Adrian Kaether
· 23.06.2026
Gleich mit diversen Highlights sorgt der Koblenzer Versender Canyon für Furore. Zwar sind die meisten Produkte noch nicht serienreif, dafür technisch um so spannender.
Für Mountainbiker ist sicherlich das 32-Zoll-Racebike Lux Era ein Highlight. Das Crosscountry-Fully rollt nicht nur auf 32-Zoll-Laufrädern, sondern wurde auch aerodynamisch optimiert und kommt mit einem speziellen Cockpit, das mehrere Griffpositionen ermöglicht - natürlich mit Fokus auf Aero.
Canyon arbeitet seit 2023 an einer V2X-Schnittstelle für Fahrräder, die Kommunikation mit Fahrzeugen und Infrastruktur auch ohne direkte Sichtverbindung ermöglichen soll. Auf der Eurobike 2026 zeigt das Unternehmen mit dem Roadlite:ON CF eine seriennahe Version dieser Technologie, entwickelt in Kooperation mit Volkswagen. Das Urban-E-Bike soll Fahrende per visuellem oder haptischem Signal vor anderen Verkehrsteilnehmern warnen; auf der Messe sind erstmals Probefahrten möglich.
Mit dem Predict stellt Canyon ein Konzept vor, das Sicherheitstechnologie aus der Autoindustrie auf den Radsport überträgt, ohne das Fahrgefühl eines High-End-Rennrads zu beeinträchtigen. Das System soll die fehlenden Sicherheitsgewinne für Radfahrer adressieren, da Todes- und Verletzungszahlen in vielen Ländern weiter steigen und sich viele Menschen daher unsicher fühlen.
Technisch setzt das Predict Bike auf multimodale 360°-Sensorik mit Kamera, Radar und einem mehrdimensionalen Bewegungssensor in der Radnabe von DT Swiss. Die KI-basierte On-Device-Verarbeitung analysiert Umgebung und Fahrdaten in Echtzeit, erkennt Gefahren, reduziert tote Winkel und funktioniert dabei auch ohne Internetverbindung datenschutzfreundlich.
Ein Display im Lenker und ein optionaler AR-Helm sollen frühzeitig vor Verkehr, Gruppendynamik und kritischem Terrain warnen – inklusive prädiktiver Risiko-Einschätzung und möglicher Eingriffe wie dem automatischen Absenken der Sattelstütze. Ob die Technologie den Sprung vom Konzept in ein serienreifes, alltagstaugliches System schafft, bleibt allerdings offen.
Passend dazu präsentiert Canyon einen vernetzten Helm mit integriertem Display, Sprachsteuerung und Audioausgabe. Er soll nicht nur Schutz bieten, sondern auch als Schnittstelle zum intelligenten Sicherheitssystem dienen.
Laut Canyon kann der Helm zudem Daten anderer kompatibler Systeme verarbeiten, etwa von Leistungs- oder Herzfrequenzsensoren. Damit positioniert der Hersteller ihn sowohl als Trainingsgerät als auch als Bestandteil eines umfassenden Sicherheits-Ökosystems für Radfahrende.
Das Amflow TL Carbon erweitert das Portfolio der chinesischen Marke in Richtung SUV und Alltag. Es kombiniert Mountainbike-Eigenschaften mit der Alltagstauglichkeit eines Trekking-E-Bikes und der Transportkapazität eines Lastenrads.
Trotz eines geringen Gesamtgewichts von 22,6 Kilogramm (Herstellerangabe, ohne Zubehör) ist das Bike für hohe Lasten ausgelegt: Die maximale Gesamtzuladung beträgt 200 Kilogramm, der Frontgepäckträger trägt bis zu 20 Kilogramm und der Heckgepäckträger bis zu 27 Kilogramm. Das ist Benchmark! Allerdings wird es das Bike nicht direkt auf dem deutschen Markt geben und die Preise bleiben offen.
Nach der Elektro-Inflation an MTB-Schaltungen erneuert Komponentenriese Shimano auch seine mechanischen Gangschaltungen der beliebten Deore- und XT-Gruppen. Beide Schaltwerke wurden komplett neu gestaltet und sollen mit einem flacheren Design vor allem robuster geworden sein. Außerdem wurde die Kettenspannung deutlich erhöht und die Schaltvorgänge sollen präziser ausfallen.
Darüber hinaus gibt’s von Shimano endlich dickere Bremsscheiben mit 2,2 mm Stärke, für mehr Standfestigkeit der Scheibenbremsen. Und auch die XT-Trailpedale für dass SPD-Klicksystem wurden runderneuert.
Raymon bringt mit dem Durok ein E-Mountainbike mit einer derzeit seltenen Kombination auf den Markt: Avinox-Antrieb und entnehmbarer 800-Wh-Akku. Der Akku kommt auch im Amflow PR zum Einsatz; Modelle mit dieser Batterie sind bislang kaum verbreitet.
Die Baureihe startet mit dem Comp für 3999 Euro und dem günstigeren Avinox M2 mit bis zu 125 Newtonmeter Drehmoment. Die höherwertigen Modelle Pro und Ultra setzen auf den stärkeren M2S mit voller Antriebsleistung und unterscheiden sich darüber hinaus vor allem bei Fahrwerk und Schaltung. Exakte Ausstattungsdetails und Preise stehen noch aus.
Mit der 3x3 Six erweitert Getriebehersteller H & B Hightech sein Portfolio um eine günstigere Variante. Die 3x3 Nine als Topmodell bietet neun Gänge und über 500 Prozent Bandbreite. Die 6-Gang-Nabenschaltung Six spricht jetzt eher City- und Alltagsbiker an.
Mit unter 300 Prozent Bandbreite dürfte sie immer noch ausreichend Gänge für E-Bikes im Stadtbetrieb bieten, dabei aber deutlich bezahlbarer sein. Die Konkurrenz mit Shimanos Nexus 5 Gang und Enviolos stufenlos Nabe ist zwar stark. 3x3 braucht keine Wartung und kann laut Herstelleraussage mit besonders hoher Effizienz punkten. Sonst ein typisches Problem klassischer Nabenschaltungen und insbesondere der Enviolo.

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