Es ist kein Geheimnis, dass die Verkaufszahlen klassischer Mountainbikes drastisch zurückgehen. Da ist es schön zu sehen, dass Cube eine wichtige Plattform komplett neu auflegt und sich dabei Gedanken um durchdachte Details macht. Die insgesamt schlankere Palette ermöglicht noch fairere Preise, was im unschlagbar günstigen Einstiegsmodell gipfelt: Carbonrahmen, solide Ausstattung, 1999 Euro - das gab es lange nicht mehr! - Florentin Vesenbeckh, Testredakteur
Das neue Cube Stereo ist so etwas wie die personifizierte Demokratisierung des Mountainbikes. Denn das neue Fully soll einfach alle ansprechen. Downcountry, Trailbike, Tourer, All Mountain - ein Modell für fast alle Einsatzbereiche. So bündelt das Stereo gleich mehrere Vorjahresmodelle. Aus Stereo One22 (hier im Dauertest), One44 (zum Bike-Check) und One55 wird ganz einfach Stereo. Nächster Aspekt der “Eins-für-Alle-Ausrichtung”: der Preis. Los geht’s bei 1999 Euro. Und das mit Carbonrahmen und einer Ausstattung, die selbst im ernsten Mountainbike- und Trail-Einsatz bestehen sollte.
Grundlage ist das komplett neu entwickelte Chassis. Der Hauptrahmen ist immer aus Carbon, der Hinterbau bei den zwei günstigeren Modellen aus Alu. Der Dämpfer wandert liegend unter das Oberrohr, was das Bike optisch deutlich von seinen Vorgängern abgrenzt. Eine Switch, den die motorisierten Stereos schon früher vollzogen haben. Die weiteren Eckdaten: 29er-Laufräder und ein Federweg von 150 mm Federweg vorne und 145 mm hinten. Das soll für alle Einsätze von schnellen Touren bis zu schwereren Trails passen.
An Details hat Cube, trotz des günstigen Einstiegspreises, nicht gespart. Im Unterrohr des Carbonrahmens findet ein Staufach Platz. Der Verschluss wurde im Vergleich zum One44 und One55 nochmal deutlich angepasst. So soll der Deckel jetzt fester sitzen, auch auf Dauer und mit Trinkflasche. Auf dem Oberrohr gibt’s ein Tool-Mount, für den serienmäßig eine Garminhalterung mitgeliefert wird. Alternativ passen hier auch kleine Taschen oder andere Gadgets.
Schrauber und Integrationsmuffel werden sich über eine weiter Neuerung freuen: Zwar werden die Bikes ab Werk weiterhin mit integrierter Zugführung durch den Steuersatz ausgeliefert, doch hinter dem Steuerrohr sind die Rahmen mit klassischen Zugeingängen ausgestattet. Beim Material setzt Cube auf zwei Güteklassen. Die beiden teureren Varianten mit dem Namenszusatz C:62 kommen nicht nur mit Carbon-Hinterbau, statt Alu, sondern haben auch insgesamt ein hochwertigeres Carbon-Layup, wodurch der Rahmen deutlich leichter wird.
Heimlicher Star der Linie ist das Einstiegsmodell Stereo HPC Race. Denn das gibt’s schon für 1999 Euro. Zwar fällt das Gewicht dieses Modells mit 16,3 Kilo für ein Trailbike sehr hoch aus, trotzdem bekommen Biker hier richtig viel geboten. Neben den bereits angesprochenen Features ist die Ausstattung schon voll auf Gelände gepolt: Die hochwertigen Conti-Reifen mit Enduro-Karkasse suchen in dieser Preisklasse ihresgleichen. Dazu kommt ein 12fach Shimano XT-Schatwerk, kombiniert mit deore-Komponenten und Magura Louise Bremsen. Die Rockshox Psylo Silver treibt mit Stahlstandrohren das Gewicht in die Höhe und kommt im schweren Gelände etwas früher an Grenzen. Auch eine Dropperpost ist schon an Bord.
Deutlich hochwertiger wird es beim Stereo HPC TM für 2999 Euro. Hier federt schon eine Fox 36 Performance Elite und geschalten wird mit Srams Eagle 90 Transmission. Auch die Bremsen kommen mit Maven Base von Sram. Das Gewicht bleibt mit 16,28 Kilo für ein Trailbike üppig.
Beim Rahmen der beiden teuersten Varianten mit dem Namenszusatz C:62 setzt Cube auf hochwertigere Fasern und auch der Hinterbau ist aus Carbon, das spart Gewicht. Das Stereo C:62 Super TM ist dabei auf Trail und Abfahrt getrimmt. Zum dicken Rockshox Vivid Dämpfer gesellt sich eine Lyrik, beide aus der Ultimate-Serie. Geschalten wird mit Srams X0 Eagle Transmission über Funk, gebremst mit Sram Maven Silver. Das Ganze gibt’s für 4999 Euro bei einem Gewicht von 14,9 Kilo.
Das Topmodell Stereo C:62 SLT sollte für 5499 Euro auch gewichtsbewusste Biker glücklich machen. Mit 13,6 Kilo steht es schlank da, verzichtet aber trotzdem nicht auf Fox 36 und einen Fox Float X mit Ausgleichsbehälter. Die Ausstattung glänzt mit Shimanos XTR Di2 Funkschaltung, Carbonlaufrädern von Newmen und Raceface-Carbonkurbeln. Das Fahrwerk stammt - natürlich - aus Fox’ Factory-Regal. Ein edles Paket, das sowohl im Trail-Einsatz, als auch auf Alpencross und langen Touren überzeugen sollte.

Redakteur CvD
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