Santa Cruz Vala 90 im TestDownhill-Spezialist mit Allround-Qualitäten?

Max Fuchs

 · 11.01.2026

Santa Cruz Vala 90 / 22,2 kg1 / 160/150 mm / 29/27,5" / 8699 Euro / Carbon
Foto: Max Fuchs
Bosch oder DJI? Mullet oder 29 Zoll? Reichweitenmonster oder Leichtgewicht? Unter den sieben Highend-E-Bikes aus unserem All-Mountain-Vergleichstest legt das Santa Cruz Vala 90 den stärksten Fokus auf Downhill-Performance. Was das E-Mountainbike aus Kalifornien sonst noch draufhat und ob sich 8.699 Euro für das Bike lohnen, haben wir getestet.

Ist das noch ein All Mountain oder schon ein kleines Enduro? Mullet-Laufräder, 160er Gabel, 150 Millimeter Hub am Heck – den reinen Fakten nach harmoniert das Vala perfekt mit dieser Testgruppe. Ein Blick auf das Antriebskonzept bringt aber Spannung in die Sache: Die Kalifornier setzen wie Transition auf eine fest integrierte 600-Wh-Batterie im Unterrohr. Ein mutiger Zug an einem All Mountain, das normalerweise mit üppiger Reichweite Spaß auf langen Touren bieten soll. Gegenüber der Konkurrenz mit 800 Wattstunden und mehr zieht das Vala in Sachen Ausdauer klar den Kürzeren. Wer trotzdem große Distanzen im alpinen Gelände abspulen will, greift zum PowerMore-Range-Extender von Bosch. Der kostet rund 450 Euro und füllt mit zusätzlichen 250 Wattstunden die Reichweiten-Lücke zum Rest der Testgruppe auf. Doch genug der Faktenanalyse, was sagt der Popometer?

Hier geht´s zu den anderen Bikes aus dem Vergleichstest:

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KategorieDetails
ModellSanta Cruz Vala 90
RahmengrößeL
Gewicht22,2 kg
Federweg (v/h)160 / 150 mm
Laufradgröße29" / 27,5"
Preis8.699 €
RahmenmaterialCarbon
Maximales Systemgewicht158 kg
GarantieLebenslang
BesonderheitenFlip Chip
Akkugewicht3.080 g
Laufradgewicht5.893 g

​Downhill? Einserkandidat!

Der Popometer schlägt ziemlich schnell in Richtung Enduro aus, ganz besonders bergab. Das liegt unter anderem am geringen Gewicht: 22,2 Kilo, nur minimal schwerer als Crussis und Transition. Dadurch fühlt sich das Bike lebendig an und vermittelt das Gefühl, mehr Pilot als Passagier zu sein. Die laufruhige Geometrie mit flachem Lenkwinkel und hoher Front erzeugt im Gerumpel einen stoischen Geradeauslauf und beflügelt das Selbstbewusstsein.

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Geometrie? Volltreffer! Fahrwerk? Allesfresser. So stichelt einen das Vala im Downhill förmlich dazu an, die Bremsen offen zu lassen und die Straightline zu nehmen.Foto: Max FuchsGeometrie? Volltreffer! Fahrwerk? Allesfresser. So stichelt einen das Vala im Downhill förmlich dazu an, die Bremsen offen zu lassen und die Straightline zu nehmen.

Doch was am Vala wirklich Wunder wirkt, ist das Fahrwerk: Es tastet den Untergrund zwar nicht ganz so feinfühlig ab wie das des Cannondale, doch Geröllfelder und harte Landungen frisst der Viergelenker-Hinterbau so gierig in sich hinein wie kein anderes Bike im Test. Die Nehmerqualitäten lassen keinerlei Wünsche offen. Doch damit nicht genug: Auch wenn der Trail wild von links nach rechts schwenkt, bleibt das Vala handlich, schneidet präzise durch Kurven und belohnt Körpereinsatz an Sprüngen mit fettem Luftstand. So balanciert das Santa Cruz gekonnt zwischen trägem Geradeauslauf und nervöser Agilität – bravo!

