Zoceli VysokoStahl-Freerider aus Tschechien verbirgt eine zweite Kette

Jan Timmermann

 · 14.01.2026

Eine Umlenkrolle überträgt beim Zoceli Vysoko High-Pivot-Freerider die Kräfte zwischen einer ersten und einer zweiten Kette.
Foto: Zoceli
Das Zoceli Vysoko ist ohne Frage ein Hingucker-Bike. Am in Europa von Hand geschweißten Rahmen mit exotischem High-Pivot-Hinterbau bleibt das Auge sofort hängen. Nicht auf den ersten Blick ersichtlich: Im Rahmen integriert verläuft eine zweite Kette. Wir haben alle Infos zum Zoceli Vysoko.

Beim Zoceli Vysoko wissen selbst Bike-Nerds nicht, wo sie als erstes hinschauen sollen. Schlanke Stahl-Rohre, CNC-Frästeile zum Verlieben und ein einzigartiges Hinterbau-System mit hohem Drehpunkt. Aber Moment, fehlt da nicht etwas?

An der rechten Kurbel sitzt kein klassisches Kettenblatt. Keine Kette verbindet sie mit der Kassette. Der Primär-Antrieb versteckt sich im Rahmen und treibt einen integrierten Antriebsstrang an, welcher wiederum über eine Umlenkrolle eine zweite Kette in Gang setzt. Doch am exotischen Stahl-Freerider aus Tschechien gibt es noch mehr zu entdecken.

Das Zoceli Vysoko ist ein Freeride-Bike, wie kein zweites. Zu den Alleinstellungsmerkmalen gehört definitiv das Split Drive System mit zwei Ketten.Foto: ZoceliDas Zoceli Vysoko ist ein Freeride-Bike, wie kein zweites. Zu den Alleinstellungsmerkmalen gehört definitiv das Split Drive System mit zwei Ketten.

Das Zoceli Vysoko im Detail

  • Einsatzbereich: Freeride
  • Federweg vorne / hinten: 180–200 / 170 mm
  • Laufradgröße: Full-29 oder Mullet
  • Rahmenmaterial: Stahl
  • Preis Rahmenset: 3990 Euro
  • Besonderheiten: Split-Drive mit zwei Ketten, High-Pivot-Hinterbau, made in Tschechien, Custom-Lackierung möglich
Die Rahmenform des Zoceli Vysoko ist bewusst flach gewählt. So soll das Freeride-Bike radikale Manöver in extremem Gelände ermöglichen.Foto: ZoceliDie Rahmenform des Zoceli Vysoko ist bewusst flach gewählt. So soll das Freeride-Bike radikale Manöver in extremem Gelände ermöglichen.

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High-Pivot trifft auf Split-Drive

Zoceli-Mastermind Martin Saida brennt fürs Freeriden. Das Vysoko ist seine persönliche Interpretation eines Freeride-Bikes mit 180 bis 200 Millimetern Federweg an der Gabel und 170 Millimetern im Heck. Den Hinterbau konstruierte der Tüftler um ein High-Pivot-System, welches dank spezieller Raderhebungskurve ein besonders leistungsstarkes Fahrwerk verspricht.

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Als größter Nachteil des hohen Drehpunktes gilt ein verstärkter Pedal-Kickback, den Rahmenbauer mit einer Kettenumlenkung entgegenzuwirken versuchen. Um Fahrwerk und Antrieb konsequent voneinander zu entkoppeln setzt das Zoceli Vysoko auf einen sogenannten Split-Drive mit zwei getrennten Ketten, wie es zum Beispiel auch vom Downhillbike Pivot Phenix bekannt ist.

Mittels eines exzentrischen Bauteils kann die Kettenspannung am Zoceli Vysoko von außen angepasst werden.Foto: ZoceliMittels eines exzentrischen Bauteils kann die Kettenspannung am Zoceli Vysoko von außen angepasst werden.

