  • Maximales Systemgewicht: 120 kg
  • Preis: 1200 Euro >> hier erhältlich
  • Erhältlich über: Versender
  • Garantie: 2 Jahre
  • Besonderheiten: Aufnahme für Heck-Schutzblech, Gepäckträger, Seitenständer, Tool-Mount

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Gut versteckt: Verborgen unter einer Abdeckung stört die Seitenständeraufnahme am Aluminium-Rahmen die Mountainbike-Optik nicht.Foto: Max FuchsGut versteckt: Verborgen unter einer Abdeckung stört die Seitenständeraufnahme am Aluminium-Rahmen die Mountainbike-Optik nicht.

Vielseitig und günstig

​Vermutlich hatte fast jeder BIKE-Leser im Laufe seines Lebens einmal ein Hardtail der ikonischen 1000-Euro-Klasse in der Garage stehen. Seriöses Mountainbiken ging in den Köpfen jahrelang dort los, wo der Preis vierstellig wurde. Heute ist es an dieser Landmarke fast unmöglich auf den aktuellen Stand der Technik aufzuspringen. Aber eben nur fast! Rose stattet sein Trail-Hardtail nach Standards aus, die andere Hersteller erst für 500 Euro mehr erreichen. Auf der Homepage gibt sich der Direktversender alle Mühe auch bei Kunden ohne viel Fachwissen den Funken zum PDQ AL 2 überspringen zu lassen. Luft-Federgabel, hydraulische Scheibenbremsen und höhenverstellbare Sattelstütze: Das Rose hat alles an Bord, was man als Mountainbiker braucht. Einen Tool-Mount unterm Oberrohr und viele Rahmenschützer gibt‘s inklusive.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Ästhetisch aber kompliziert: Die Züge laufen unterm Vorbau durch den Steuersatz in den Rahmen. Das erschwert den Austausch von Teilen oder die Anpassung der Cockpit-Höhe.Foto: Max FuchsÄsthetisch aber kompliziert: Die Züge laufen unterm Vorbau durch den Steuersatz in den Rahmen. Das erschwert den Austausch von Teilen oder die Anpassung der Cockpit-Höhe.

Das Kürzel PDQ steht bei Rose für “Pretty Damn Quick” und soll den vortriebsorientierten Charakter von Hardtail-MTBs betonen. Das AL-Modell mit Aluminium-Rahmen ergänzt dabei die Racebike-Familie mit Carbon-Chassis um preiswerte Alternativen. Kaum zu glauben: Seit der Einführung im Mai 2025 hat der deutsche Direktversender die Preise fürs PDQ AL nochmals reduziert. Dabei ist das AL 2 bereits das teurere der beiden Ausstattungsvarianten. Los geht’s bereits ab 900 Euro (> hier erhältlich). Auf den ersten Blick sieht man dem Rose PDQ AL seinen günstigen Preis kaum an. Die Schweißnähte des Aluminium-Rahmens sind geglättet, im Hauptrahmen läuft die Zugführung intern. Anders als bei den Geschwistern mit leichtem Kohlenstoff-Rahmen legt das Rose PDQ AL seinen Fokus jedoch nicht ausschließlich auf sportliche Rides gegen die Stoppuhr, sondern will mit einer Allround-Geometrie und -Ausstattung ein besonders vielseitiges Hardtail sein. Dazu passt auch, dass der Rahmen mit Aufnahmen für jede Menge Zubehör ausgestattet ist.

Inkonsequent: Trotz Bikepacking-Attributen findet sich am Rahmen des Rose PDQ AL nur eine einzige Flaschenhalteraufnahme.Foto: Max FuchsInkonsequent: Trotz Bikepacking-Attributen findet sich am Rahmen des Rose PDQ AL nur eine einzige Flaschenhalteraufnahme.

Ausstattung

  • Federgabel: Rockshox Psylo Silver RC
  • Schaltung: Sram Eagle 70 Transmission, 1 x 12
  • Übersetzung: 32; 10-52; 520%
  • Bremsen: Shimano M4100, 180 / 180 mm
  • Laufräder: Rose XC29
  • Reifen: Schwalbe Nobby Nic Performance, 29 x 2,4”
  • Dropper-Post / Hub: E-Thirteen Vario Infinite / 120 mm
Robust, funktional aber schwer: Die mechanische Sram Eagle 90 Transmission ist das Highlight der Ausstattungsliste.Foto: Max FuchsRobust, funktional aber schwer: Die mechanische Sram Eagle 90 Transmission ist das Highlight der Ausstattungsliste.