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Der Antrieb des Santa Cruz Vala 90

Der fest verbaute 600-Wh-Akku ermöglicht die schlichte und schlanke Formsprache des Vala. In Sachen Kontrolle und Dosierbarkeit hat man mit dem Bosch Performance Line CX Motor der 5. Generation in technischen Uphills alle Trümpfe auf der Hand.Foto: Max FuchsDer fest verbaute 600-Wh-Akku ermöglicht die schlichte und schlanke Formsprache des Vala. In Sachen Kontrolle und Dosierbarkeit hat man mit dem Bosch Performance Line CX Motor der 5. Generation in technischen Uphills alle Trümpfe auf der Hand.

Seit der CX-Generation 5 präsentiert sich der Bosch-Motor bergab klapperfrei und legt auch bei der Leistung spürbar zu: 750 Watt Spitzenleistung und 100 Nm Drehmoment stehen nun zur Verfügung. Bergauf setzt der neue eMTB+-Modus mit seinem äußerst sensiblen Ansprechverhalten und dem enormen Nachlauf aus unserer Sicht den Benchmark. Das Aggregat ist zwar kein Leichtgewicht, ansonsten aber kaum zu schlagen.

Auch in puncto Effizienz bleibt Bosch bei vergleichbarer Akkugröße unerreicht. In Kombination mit dem kleinen 600-Wattstunden-Akku ging dem Vala in unserem Reichweitentest allerdings bereits nach rund 1.600 Höhenmetern als erstes der Saft aus.

Das Vala 90 ist kein Kletterkünstler

Die Sitzposition empfanden unsere Tester als kompakt, entspannt, aber besonders wichtig: etwas hecklastig. Beim entspannten Strampeln auf der Forststraße lastet dadurch wenig Druck auf den Händen, und man übersteht auch lange Tage im Sattel ohne Probleme.

Auf derart anspruchsvollen und vor allem steilen Uphills verlangt das Vala maximalen Körpereinsatz. Motorleistung und Traktion sind zwar top, dennoch muss man geometriebedingt aktiv gegen das steigende Vorderrad ankämpfen. Das erschwert die Kontrolle.Foto: Laurin LehnerAuf derart anspruchsvollen und vor allem steilen Uphills verlangt das Vala maximalen Körpereinsatz. Motorleistung und Traktion sind zwar top, dennoch muss man geometriebedingt aktiv gegen das steigende Vorderrad ankämpfen. Das erschwert die Kontrolle.

​Sobald jedoch bergauf Spitzkehren oder Steilstücke auf der Agenda stehen, entpuppt sich der flache Sitzwinkel sowie die hecklastige Sitzposition als weiteres Ausschlusskriterium aus der All-Mountain-Clique. Anstatt sich auf Schlüsselstellen zu konzentrieren, muss man ständig gegen das steigende Vorderrad ankämpfen. Das erschwert die Kontrolle und gibt ordentlich Punktabzug in der Uphill-Wertung. Die Hinterbautraktion und die griffigen Reifen überzeugen dagegen auf ganzer Linie, können das Defizit beim Handling aber nicht ausgleichen.

Fazit von Max Fuchs

Max Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE.Foto: Moonhead MediaMax Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE.
Für mich spielt das Vala eher in der Enduro-Liga. Es ist ein Vorzeigekandidat in anspruchsvollen Downhills und wendig genug für verwinkelte Strecken. Bergauf ist es jedoch sowohl wegen der Reichweite als auch des Handlings im Nachteil. Der Fokus liegt zu stark auf der Abfahrtsleistung, um in der All-Mountain-Kategorie vorne mitmischen zu können. Als Shuttle-Ersatz für die Enduro-Trails zuhause ist es aber goldrichtig.

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