Florentin Vesenbeckh
· 26.02.2026
Mit dem neuen Oberrider bringt der Berner Hersteller Thömus ein hochkonfigurierbares E-Mountainbike mit dem stärksten Antriebssystem am Markt. Auch die Schweizer Traditionsmarke setzt jetzt also auf das Avinox Drive System des chinesischen Technologiekonzerns DJI. Das Ergebnis ist der Oberrider, ein vollgefedertes E-MTB, das Swiss Engineering mit 120 Newtonmetern Drehmoment und bis zu 1000 Watt Spitzenleistung kombiniert.
Der Oberrider basiert auf einer Carbon-Rahmenplattform, die Thömus in zwei Varianten anbietet: Die SL-Version (Superlight) mit 150 mm Federweg richtet sich an Trail-orientierte Fahrer und Tourenbiker, die ein agiles, leichtes Bike suchen. Die ST-Version (Supertrail) bringt 170 mm Federweg mit und ist klar für den Enduro-Einsatz konzipiert. Hier stehen schweres Gelände und anspruchsvolle Trails im Fokus.
Weitere Besonderheit: Beide Varianten nutzen ein High-Pivot-Hinterbau-Design, das Pedalrückschläge minimieren und die Traktion optimieren soll. Das kennen wir von Thömus bisher nicht. Interessant: Das Konzept erlaubt umfangreiche Anpassungen. Fahrer können zwischen 27,5- und 29-Zoll-Laufrädern wählen, Reach und Lenkwinkel in vier Positionen verstellen und zwischen zwei Dämpfer-Montagepunkten für unterschiedlich starke Progression im Heck wechseln.
Das Herzstück des Oberrider ist das Avinox Drive System von DJI (hier im Test!). Der chinesische Hersteller, bekannt für Drohnen und Kameratechnik, hat mit 120 Nm aktuell das drehmoment-stärkste E-MTB-System im Angebot, das noch dazu kompakt und leicht ausfällt. Die Akkus sind mit 600 oder 800 Wh erhältlich und sitzen formschlüssig im Rahmen – ein Vorteil für Gewichtsverteilung und Handling. Eine schnelle Entnahme der Batterie ist allerdings nicht möglich, das hat der Oberrider mit den allermeisten DJI-Bikes gemein. Dafür gibt es die Option auf ein sehr potentes Schnelladegerät, was wiederum ein Alleinstellungsmerkmal des Avinox-Systems ist.
Thömus bleibt seiner Philosophie treu: Jeder Oberrider wird individuell in Oberried bei Bern aufgebaut. Kunden wählen sämtliche Komponenten selbst – von der Federgabel über Bremsen und Laufräder bis zum Cockpit. Vier Standardfarben und diverse Custom Colors stehen zur Auswahl. In der leichtesten Konfiguration soll das Bike unter 20 Kilogramm wiegen – ein ambitionierter Wert.
Der Einstiegspreis liegt bei 5.490 Schweizer Franken, die Auslieferung ist ab April 2026 geplant. Vorbestellungen sind bereits möglich.
Der Oberrider ist ein mutiger Schritt von Thömus. Die Kombination aus Schweizer Fertigungsqualität, maximaler Individualisierung und dem leistungsstärksten Antrieb am Markt klingt vielversprechend. Das High-Pivot-Design überrascht. Ob das exklusive Schweizer E-MTB in der Praxis hält, was die Zahlen versprechen, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Redakteur CvD