Einen Trend früh zu erkennen und zu adaptieren kann viele Chancen mit sich bringen. Wenn andere noch experimentieren und versuchen Probleme zu lösen, können sogenannte “Early Adopter” eine Technologie bereits zu ihrem Vorteil nutzen. Insider vermuten 2027 einen großen Schwung neuer 32-Zoll-Bikes. Gravel- und Mountainbiker, die noch vor der großen Welle den neuen Laufrad-Trend reiten wollen, haben bereits jetzt Gelegenheit dazu.
Wer bereits heute ein 32-Zoll-Gravelbike oder -Mountainbike sein Eigen nennen möchte hat beim Rahmen mindestens zwölf Optionen. Spannend wird es jedoch bei den Anbauteilen, denn eine vergleichbare Auswahl an Federgabeln, Laufrädern und Reifen lässt bislang auf sich warten. Stand heute erfordern gerade 32-Zoll-Mountainbikes einen dicken Geldbeutel und die ein oder andere Bastel-Lösung. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Actofive war der erste Hersteller, der einen 32-Zoll-Rahmen für den Trail-Einsatz anbieten konnte. Der Rahmen des Actofive I-Train 32 wird in Dresden aufwendig aus 7075-T6-Aluminium CNC-gefräst und wiegt etwa 250 Gramm mehr als das vergleichbare 29-Zoll-Modell. Die Geometrie wurde vollständig auf die Ansprüche der neuen Laufradgröße angepasst, wobei zahlreiche Einstellungen wie Lenkwinkel und Anti-Squat möglich sind.
Bike Ahead fertigt nicht nur den ersten Serien-Laufradsatz in 32 Zoll, sondern auch den passenden Hardtail-Rahmen dazu. Der The Frame 32 ist ein angepasster Ableger des superleichten Standard-Fahrgestells aus Carbon. Er wird nahe Würzburg als Monocoque in Kleinserie gefertigt und ermöglicht geringe Komplettbike-Gewichte von deutlich unter zehn Kilo. Wie in so vielen aktuellen 32-Zoll-Bikes steckt beim Komplettbike eine Intend-Federgabel im Steuerrohr.
Das Chiru Veldt war eines der ersten 32-Zoll-Gravelbikes, das der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde. Das kleine französische Label hat sich auf edle Titanrahmen spezialisiert und steckt viel Know-How ins Gravelbike mit den Riesenrädern. Einige Rahmendetails sowie die gesamte Titan-Starrgabel entstehen im 3D-Drucker.
Das Dead Rabbit XCO32 ist in seinem Retro-Look mit angehobenen Kettenstreben und Spezial-Lackierung definitiv ein Hingucker. Das kleine Label aus der Schweiz hat sich einen Namen im Prototypenbau gemacht. Das 32-Zoll-Fully kann man bei Dead Rabbit aber bereits bestellen. Ein eigens entwickelter Lenkanschlagsbegrenzer schützt den Alu-Rahmen vorm extraflachen Cockpit. Das Showbike behilft sich mit einer Upsidedown-Federgabel von Bright Racing Shocks.
Nicht nur der Name des Quarry Rage Bait 32 fällt sofort ins Auge – auch optisch macht das Hardtail aus der kleinen US-Manufaktur einiges her. Das Quarry weckt definitiv die Neugier, wie sich der flexible Stahl-Hinterbau, der großzügige Federweg an der Front und die großen Laufräder auf dem Trail anfühlen. Besonders spannend ist dabei die enorme Vielfalt an möglichen Geometrie-Setups. Das Erstlingswerk verwendet eine Fox Podium Federgabel in Upsidedown-Bauweise.
In den Rahmenbaukursen von Leovelo Frameworks bauen sich Individualisten wöchentlich ihre eigenen 32-Zoll-Stahlrahmen. Jedes Detail dürfen Kursteilnehmer selbst gestalten und umsetzen. Das Ergebnis sind exklusive Einzelstücke, die auf die neue Laufradgröße angepasst sind. Das hier gezeigte Hardtail gehört BIKE-Redakteur Jan Timmermann, trägt den Namen “Goliath” und kombiniert einen 64 Grad flachen Lenkwinkel mit 439 Millimeter kurzen Kettenstreben.
Auf der Cyclingworld-Messe überraschte Mitech gleich mit zwei serienreifen 32-Zoll-Bikes. Eines davon ein Gravelbike, das andere ein krasses E-Enduro mit Motor-Getriebe-Einheit von Pinion sowie Gates-Riemenantrieb. Der Maßrahmenbauer aus Deutschland stattet die 13.500 Euro teure Show-Version des Szenario E MGU 32 mit Laufrädern von Bike Ahead und Intend-Fahrwerk aus. Der Rahmen besteht aus Aluminium und Mitech bietet Größen auch für besonders groß gewachsene Biker an.
Neuhaus Metalworks aus Novato, Kalifornien hat sich auf exklusiven Rahmenbau spezialisiert. Das neue Hummingbird 32 Hardtail wird sowohl mit Stahl- als auch mit Titanrahmen angeboten. Neben der Serienkollektion sind auch Maßrahmen erhältlich. Angeführt wird das erste Hummingbird Ti32 von einer Upsidedown-Gabel von Bright Racing Shoks. Der Rahmen entsteht aus vierfach konifizierten und genaustens abgelängten Titan-Rohren in größenspezifischen Dimensionen
In Kooperation mit Bike Ahead und dem Bikeshop Räderei Bautzen zeigte Rotor bereits früh in diesem Jahr sein 32-Zoll-Projekt “Size Matters”. Der deutsche Rahmenbauer hat sich auf edle Maßanfertigungen spezialisiert und setzt auch spezielle Sonderwünsche um. So wurde fürs 32-Zoll-Gravelbike extra ein Stahlrahmen gebaut, welcher anschließend zerschnitten und Carbon-Rohre eingesetzt bekam. Einen 32-Zoll-Rahmen kann man bei Rotor bereits in Auftrag geben. Einen vorkonfigurierten Gravel-Rahmen für die neue Laufradgröße führt Rotor unter dem Namen Elcano 32.
Kürzlich präsentierte Salsa seinen Bikepacking-Klassiker Fargo mit speziell auf 32 Zoll Laufräder ausgelegtem Rahmen-Gabel-Set. Eines der ersten 32-Zoll-Serienbikes dieser Kategorie ist entweder mit Stahl- oder Titanrahmen erhältlich. Besonders spannend: Selbst kleine Rahmengrößen rollen bereits auf den Riesenrädern. Salsa verspricht ein überlegenes Rollverhalten bereits für Fahrer ab 157 Centimeter Körpergröße.
Der deutsche Stahlrahmenabauer war einer der ersten, der ein 32-Zoll-Hardtail in Serie brachte. Das Pasta Party 32 entsteht in Dresden, bleibt preislich aber trotzdem attraktiv. Dank drei Flaschenhalteraufnahmen bietet sich das Rad auch als Bikepacking-Begleiter an. Mittels exzentrischem Tretlager kann der Antrieb auch im Single-Speed-Setup gefahren werden. Das Showbike trägt eine Prototypen-Federgabel von Manitou bei sich.
Stoll war der erste Hersteller, der ein 32-Zoll-Fully zum Kauf anbieten konnte. Der Carbonrahmen des P32 entsteht in Deutschland und baut besonders leicht. Auf dem neuen Laufradstandard konnte Stoll bereits eine Stage des Marathon-Prestige-Events Cape Epic für sich entscheiden. Die Laufräder kommen entweder von Bike Ahead oder in einer Kombi von Pi-Rope und Duke.

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