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Das Cube Stereo One44 C:62 Race 29* ist der feuchte Traum jedes Marketing-Managers. Eine Produktbeschreibung des Trailbikes enthält zahlreiche schwer gefragte Buzz-Words: Carbon, Fox Kashima, Shimano XT.
Hinzu kommt ein auf den ersten Blick konkurrenzlos günstiger Preis von 3799 Euro. Keine Frage, das leichte Cube-Fully ist ein absoluter Werbe-Star. Doch wie viel Performance steckt wirklich hinter der attraktiven Fassade? Das klärt unser Check des Cube Stereo One44 C:62 Race 29.
Wir bei BIKE wissen genau: Trailbikes ohne Motor machen vor allem dann Spaß, wenn sie leicht sind. In unserem Test-System können nur Modelle punkten, die nicht zu viel Gewicht auf den Rippen tragen. Werte im Bereich von über 14 oder gar 15 Kilo sind bei flinken Trail-Manövern und bei großen Tagestouren echte Spaßbremsen.
Am Markt - gerade in günstigen Preisbereichen - sind schwere Bikes leider absolut keine Seltenheit. Für unter 3800 Euro nimmt das Cube Stereo One44 C:62 Pro eine besondere Stellung ein. Es basiert auf einem Vollcarbonrahmen und bringt ohne Pedale lediglich 13,1 Kilo auf die Waage. Trotzdem spart das One44 nicht mit praktischen Features, wie einem Staufach im Unterrohr und einem Tool-Mount unter dem Oberrohr.
Einen Vollcarbon-Fully-Rahmen zu diesem Preis anzubieten, erfordert selbst von einem Hersteller der Größenordnung von Cube eine sehr straffe Kalkulation. Geschaltet wird via Shimanos XT-Gruppe. Dank eines kleinen Kettenblatts mit nur 30 Zähnen stellt die Übersetzung einen super Kriechgang bereit.
Die Verschleißteile an Kassette und Kette stammen “nur” aus der SLX-Familie. Der Funktion schadet das nicht. Hier spart Cube an der richtigen Stelle. Allerdings muss man festhalten, dass die inzwischen veraltete mechanische XT bei der Schaltperformance unter Last weder mit dem Nachfolgemodell, noch mit Srams Pendant mithalten kann.
Das leichte Cube Stereo One44 (hier das Modell Pro im Test) beschleunigt äußerst willig, und jede Pedalumdrehung profitiert von der niedrigen Masse. Auch die montierten Maxxis Forekaster-Reifen überzeugen durch ihre guten Rolleigenschaften.
Bei anspruchsvollen, steilen Anstiegen zeigt das Cube jedoch Schwächen. Die Front neigt vergleichsweise früh zum Steigen, während der Hinterbau in Kombination mit den Forekaster-Reifen wenig Traktion erzeugt.
Auf welligem Terrain spielt das geringe Gewicht des Bikes dagegen seine Stärken voll aus. Der Hinterbau arbeitet selbst bei geöffnetem Dämpfer bemerkenswert effizient und zeigt nur minimale Wippbewegungen. Die Nutzung der Plattformfunktion wird dadurch praktisch überflüssig.
Abfahrten meistert das Stereo One44 dank seiner modernen Geometrie souverän. Ein flacher Lenkwinkel und die hohe Front vermitteln selbst in steilen Passagen viel Sicherheit. Cube bietet über die Steuersatzschalen auch die Option den Lenkwinkel um 0,6 Grad steiler zu zeichnen.
Für Ritte durch anspruchsvolles Gelände empfehlen wir jedoch die flachere Einstellung. Die kurzen Kettenstreben verleihen dem Bike zudem ein verspieltes Handling und erleichtern das Fahren auf dem Hinterrad erheblich. Daumen hoch für den Spieltrieb - einer wichtigen Kernkompetenz von leichten Trailbikes!
So weit, so gut. Sobald das Tempo steigt, muss das Cube Stereo One44 jedoch seine Rolle als Musterschüler abgeben. Die Maxxis-Forekaster-Bereifung zeigt bergab höchstens durchschnittlichen Grip und einen eher begrenzten Pannenschutz.
Zwar profitiert das Cube von seinem hochwertigen Fox-Fahrwerk, liegt jedoch weniger sicher auf dem Trail als viele Konkurrenten aus der Trailbike-Familie. Ein Mangel an Sensibilität ist dem Fahrwerk nicht vorzuwerfen. Andere Hinterbauten erreichen jedoch eine nochmals sattere Streckenlage.
In diesem Federwegsbereich setzen Mitbewerber teils auf komplexe aber performante Kinematiken und steife Gabeln. Das Trailbike von Cube verzichtet zugunsten eines geringeren Gewichts auf solche Features, setzt beim Fahrwerk auf 34-Millimeter-Gabelstandrohre und ein einfacheres Hinterbausystem. Das geringe Gesamtgewicht wirkt sich in schnellen Abfahrten allerdings nicht ausschließlich positiv aus.
Bei der im BIKE-Testlabor ermittelten Rahmensteifigkeit liegt das One44 ebenfalls etwas hinter vergleichbaren Trailbikes. Besonders das Heck weist eine spürbare seitliche Flexibilität auf. Das sorgt einerseits für ein fehlerverzeihendes Fahrverhalten und erhöht den Komfort. Andererseits könnten sich schwere und sehr aktive Fahrer mit mehr als 90 Kilogramm Körpergewicht einen strafferen Hinterbau wünschen, da das Heck unter hoher Belastung etwas weich wirkt.
Typisch Cube glänzt das Stereo One44 C:62 Pro* mit einem leichten Gewicht und einer hochwertigen Ausstattung zum Schnäppchen-Preis. Die Geometrie vermittelt Fahrspaß satt und auf Touren begeistert das Carbon-Trailbike mit einem beschwingten Vortrieb. Im Downhill muss das zu weiche und vergleichsweise wenig satte Chassis Federn lassen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Wie seht ihr das: Ist das Cube Stereo One44 C:62 Race 29 nur viel heiße Luft oder steckt echte Mountainbike-Performance dahinter? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare!

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