So fährt sich das Rose PDQ AL 2

Mit fahrfertig über 15 Kilo ist das Rose PDQ AL 2 das schwerste Hardtail, was wir bei BIKE jemals getestet haben. Der Wert wäre selbst für ein vollgefedertes Trailbike zu viel. Den Negativrekord an unserer Laborwaage kann man nur schwer wegdiskutieren. Versuchen wir es dennoch: Die Rockshox Psylo ist mit ihren 35 Millimeter dicken Stahlstandrohren ein echter Brummer, funktioniert aber anständig und sorgt auch bei hohen Geschwindigkeiten oder hoher Packlast für eine stabile Spurtreue. Die Sram Eagle 70 dürfte aktuell die schwerste Kettenschaltungsgruppe am Markt sein, schaltet dank Transmission-Standard aber knackig und auch unter Last zuverlässig. Tatsächlich tritt das hohe Gewicht des Bikes bei gemütlicher Gangart im Gelände in den Hintergrund. In aufrecht-zentraler Sitzposition bringt das Rose seinen Fahrer langsam aber stetig gen Gipfel. Die langen Kettenstreben und die kompakte Fahrposition helfen an steilen Rampen mit dem Druck auf der Front.

Sram-Schalthebel trifft Shimano Bremshebel: Die einfachen Schellen erschweren eine ergonomische Positionierung am Lenker.Foto: Max FuchsSram-Schalthebel trifft Shimano Bremshebel: Die einfachen Schellen erschweren eine ergonomische Positionierung am Lenker.Die Sitzposition auf dem Rose PDQ AL 2 gibt sich ausgewogen bis kompakt.Foto: BIKE-MagazinDie Sitzposition auf dem Rose PDQ AL 2 gibt sich ausgewogen bis kompakt.Im Uphill ist Geduld gefragt. Das schwere Hardtail von Rose ist alles aber kein schneller Sprinter.Foto: Max FuchsIm Uphill ist Geduld gefragt. Das schwere Hardtail von Rose ist alles aber kein schneller Sprinter.

Pogo-Stick

​Leider reißen die schlechten Nachrichten fürs Rose Hardtail von unseren Prüfständen nicht ab. Der Hinterbau des PDQ AL ist einer der steifsten seit Aufzeichnung unserer Messdaten. In der Praxis macht sich das durch mangelnden Komfort und Kontrolle bemerkbar. Im Wurzelfeld tanzt das Hardtail Pogo und will seinen Piloten abschütteln. Diese Unruhe ist im Trail-Einsatz derart dominant, dass man lieber abbremst. Selbst von den Breitreifen dürfen sich Rose-Piloten nicht zu viel erhoffen, denn neben der Größe zählt bekanntlich die Technik. Die Schwalbe-Pneus werden in der günstigen Performance-Gummimischung spezifiziert, welche weniger Grip und Dämpfung aber mehr Rollwiderstand besitzen, als hochwertige Reifen. Abschließend fanden unsere Tester aber doch noch lobende Worte fürs Alu-PDQ: Ein hohes Cockpit und ein unkompliziertes Handling sorgen bergab gemeinsam mit dem flachen Lenkwinkel für ein fundiertes Sicherheitsgefühl - vorausgesetzt es rumpelt nicht zu sehr.

Vielseitig: Aufnahmen für Schutzblech und Gepäckträger erweitern den Einsatzgebiet des Rose PDQ AL in Richtung Alltagsgefährt.Foto: Max FuchsVielseitig: Aufnahmen für Schutzblech und Gepäckträger erweitern den Einsatzgebiet des Rose PDQ AL in Richtung Alltagsgefährt.

Daten aus dem BIKE Testlabor

​​Bei BIKE betreiben wir einen beispiellosen Aufwand, um Fahrräder zu testen. Als einziges Fachmagazin weltweit betreiben wir ein eigenes Testlabor. Die ermittelten Daten stützen die Eindrücke aus dem Praxistest. Auch bei den Geometriedaten verlassen wir uns nicht ausschließlich auf die Herstellerangaben, sondern setzen selbst das Lasermessgerät an.

