Jan Timmermann
· 18.10.2023
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Beim Kauf eines Mountainbikes gibt es fast keine Frage, die heißer brennt, als die nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir alle möchten für unser Geld auch ein gutes Produkt bekommen. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Bike fällt in den meisten Fällen erst nach einem Blick in den Geldbeutel. Preise lassen sich einfach vergleichen.
Schwieriger ist es, zu bestimmen, was ein MTB leistet. Dabei spielen immer auch individuelle Gesichtspunkte eine Rolle: Was möchte ich mit dem Bike alles tun? Holt mich ein Bike auch emotional ab?
Zum Glück haben wir bei BIKE ein seit vielen Jahren etabliertes Testsystem, das alle objektivierbaren Faktoren der Leistung eines Mountainbikes in eine detaillierte Punktewertung gießt.
Der BIKE-Test bewertet neben dem Praxiseindruck verschiedener, erfahrener Tester in einem der Bike-Kategorie angemessenen Gelände auch Qualitätsmerkmale, wie die Verarbeitung oder die technische Aktualität eines Bikes.
Dazu kommt die Benotung des Mehrwertes, wie etwa Garantiebestimmungen oder Lieferumfang. Eine wichtige Rolle nimmt auch die Bewertung der Messdaten aus unserem hauseigenen Testlabor ein. Dort ermitteln wir die Gewichte und Beschleunigungswerte, aber auch Lackqualität und Steifigkeit eines Bikes.
Zudem vermessen wir die Geometriedaten und Kennlinien der Testbikes selbst, um von den Herstellerangaben unabhängig zu sein und unsere Praxiseindrücke zu stützen. Das Ergebnis ist eine tragfähige Bewertung mit maximal 250 Punkten, die sich dem Preis eines Bikes gegenüberstellen lässt. Nach den umfangreichen Tests in Labor und Praxis haben wir also den Preis mit der Leistung der Bestseller-Bikes ins Verhältnis gesetzt.
Am wenigsten Punkte kann das günstigste Bike von Giant einspielen. Gleichzeitig schafft es der teuerste Kandidat von Rocky Mountain zwar, ein sehr gutes, nicht jedoch das beste Punkteergebnis einzufahren. Abgesehen von einzelnen Ausschlägen ist im Schaubild oben zu erkennen, dass die teureren Bikes auch meist bessere Resultate erzielen.
Sowohl bei den Punkten, als auch beim Preis, landet das Conway im Mittelfeld. Radon, Bulls und Scor kosten viel, liefern aber auch eine starke Leistung ab. Bei Rocky Mountain muss man für ein vergleichbares Ergebnis noch mal etwas mehr zahlen.
Bei Focus und Cube passt die Leistung zum Preis. Rose und Specialized bieten ein überdurchschnittlich gutes Verhältnis von Kosten und Testerfolg. Am besten gelingt der Preis-Leistungs-Spagat Direktversender Canyon.
Um ihren Kunden das bestmögliche Verhältnis von Preis und Leistung zu bieten, wählen die Hersteller unterschiedliche Taktiken. Schnäppchen oder Mogelpackung? Wir haben die Stellschrauben enttarnt, mit denen die Hersteller das ihrer Meinung nach beste Gesamtpaket einstellen.
Ich will mich nicht nur auf eine Disziplin beschränken. Ist ein Bike besonders vielseitig, brauche ich mir vielleicht nur ein einziges in die Garage stellen und spare Geld. Sowohl das teure Rocky Mountain als auch das günstige Canyon sind besonders vielschichtig begabt. - Stefan Frey, BIKE-Testredakteur
Es gibt Teile an einem Bike, an denen sollte man einfach nicht geizen. Nichts beeinflusst das Fahrverhalten bergab so positiv wie gute Federelemente und Reifen. Scor und Rocky Mountain haben das verstanden und leistungsstarke Kombinationen zusammengestellt. - Peter Nilges, BIKE-Testleiter
Für mich hat die Kombination aus Carbon-Rahmen und 120er-Gabel an einem Hardtail einen ganz besonderen Reiz. Rose und Focus machen mit breiten Reifen und Dropper-Posts auch bergab Laune. Auf flowigen Trails kann ich mir so den Aufpreis für ein Racefully sparen. - Jan Timmermann, BIKE-Testredakteur

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