Im Gegensatz zu anderen Bikes liegt beim Zoceli Vysoko der primäre Antriebsstrang jedoch nicht frei, sondern ist ins Chassis integriert. So will Entwickler Martin Saida nicht nur einen besseren Schutz vor Umwelteinflüssen und mehr Bodenfreiheit, sondern auch eine völlig eigenständige Optik erreichen.

Bei den Kurbeln kommen Modelle nach ISIS-Standard zum Einsatz, welche eigentlich für E-Bikes vorgesehen sind. Auf ihrer Achse sitzt ein Zahnrad. Die integrierte Kette wird von einem einstellbaren Spanner auf Zug gehalten. Am oberen Drehpunkt sitzt eine Umlenkrolle von Pinion mit 14 Zähnen.

Durch die Umlenkung entspricht die Übersetzung der eines Kettenblatts mit 32 Zähnen. Der Schaltwerkskäfig ist weiter weg vom Boden als bei regulären Kettenantrieben und die Kettenlängung beim Einfedern fällt geringer aus, was der Haltbarkeit aller beteiligter Komponenten zugute kommen soll.

Geschützt vor Blicken und Umwelteinflüssen treibt am Zoceli Vysoko eine E-Bike-Kurbel eine integrierte Kette an.Foto: ZoceliGeschützt vor Blicken und Umwelteinflüssen treibt am Zoceli Vysoko eine E-Bike-Kurbel eine integrierte Kette an.

Detailreicher Stahl-Rahmen

Aufregende Fullys aus Stahl sind die Spezialität der kleinen tschechischen Manufaktur Zoceli. Das Vysoko zeichnet sich durch einen 63 Grad flachen Lenkwinkel und einen 79 Grad steilen Sitzwinkel aus. Vier Größen mit Reach-Werten von 455 bis 515 Millimetern können geordert werden. Die Sitzrohrlänge bleibt jeweils kurz.

Dank eines austauschbaren Frästeils am Ausfallende kann die Kettenstrebenlänge zwischen superkompakten 422 und langen 468 Millimetern auf die eigenen Vorlieben angepasst werden. Über dieses Setup-Feature lässt sich das Vysoko wahlweise mit zwei 29-Zoll-Laufrädern oder mit kleinem 27,5-Zoll-Hinterrad aufbauen.

Steel is real: Das Zoceli Vysoko setzt auf dezente Gussets und eine integrierte Zugführung - keine Selbstverständlichkeit an einem Fully aus Stahl.Foto: ZoceliSteel is real: Das Zoceli Vysoko setzt auf dezente Gussets und eine integrierte Zugführung - keine Selbstverständlichkeit an einem Fully aus Stahl.

Bestellen lässt sich das Rahmenset des Zoceli Vysoko entweder mit externer oder interner Zugführung, wobei letztere Variante mit durch den Rahmen verlaufenden Röhrchen realisiert wird. Trotz des exotischen Hinterbau- und Antriebssystems bleiben viele Maße Standard. So nimmt der Rahmen Boost-Naben auf und ist mit einem Sram UDH Schaltauge ausgestattet.

Bei Bedarf kommt das Oberrohr auch mit Flaschenhalteraufnahme. 3990 Euro kostet der in Kleinserie geschweißte Rahmen. Im Preis inkludiert ist nicht nur eine lebenslange Garantie, sondern auch eine einfarbige Wunschlackierung. Kaufinteressierte müssen sich auf zwei bis drei Monate Lieferzeit einstellen.

Vom tschechischen Label Zoceli dürften viele Mountainbiker noch nie gehört haben. Die Tschechien sind in Insider-Kreisen für aufregende Mountainbikes aus Stahl bekannt.Foto: ZoceliVom tschechischen Label Zoceli dürften viele Mountainbiker noch nie gehört haben. Die Tschechien sind in Insider-Kreisen für aufregende Mountainbikes aus Stahl bekannt.

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