Avinox M2S im Orbea Wild LTWarum es doch auf die Größe ankommt!

Florentin Vesenbeckh

 · 22.06.2026

Avinox M2S im Orbea Wild LT: Warum es doch auf die Größe ankommt!Foto: Orbea
Wo sitzen die Drehpunkte eines Mountainbike-Fahrwerks? Die Größe und Bauform des Motors hat einen deutlichen Einfluss auf die Konstruktion der Heckfederung. Deshalb kommt das neue Orbea Wild LT mit dem schlanken Avinox M2S.
Alle schreien nach der krassen Leistung des Avinox M2S. Doch die Entwickler des neuen Orbea Wild LT verbauen den Super-Motor aus einem ganz anderen Grund. Was die Motor-Größe mit den Fahreigenschaften eines E-Mountainbikes zu tun hat.

Leicht und kompakt bei unfassbarer Motor-Power! Das sind die Kernkompetenzen des neuen Super-Motors Avinox M2S (hier der Test). Während es meist um die extreme Leistung dieses Aggregats von bis zu 1500 Watt geht, bleibt ein anderes Detail fast etwas auf der Strecke. Denn es ist weniger offensichtlich.

Kompakt ist Trumpf: Was Motorbauform und Fahreigenschaften verbindet

Und genau dieses Detail war für die Entwickler des neuen Orbea Wild LT entscheidend für die Wahl des neuen Motors. Während das gute Gewicht von 2,6 Kilo im Vergleich zu einem Bosch Performance CX mit 2,85 kg im Komplettsystem eines E-Mountainbikes keinen gravierenden Unterschied macht, kann die kompaktere Bauform hingegen entscheidend sein. Das sagen zumindest die Ingenieure von Orbea.

Fakt ist: Die Lage der Drehpunkte hat entscheidenden Einfluss auf die Federungskinematik eines Mountainbikes. Und damit auf ein ganz entscheidendes Merkmal eines Rades: Wie arbeitet die Heckfederung? Und die Drehpunkte, inklusive Dämpferaufhängung, sitzen in vielen Fällen eben genau dort, wo sich der Motor breit macht. Das schränkt die Konstrukteure in der Entwicklung ein.

Jenseits der Leistung: Warum sich Orbea für den Avinox entschieden hat

Auch wenn der Größenunterschied zwischen Bosch Performance CX und Avinox M2S nicht riesig ist: Laut Orbea liegt genau darin der Hauptgrund für den Wechsel von Bosch auf Avinox. Bei der Präsentation des neuen Wild LT geben die Entwickler an, dass der Motor an der entscheidenden Stelle etwas weniger im Weg ist. Und die Kinematik des Hinterbaus somit noch weiter optimiert werden konnte. Unter anderem sei dadurch ein nochmal verringerter Antisquat möglich gewesen, was die Traktion des Bikes verbessern soll.

Konkret konnte die Dämpferaufhängung und damit auch der Umlenkhebel tiefer im Bike platziert werden. Das senkt auch den Schwerpunkt des Bikes und gibt dem Fahrer mehr Bewegungsspielraum und eine niedrigere Überstandshöhe.

Dass dieses Thema Einfluss auf die Konstruktion von Hinterbauten hat, ist nicht neu. Auch die neue Heckfederung des Santa Cruz Vala begründeten die Ingenieure mit den möglichen Platzierungen der Drehpunkte. Denn das ikonische VPP-Design der Marke konnte mit dem Motor nicht ideal umgesetzt werden und flog bei den E-MTB Vala und Bullit folglich aus dem Programm.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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