Crussis e-Full 12.11 ProFahrspaß-Bolide mit DJI Avinox im Test

Adrian Kaether

 · 16.01.2026

Das Crussis e-Full ist eines der ersten Bikes mit DJI Avinox.
Foto: Max Fuchs
​Mit dem e-Full mit DJI Avinox Motor will der tschechische Hersteller Crussis jetzt auch in Deutschland richtig durchstarten. Im harten Vergleichstest checken wir, ob dem Bike auch im kompetitiven Umfeld ein würdiger Einstand gelingt.

Mit dem Avinox M1 hat DJI die Bike-Branche kräftig durcheinandergewirbelt. Eine Chance auch für neue Hersteller, sich mit dem chinesischen Power-Motor einen eigenen Anteil und einen festen Platz unter den E-Mountainbikes zu sichern. Genau das ist die Geschichte von Crussis. Der tschechische Hersteller konnte sich mit starkem Preis-Leistungsverhältnis zuhause in den letzten Jahren immer mehr etablieren. Gerade mit dem e-Full streckt Crussis jetzt die Finger auch nach dem deutschsprachigen Markt aus.

Crussis e-Full 12.11 Pro: DJI Avinox // 800 Wh // 160/150 mm // 29 Zoll // 8990 Euro // 21,9 kg.Foto: Max FuchsCrussis e-Full 12.11 Pro: DJI Avinox // 800 Wh // 160/150 mm // 29 Zoll // 8990 Euro // 21,9 kg.

​Die Fakten zum Crussis e-Full 12.11 Pro

  • Motor: DJI Avinox, 120 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 800 Wh (fest verbaut)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Rahmengrößen: S - XL
  • Preis: 8990 Euro
  • Gewicht: 21,9 kg (Testbike in Größe L, BIKE-Messung)
  • Max. Systemgewicht: 120 kg
  • Garantie: 2 Jahre

Trail-Fans wissen aber: Ein guter Motor allein macht noch kein gutes E-MTB. Gerade aktuell ist der DJI dennoch ein ungewöhnliches Alleinstellungsmerkmal. Crussis setzt dabei auf das klassische Avinox-System, wie es auch in DJIs Bikemarke Amflow (hier im Test) oder etwa im Megamo Reason (hier im Test) zum Einsatz kommt. Das heißt: Im Unterrohr steckt wahlweise ein 600er oder 800er Akku. Die schlanke Batterie ist fest verbaut. Das macht eine besonders leichte Rahmenkonstruktion möglich, aber erfordert einen Rad-Stellplatz mit nahgelegener Steckdose.

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Die Batterie sitzt fest verbaut im Unterrohr. In unserem Testrad sorgten Akku und/oder Züge leider für ein nerviges Klappern. Ein Problem, das wir mit Amflow auch schon hatten.Foto: Max FuchsDie Batterie sitzt fest verbaut im Unterrohr. In unserem Testrad sorgten Akku und/oder Züge leider für ein nerviges Klappern. Ein Problem, das wir mit Amflow auch schon hatten.

DJI Avinox M1 mit Turbo-Ladegerät

Das Touch-Display auf dem Oberrohr und die gut bedienbaren Schalter für Displayansichten und U-Stufe kennen wir schon von anderen DJI-Bikes. Der Motor hat Power und Dynamik ohne Ende und liefert mit dem 800er Akku auch eine ordentliche Reichweite. Durch die hohe Leistung kann man die Batterie im Vollgasmodus allerdings recht schnell leer ziehen. Da lohnt sich der Fast Charger, der beim Crussis e-Full Pro sogar inklusive ist. Er lädt das Bike in 90 Minuten auf 75 Prozent auf und kostet sonst nochmal 250 Euro extra.

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Der DJI Avinox M1 liefert bis zu 1000 Watt und 120 Nm in der Spitze.Foto: Max FuchsDer DJI Avinox M1 liefert bis zu 1000 Watt und 120 Nm in der Spitze.Das Avinox-Display ist touchfähig und ins Oberrohr eingelassen.Foto: Max FuchsDas Avinox-Display ist touchfähig und ins Oberrohr eingelassen.

Typisch Crussis ist die lupenreine High-End-Ausstattung zum fairen Preis. Natürlich sind auch fast 9000 Euro viel Geld. Bei Carbon-Laufrädern, X0-Transmission, Maven-Bremsen und Fox-Factory-Fahrwerk bleiben aber keine Wünsche offen. Andere Hersteller liefern da in unserem High-End-Test deutlich weniger fürs Geld. Wie der Look des Bikes schon verrät, sind Geometrie und Hinterbau klassisch gezeichnet. Ein Viergelenker mit liegendem Dämpfer quetscht 150 Millimeter Federweg hinten aus dem Chassis. Die Geometrie ist modern, bleibt aber auf der kompakten Seite. Eher kurze Kettenstreben kombiniert Crussis mit 471 Millimetern Reach in Größe L und einem moderaten Lenkwinkel von 64,4 Grad. Das Crussis fällt dadurch für ein modernes L-Bike relativ klein aus und hat den kompaktesten Radstand in unserer Vergleichsgruppe.

