Florentin Vesenbeckh
· 09.10.2026
Das Van Rysel RCR-XC ist ein neues Cross-Country-Fully mit 32-Zoll-Laufrädern und Carbonrahmen. Es soll ab 2027 im Team Decathlon Ford Rennen fahren. Van Rysel nennt bereits Zahlen zu Rahmengewicht und Aerodynamik, hält sich bei Geometrie, Hinterrad-Federweg, Komplettgewicht und Preis aber noch zurück. Das Bike ist vorerst ein Rennrad für die Profis, kein angekündigtes Kaufmodell mit festem Liefertermin.
| Herstellerangabe | |
| Einsatzbereich | Cross-Country-Racing |
| Rahmen | Carbon |
| Laufräder | 32 Zoll |
| Federweg | 130 mm vorne, hinten keine Angaben |
| Rahmengewicht | 230 g weniger als beim 29-Zoll-Teamrad von 2026, jeweils Größe M, laut Hersteller |
| Aerodynamik | 15,5 W weniger Luftwiderstand bei 35 km/h gegenüber dem 2026er Teamrad, laut Van Rysel |
| Verfügbarkeit und Preise | Noch nicht bekannt; zuerst Profi-Einsatz ab 2027 |
Van Rysel setzt beim ersten eigenen MTB bewusst auf größere Laufräder. Sie können Hindernisse leichter überrollen und auf losem Untergrund Traktion bieten. Dass dieser Ansatz grundsätzlich Potenzial hat, zeigte bereits unser Praxis- und Labortest eines anderen 32-Zoll-Fullys gegen ein 29er. Dort maßen wir allerdings auch eine um 27 Prozent höhere Massenträgheit der größeren Laufräder. Dieser Wert stammt ausdrücklich nicht vom Van Rysel.
Auch das höhere Bike-Gewicht wird oft als Nachteil der größeren Laufräder kritisiert. Dem will Van Rysel mit einem besonders leichten Chassis entgegenwirken. Die Franzosen nennen einen Gewichtsvorteil von 230 Gramm beim Rahmen, im Vergleich zur bisherigen 29-Zoll-Plattform des Teams. Über das Gewicht des vollständigen Bikes oder seiner 32-Zoll-Laufräder gibt es erstmal keine Angaben.
Außerdem will Van Rysel besonderen Fokus auf die Aero-Eigenschaften des Fullys gelegt haben und dabei die Expertise aus dem Straßenrennsport ins Gelände übertragen. Das RCR-XC soll bei 35 km/h im Windkanal 15,5 Watt gegenüber dem Mountainbike einsparen, das Decathlon Ford 2026 gefahren ist. Das ist ein Vergleich mit dem bisherigen Teamrad, kein Beleg dafür, dass das RCR-XC schneller ist als andere aktuelle XC-Fullys.
Der Aero-Fokus passt zu einem Trend, den BIKE bereits an Canyons 32-Zoll-Konzeptbike Lux Era beschrieben hat. Im Renneinsatz zählt allerdings nicht nur der Luftwiderstand bei hohem Tempo, sondern ebenso, was das Rad im technischen Gelände und beim wiederholten Antritt kann.
Aufhorchen lässt auch der angegebene Federweg. 130 Millimeter sollen es an der Federgabel sein - das wäre mehr als die gängigen 120 Millimeter anderer moderner Race-Fullys. Das erstaunt, da durch die größeren Laufräder ohnehin mehr Nehmerqualitäten zu erwarten sind. Das Unternehmen schreibt, die Kombination aus 32-Zoll-Laufrädern und Federung habe sich in Entwicklungsfahrten bergab bewährt.
Wie viel Federweg der Hinterbau bietet, bleibt offen. Ebenso fehlen bislang eine vollständige Geometrietabelle und verbindliche Angaben zur Serienausstattung. In der Pressemitteilung nennt Van Rysel aber schon Entwicklungspartner, nämlich Zipp, RockShox und Vittoria. Besonders interessant ist dabei Rockshox. Denn eine 32-Zoll-Federgabel wurde bisher weder von Rockshox, noch von Fox vorgestellt. Die allermeisten Prototypen mit 32 Zoll rollen deshalb auf der seltenen Intend Samurai XC, der ersten Serienfedergabel für 32 Zoll.
Auch der Preis bleibt offen. Van Rysel will das RCR-XC zunächst von Decathlon Ford im Weltcup fahren lassen und einen Verkaufsstart erst später bekannt geben. Bis dahin bleibt die entscheidende Frage: Kann das neue Fully die Vorteile großer Laufräder mit geringem Gesamtgewicht und agilem Handling verbinden? Für eine belastbare Antwort braucht es vergleichbare Messungen und einen Fahrtest. Wir sind auf jeden Fall gespannt.

Redakteur CvD
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