  • Komplettgewicht: 14,94 kg (Größe L, ohne Pedale)
  • Laufradgewicht: 5465 g (inkl. Reifen, Schläuche, Kassette, Bremsscheiben)
  • Laufradträgheit: 3998 kg x cm² (je geringer der Wert, desto besser die Beschleunigung)
  • Sitzkomfort: 6,4 mm
  • Rahmensteifigkeit vorne / hinten: 7,2 / 31,5 N/mm
  • Servicefreundlichkeit: 8,5 (von 15 möglichen Punkten)
Die Rockshox Psylo ist günstig und funktionell, trägt mit ihren dicken Stahlstandrohren aber einen großen Teil zum schweren Gewicht bei.Foto: Max FuchsDie Rockshox Psylo ist günstig und funktionell, trägt mit ihren dicken Stahlstandrohren aber einen großen Teil zum schweren Gewicht bei.BIKE-Messung der Geometrie des Rose PDQ AL 2 in Rahmengröße L.Foto: BIKE-MagazinBIKE-Messung der Geometrie des Rose PDQ AL 2 in Rahmengröße L.Massig Spacer unterm Vorbau und eine aufgeräumte Systemintegration vereinen Sicherheitsgefühl in steilen Abfahrten und Optik.Foto: Max FuchsMassig Spacer unterm Vorbau und eine aufgeräumte Systemintegration vereinen Sicherheitsgefühl in steilen Abfahrten und Optik.BIKE-Messung der Rahmensteifigkeit des Rose PDQ AL 2 Hardtails.Foto: BIKE-MagazinBIKE-Messung der Rahmensteifigkeit des Rose PDQ AL 2 Hardtails.Der Druckstufen-Regler der Rockshox-Gabel ist grob gerastert, lässt sich im Wiegetritt aber auch als Lockout nutzen.Foto: Max FuchsDer Druckstufen-Regler der Rockshox-Gabel ist grob gerastert, lässt sich im Wiegetritt aber auch als Lockout nutzen.BIKE-Bewertung der Servicefreundlichkeit des Rose PDQ AL 2. Das Hardtail platziert sich im Mittelfeld.Foto: BIKE-MagazinBIKE-Bewertung der Servicefreundlichkeit des Rose PDQ AL 2. Das Hardtail platziert sich im Mittelfeld.Mit 175 Millimetern Hub baut die Variostütze lang. Gleiches gilt fürs Sitzrohr des Rose PDQ AL. Kaufinteressierte solten zwingend auf die passende Rahmengröße achten.Foto: Max FuchsMit 175 Millimetern Hub baut die Variostütze lang. Gleiches gilt fürs Sitzrohr des Rose PDQ AL. Kaufinteressierte solten zwingend auf die passende Rahmengröße achten.

Bewertung

Kategorie: Trail-HardtailsGewichtungNote
Uphill Fahrverhalten12%3,5
Spieltrieb15%3,3
Downhill Fahrverhalten13%4,0
Downhill Fahrwerk15%3,3
Note Fahrverhalten55%3,5
Gewicht6%4,5
Trägheit Laufräder4%3,0
Sitzkomfort10%3,0
Note Labor20%3,5
Ausstattungsqualität5%3,2
Usability / Mehrwert5%3,5
Transportvolumen Flaschenhalter5%2,0
Versenkbarkeit Sattel5%1,5
Qualität / Verarbeitung5%2,8
Note Ausstattung25%2,6
Gesamtnote100%3,3
Stärken und Schwächen des Rose PDQ AL 2 im BIKE-Spinnendiagramm.Foto: BIKE-MagazinStärken und Schwächen des Rose PDQ AL 2 im BIKE-Spinnendiagramm.

Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. Notenspektrum: 0,5-5,5 (analog zum Schulnotensystem).

Bewertung Spinnendiagramm: Uphill, Spieltrieb, Downhill bezieht sich auf das Fahrverhalten: Je größer der Ausschlag, desto besser die Eignung. Ausstattung: bezieht sich auf die Qualität der verbauten Anbauteile.

Breite Felgen und breite Reifen passen am Hardtail von Rose gut zusammen. Leider fallen die günstigen Teile schwer aus.Foto: Max FuchsBreite Felgen und breite Reifen passen am Hardtail von Rose gut zusammen. Leider fallen die günstigen Teile schwer aus.

Fazit von BIKE-Redakteur Jan Timmermann

​Der Rahmen des Rose PDQ AL* ist ein steifer Bock. Zusammen mit einer soliden Ausstattung macht er das Hardtail zu einem robusten Untersatz, der in ruppigem Terrain früh an seine Grenzen stößt. Die Stärken des günstigen Bikes liegen im einfachen Handling. Ein kolossales Gewicht und billige Reifen ersticken die Fahrdynamik jedoch im Keim.

Pro

  • unkompliziertes Handling
  • robuste Ausstattung
  • günstiges, stabiles Gesamtkonzept

Contra

  • extrem hohes Gewicht
  • extrem steifer Hinterbau
  • minderwertige Reifen
  • nur eine Flaschenhalteraufnahme
BIKE-Redakteur Jan TimmermannFoto: Georg GrieshaberBIKE-Redakteur Jan Timmermann

Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

Meistgelesen in der Rubrik Fahrräder