Gebremst wird mit Srams kraftigen Maven-Stoppern.Foto: Max FuchsGebremst wird mit Srams kraftigen Maven-Stoppern.Das Crussis kommt mit leichten Carbon-Laufrädern von FSA.Foto: Max FuchsDas Crussis kommt mit leichten Carbon-Laufrädern von FSA.

Handlich und agil: So fährt sich das Crussis

Aufsitzen und los geht’s: Mit Blick auf die Rahmenmaße waren unsere Erwartungen für anspruchsvolle Uphills gedämpft. Aber auch ohne explizite Kletter-Geometrie macht das Crussis seine Sache gut. Der Hinterbau sackt nicht ein, die tiefe Front fördert die Kontrolle bergauf. Durch den kompakten Radstand lässt sich das Rad gut durch enge, steile Kehren steuern. Das große Hinterrad macht sich im Uphill ebenfalls bezahlt. Die hohe Leistung des Avinox will aber bewusst dosiert werden, sonst lupft das Crussis an steilen Rampen das Vorderrad wie ein Dragster ohne Wheelie-Schutz. Wir empfehlen den progressiveren Trail-Modus statt Turbo oder gar Boost.

Bergauf gibt der starke Motor den Ton an.Foto: Max FuchsBergauf gibt der starke Motor den Ton an.Bergab fährt sich das leichte Crussis agil und reaktiv.Foto: Max FuchsBergab fährt sich das leichte Crussis agil und reaktiv.

Klettern kann das Crussis also ganz gut, die klare Stärke des eFull liegt aber im verspielten Fahrgefühl bergab. Durch die kompakte Geometrie und den nicht zu flachen Lenkwinkel bleibt das Handling sehr unkompliziert und neutral. Die Federung ist poppig ausgelegt und gibt viel Feedback. Bunny-Hops auf dem Trail oder mal die kreative Linie nehmen? Da ist das Crussis gerne dabei!

Werden die Abfahrten steiler und rauer, muss man sich am Crussis etwas festhalten. Durch die unkomplizierte und ausbalancierte Geometrie mit tiefem Tretlager kommen aber erst spät ungute Gefühle auf. Der Viergelenk-Hinterbau ist straff, aber sauber abgestimmt. Der Lenker mit viel Rise gleicht die tiefe Front auf normalen Trail-Abfahrten gut aus. Nur bei der Telestütze hätten wir uns etwas mehr Hub gewünscht. Immerhin: In Serie soll eine 180er statt der 150er in unserem Testbike montiert sein. Nervig: Bergab klapperte unser Testbike deutlich aus dem Unterrohr.

Gut für Schrauber: Die Züge laufen klassisch in den Rahmen statt vollintegriert durch den Steuersatz.Foto: Max FuchsGut für Schrauber: Die Züge laufen klassisch in den Rahmen statt vollintegriert durch den Steuersatz.

​BIKE-Bewertung: Crussis e-Full Pro

Stärken

  • agiles Trail-Handling
  • hochwertig ausgestattet
  • DJI-System mit Schnellladegerät

Schwächen

  • Akku fest verbaut
  • geringe Gewichtszulassung

BIKE-Gesamtnote: 2,2

Die BIKE-Note setzt sich aus Praxiseindrücken der Tester und Labormesswerten zusammen. Die Note ist preisunabhängig. Notenspektrum analog zum Schulnotensystem. Für eine solide Leistung vergeben wir die Note 3,0.

BIKE-Fazit zum Crussis e-Full Pro

​Unser erstes Testbike von Crussis überzeugt. Der quirlige Allrounder punktet mit guter Funktion, attraktivem Gewicht und Preis und setzt beim Trail-Spaß bergab einen besonderen Akzent. Achtung: Das niedrige Systemgewicht kann ein Ausschluss-Kriterium sein. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Adrian Kaether ist Redakteur für Test und Technik bei BIKE - und bekommt als erfahrener E-Experte alle spannenden E-Bike-Neuheiten in die Finger. Vom Motor bis zum Komplettbike.Foto: Georg GrieshaberAdrian Kaether ist Redakteur für Test und Technik bei BIKE - und bekommt als erfahrener E-Experte alle spannenden E-Bike-Neuheiten in die Finger. Vom Motor bis zum Komplettbike.

Daten zum Crussis e-Full 12.11 Pro

Gewicht (kg)21.94
Zulässiges Gesamtgewicht (kg)120
GabelFox 36 Float Factory
DämpferFox Float X Factory
SchaltungSRAM X0 Eagle AXS
Motor / AkkuDJI Avinox M1
Bremsen vorneSRAM Maven Silver
Bremsen hintenSRAM Maven Silver
Reifen vorne / hintenMaxxis Assegai 3C MaxxTerra Exo Protection TR 29 x 2,50

Alle Daten findest du hier

Testergebnis

EigenschaftNote
Fahrverhalten2,5
Labor1,3
Ausstattung3,2
Endnote2,2

Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier

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