Gutes Material kostet im Rennsport oft ein Vermögen. Das gilt für Mountainbikes ebenso, wie für Formel-1-Autos. In den obersten Klassen der Rennwertungen geht es um das letzte Gramm Gewicht, die optimale Steifigkeit und innovative Technologie. Das Gute an dieser High-End-Show: Die Rahmenplattformen, welche auf Weltniveau entwickelt werden, finden ihren Weg meist auch in deutlich günstigere Preisklassen. Trotzdem müssen Biker, die auf der Suche nach einem sportlichen 120-Millimeter-Fully sind, mindestens einen Neupreis von 3300 bis 4600 Euro investieren. Auch wenn die Ausstattungspakete zu diesem Preisschild nicht sonderlich glanzvoll wirken, so bieten aktuelle Marathon-Bikes doch eine erstaunlich vielseitige Plattform. Die Bikes kommen ausschließlich mit Carbonrahmen, meist flotten Reifen und progressiven Fahrwerken. Damit sind auch Touren-Biker oft gut beraten. Hier kommen zehn günstige Race-Bikes im Schnell-Check.
In Sachen Rennsport-Heritage ist das Scalpel den Flitzern von Giant und Specialized mindestens ebenbürtig. Das Einstiegsmodell verzichtet auf die legendäre Lefty-Gabel, nicht jedoch auf ein 120-Millimeter-Fahrwerk und Dropper-Post.
Die 120er Version des Race-Fullys Lux kratzt an der Grenze zwischen XC- und Trailbike. Die Preis-Leistung sucht in dieser Federwegsklasse ihresgleichen. Der Carbonrahmen kommt inklusive Unterrohr-Staufach, baut jedoch vergleichsweise schwer.
Die Kanadier beweisen mit dem ZFS-5, dass sie nicht nur schöne Rennräder bauen können. In der Variante mit 120 Millimetern Federweg vorne wie hinten sollen Vierkolbenbremsen, ein extra breiter Lenker und progressive Reifen für Fahrspaß auch abseits der Rennstrecke sorgen. Die günstigste Variante des Carbon-Fullys muss ohne Variostütze und mit einem mechanischen Sram-Antrieb auskommen.
Da das traditionelle Marathon-AMS weiterhin auf ein 100 Millimeter Fahrwerk setzt, richtet Cube die Variante mit 111 Millimetern Hinterbau-Hub unter anderem durch grobe Reifen auf Trailspaß aus. Vorne werkelt eine 120er Federgabel. Typisch Cube: Zum attraktiven Preis gibt’s bereits eine simple Dropper-Post und einen Shimano XT Antrieb. Die Verschleißteile kommen allerdings aus der SLX-Familie.
Das Kult-Modell Anthem ist der neuste Wurf des größten Bike-Herstellers der Welt und setzt auf einen besonders leichten und steifen Rahmen. Ganz zeitgemäß kommt auch das günstigste Modell mit 30 Millimetern Felgenweite und Dropper-Post. Ins Preiskonzept passen allerdings nur Shimano Deore Parts und günstige MT500 Bremsen.
Mit 120 Millimetern Federweg vorne, 110 Millimetern hinten, Dropper-Post und griffigem Vorderradreifen will Lapierre sein Marathon-Bike auch für anspruchsvolle Strecken rüsten. Entsprechend pfundig zeigt sich das Gewicht. Die Franzosen gönnen der Einstiegsvariante des XRM ein einfaches Fox-Fahrwerk und eine volle Shimano-XT-Ausstattung.
Merida kombiniert an seinem Marathon-Fully 100 Millimeter am Hinterbau mit 120 Millimetern an der Federgabel. Dropper-Post und Tool-Mount machen das Ninety-Six 6000 bereit für die tägliche Trainingsrunde. Die Gänge wechselt eine mechanische Sram Transmission Schaltung. Für die Verzögerung sorgen Shimano SLX Scheibenbremsen. Die Alu-Felgen besitzen nur eine schmale Innenweite von 25 Millimetern.
Als Arbeitsgerät von Crosscountry-Legende Nino Schurter schrieb sich das 120-Millimeter-Fully mit im Carbonrahmen verstecktem Dämpfer in die Geschichtsbücher. Das preisgünstigste Modell bleibt unter 4000 Euro, verzichtet aber auf eine Variostütze.
Dank preiswerter Parts und einem fetten Rabatt schafft es sogar Specialized seinen hochgelobten Epic 8 Rahmen zum konkurrenzfähigen Komplettbike-Preis anzubieten. Zur Erinnerung: in der S-Works-Variante mit nochmals leichterem Carbonrahmen kostet das Konzept 14.499 Euro. Mit einfacher Sram-Funkschaltung und vielen hauseigenen Parts ist das Specialized eine attraktive Tuning-Basis und kommt mit Unterrohr-Staufach.
Auch die Italiener haben auf 120 Millimeter aufgerüstet und bieten mit der SL-Version eine kostengünstige Alternative zum ausoptimierten SLR an. Der Aufbau mischt bewährte Shimano- und Ritchey-Parts mit Underdog-Reifen von Vittoria.