Diese Nachricht ist mehr, als nur eine Bike-Vorstellung. Mit dieser Ankündigung scheint klar: Die revolutionäre E-CVT-Einheit Gobao X1P wird im Frühjahr 2027 in Serie gehen. Das Alutech ePelmo dürfte damit nur ein Vorbote einer neuen Generation E-Mountainbikes sein. Dass ausgerechnet die kleine deutsche Schmiede Alutech als erstes ein Serienbike mit Gobaos X1P vorstellt, überrascht. Das Konzept sieht richtig schlüssig aus und macht Lust auf mehr. - Florentin Vesenbeckh, Testredakteur
Mit dem Alutech ePelmo X1P wird aus dem auf der Eurobike 2026 viel diskutierten Gobao-Antrieb erstmals ein konkretes High-Performance-E-MTB, das es auch zu kaufen geben wird. Das Besondere ist nicht allein die Leistung. Der revolutionäre Ansatz vonn Gobaos X1P: Motor und elektronisch geregeltes, stufenloses Getriebe sitzen in einer kompakten Einheit am Tretlager. Kassette und Schaltwerk fallen weg, die Kraft gelangt über einen Riemen ans Hinterrad.
Damit greift Alutech ein Thema auf, das wir in unserem Beitrag zum Gobao X1P mit Getriebeschaltung bereits eingeordnet haben: Motor-Getriebe-Einheiten versprechen weniger exponierte Bauteile, eine zentralere Massenverteilung und ein anderes Schaltgefühl. Ob Gobaos Konzept im harten Trail-Einsatz hält, was die Daten versprechen, muss allerdings erst noch ein ausführlicher Praxistest zeigen.
Der Gobao X1P ist die leistungsstärkere Variante der neuen X-Serie. Laut Hersteller bringt die Magnesium-Einheit 3,85 Kilogramm auf die Waage und liefert bis zu 150 Newtonmeter Drehmoment sowie 1.500 Watt Spitzenleistung. Im Alutech ePelmo erkennt man gut, das die Bauform der Einheit erstaunlich schlank und kompakt bleibt.
Statt fester Gänge arbeitet die E-CVT-Technik mit einer stufenlos veränderbaren Übersetzung. Gobao nennt eine Bandbreite von 500 Prozent. Die Automatik soll die Übersetzung an Tempo, Last und gewünschte Kadenz anpassen. Wer lieber selbst eingreift, kann laut Gobao auch eine manuelle Schaltfunktion nutzen.
Für das E-MTB hat dieses Layout zwei Konsequenzen. Erstens verschwinden Kassette und Schaltwerk aus dem Gefahrenbereich hinter der Hinterachse. Zweitens verlagert sich Masse vom Hinterrad in Richtung Tretlager. Das reduziert die ungefederte Masse und gibt Konstrukteuren neue Freiheiten beim Hinterbau. Zugleich steigt die technische Komplexität im Inneren des Antriebs. Wirkungsgrad, Dauerhaltbarkeit, Geräuschentwicklung und Servicekonzept müssen sich erst abseits des Messebodens beweisen.
Alutech nutzt die neue Antriebseinheit nicht einfach im bekannten Pelmo-Rahmen. Nach Angaben der Norddeutschen wurde das ePelmo X1P in weiten Teilen neu konstruiert. Sichtbar wird das vor allem am integrierten Riemenspanner. Er soll die Spannung des Gates-Riemens auch unter der hohen Antriebslast kontrollieren und zugleich Platz sowie Bodenfreiheit sichern.
Der Rahmen bleibt klar ein Alutech: Aluminium, massive Rohrquerschnitte und ein auf harte Enduro-Einsätze ausgelegtes Layout. Das ePelmo X1P ist für Kategorie 5 freigegeben und damit ausdrücklich für Sprünge sowie schnelle Abfahrten in grobem Gelände gebaut. Dafür stehen vorne wie hinten 170 mm Hub zur Verfügung. Die Ausstattung der Launch Edition ist entsprechend konsequent auf Abfahrt ausgelegt.
Die Geometrie des ePelmo X1P passt zum gewohnt progressiven Ansatz von Alutech. Alle vier Größen haben kommen mit Mullet-Laufrädern und einem extrem flachen Lenkwinkel von 62 Grad. Der effektive Sitzwinkel liegt bei steilen 78 Grad, die Tretlagerhöhe bei 348 Millimetern. Mit Reach-Werten von 430 bis 510 Millimetern deckt Alutech die Größen S bis XL ab. Besonderheit sind die verstellbaren Kettenstreben. Zur Wahl stehen sehr kurze 438 Millimeter, oder moderat lange 450 Millimeter.
| Größe | Reach | Radstand | Kettenstreben |
| S | 430 mm | 1.218/1.230 mm | 438/450 mm |
| M | 450 mm | 1.238/1.250 mm | 437/450 mm |
| L | 480 mm | 1.268/1.280 mm | 437/450 mm |
| XL | 510 mm | 1.298/1.310 mm | 437/450 mm |
Zum X1P-System gehört ein 750-Wh-Akku mit 3,6 Kilogramm Gewicht. Mit dem optionalen 30-A-Ladegerät soll er laut Gobao in rund 16 Minuten von null auf 50 Prozent und in 28 Minuten auf 80 Prozent laden. Das ist vor allem für lange Bikepark-Tage und Touren interessant, wenn eine kurze Pause tatsächlich Reichweite nachlegen soll.
Auch beim Cockpit will das System über die reine Unterstützung hinausgehen: Die Connectivity Control Unit sitzt im Oberrohr und bindet Smartphone-Funktionen ein. Gobao nennt unter anderem Tracking, Alarm, Geofencing und das Deaktivieren der Motorunterstützung aus der Ferne. Wie zuverlässig diese Funktionen im Alltag arbeiten und welche davon bei der finalen Serienversion des ePelmo verfügbar sind, bleibt abzuwarten.
Das Alutech ePelmo X1P ist mehr als ein Enduro mit besonders starken Leistungswerten. Es ist ein konkreter Versuch, die Schaltung am E-MTB neu zu denken. Riemen statt Kette, Getriebe statt Kassette und eine stufenlose Übersetzung statt klar definierter Gangsprünge: Das Konzept greift viele Schwachstellen klassischer Antriebe an.
Die Kombination wirkt vor allem deshalb spannend, weil Alutech den X1P nicht als futuristisches Schaustück behandelt, sondern ihn in ein kompromissloses 170-Millimeter-Enduro integriert. Die entscheidende Frage bleibt jedoch offen: Fühlt sich die Automatik im technischen Uphill intuitiv an, arbeitet sie im Downhill wirklich leise und bleibt der Antrieb unter Dauerlast effizient? Sobald ein Serienbike für einen Fahrtest bereitsteht, wird sich zeigen, ob das ePelmo X1P eine echte Alternative zur Kettenschaltung ist oder vor allem ein starkes Versprechen auf dem Datenblatt.

Redakteur CvD
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