Das beste, erste E-MTB: So hat Giant das Stance E+ beim ursprünglichen Launch des Modells vor drei Jahren auf den Punkt gebracht. Das All Mountain will bewusst kein übermäßig sportlicher Extremo sein, sondern eher ein vielseitiger, bezahlbarer Kumpeltyp für Touren aller Art. Doch nun hat Giant das Stance E+ ins Fitnessstudio geschickt. Obwohl das neue Bike seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht, ist der Federweg von 140/125 auf jetzt 150/140 Millimeter angewachsen. Auch den neuen Syncdrive Pro 3X mit bis zu 100 Nm enthüllt Giant mit dem Stance E+. Wird der E-MTB Allrounder damit erwachsen?
Das Stance E+ kommt als erstes Bike im kompletten Giant-Portfolio mit dem neuen Syncdrive-Pro-3X-Mittelmotor. Der bietet bis zu 100 Nm Drehmoment – sicher nicht zufällig genau so viel, wie ein Bosch mit Power-Update. Zusätzlich soll die Spitzenleistung jetzt bei 800 Watt liegen. Sogar etwas über dem Niveau der meisten Konkurrenten. Der Pro 3X basiert wie üblich auf der Hardware von Yamahas Top-Motor. Bei Displays und Software setzt Giant aber traditionell auf eigene Lösungen.
Passend dazu kommt das Stance E+ auch mit dem neuen All-in-One Display und der neuen E-Infrastruktur, in der man zum Beispiel das Bike auch über Apples Find-My-Funktion tracken kann. Theoretisch lassen sich auch Reifendrucksensoren mit dem Bike connecten und vieles mehr. Was das Giant E-System alles kann, haben wir in diesem Artikel gezeigt. Auf das schicke Oberrohrdisplay vom großen Bruder Reign E+ verzichtet das Stance aber. Im Unterrohr steckt der bekannte 800er oder wahlweise ein kleinerer 625er Akku, der sich mit Range Extender (200 oder 250 Wh) noch aufstocken lässt.
Neben dem Motor selbst hat Giant auch Rahmen und Konzept deutlich überarbeitet. Passend zum gestiegenen Federweg von 150/140 Millimetern bekommt das Stance E+ einen um ein Grad flacheren Lenkwinkel und einen ein halbes Grad steileren Sitzwinkel. Heißt auf deutsch: Mehr Laufruhe bei hohem Tempo bergab und noch bessere Kletterfähigkeiten, um der großen Motorleistung bergauf auch Herr zu werden. Die Kettenstreben bleiben mit 468 Millimetern über alle Rahmengrößen sehr lang. Gut für die Fahrsicherheit im Gelände - für Fans von verspieltem Handling aber nicht die erste Wahl. Auch hier zeigt sich der Fokus auf gutmütiges Handling und Fahrsicherheit.
Der Einstiegspreis mit 3999 für das Stance E+ 2 ist fair. Abstriche muss man hier mit 85-Nm-Motor und 625 Wattstunden vor allem beim E-System machen. Das Stance E+ 1 mit 800er Akku und dem neuen Pro-3X-Motor kostet 4499 Euro. Beide Einstiegsmodelle setzen auf ein hauseigenes Luftfahrwerk mit einstellbarer Zug- und Druckstufe. Das Topmodell mit Fox Performance Fahrwerk, 800er Batterie und Pro 3X Motor kostet 5499 Euro.
Das Embolden E+ von Giants Schwestermarke Liv füllt neben dem Stance E+ das Portfolio auf. Auch hier setzt man auf 150/140 Millimeter Federweg und den neuen Pro 3X Motor mit bis zu 100 Nm. Geometrie und auch Fahrwerk sind aber speziell auf kleinere und leichtere Fahrerinnen angepasst. Damit bietet Liv einen Service, den sich sonst kaum noch Marken leisten. Ausstattungen und Preise sind wie beim Stance E+. Das Modell 2 mit 85 Nm und 625 Wh markiert den Einstieg für 3999 Euro. Die Modelle Embolden E+ 1 und Embolden E+ 0 wechseln für 4499 und 5499 Euro die Besitzer-In.
Mit mehr Federweg und mehr Motorpower werden Giant Stance E+ und Liv Embolden E+ erwachsen. Damit erschließen sie eine noch breitere Zielgruppe. Die Preise bleiben auf dem Boden der Tatsachen. Wir sind gespannt, wie sich der neue Motor und das hauseigene Fahrwerk im Test schlagen.

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