MTB-Neuheiten 2025Die spannendsten Mountainbikes im Jahresrückblick

Max Fuchs

 · 07.01.2026

Das Comeback eines Klassikers: Das Bottlerocket von Transition vereint den Freeride-Charme der 2000er mit moderner Technik – ein absolutes Highlight 2025.
Foto: Transition
Auch wenn 2025 für die Bike-Branche wieder kein Rekordjahr war, sprudelten die Entwicklungsabteilungen weiter vor Ideen: Zahlreiche neue Bikes rollten auf den Markt. Erfreulich dabei: Die Hersteller setzen nicht auf bewähre Formeln, sondern halten mit frischen Konzepten den Bike-Markt in Schwung - auch ohne Motor. Wir werfen einen Blick auf die spannendsten Mountainbikes des Jahres.

All Mountain: Trek Fuel

Mitte des Jahres präsentierte Trek mit den neuen Fuel-Modellen (>> hier erhältlich) eine All-Mountain-Plattform, die mit extrem wandelbarem Konzept auffällt. Das Bike gibt es in drei Varianten – EX, MX und LX – die sich in Federweg und Geometrie an unterschiedliche Einsatzbereiche anpassen. Doch damit nicht genug: Die Rahmen bieten über verschiedene Dämpferaufnahmen und Flipchips auch die Möglichkeit die Fahrwerkscharakteristik individuell zu konfigurieren.

Trailbike, All Mountain oder Enduro? Das hypermodulare Trek Fuel kann alles sein!Foto: TrekTrailbike, All Mountain oder Enduro? Das hypermodulare Trek Fuel kann alles sein!

Das EX ist das Einstiegsmodell mit 150/145 mm Federweg und 29-Zoll-Laufrädern. Die MX-Variante fährt im Mullet-Setup: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten, 160 mm Federweg vorne, 150 mm hinten und eine progressivere Heckfederung. Das Ergebnis ist ein schnelles, verspieltes und agiles Fahrverhalten. Trek positioniert das Fuel MX als perfekten Ersatz für alle, die ihr Trek Remedy vermissen.

MerkmalFuel EXFuel MXFuel LX
Federweg (vorne/hinten)150/145 mm160/150 mm170/160 mm
Laufradgröße29 Zoll29 / 27,5 Zoll29 Zoll
RahmenoptionenCarbon oder AluCarbon oder AluCarbon oder Alu
Gewicht ab14,2 kg14,2 kg14,2 kg
Preisbereich (Euro)2499 – 84992499 – 84992499 – 8499

Die LX-Variante ist das langhubige Kraftpaket der Fuel-Familie: 160 mm Federweg hinten, 170 mm vorne auf 29-Zoll-Laufrädern. Damit kratzt sie an den Eckdaten des Highpivot-Enduros Trek Slash. Mit der progressivsten Hebelwirkung im Lineup richtet sich das Fuel LX an Fahrerinnen und Fahrer, die die Downhill-Power des Slash lieben – aber ohne das Highpivot-Fahrwerksgefühl.

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Freeride: Transition Bottlerocket

​Mit dem Transition Bottlerocket 2026 feiert ein legendäres Freeride-Bike sein Comeback – neu aufgelegt mit moderner Geometrie, cleveren Einstellsystemen und bis zu 200 mm Federweg. Der solide Aluminiumrahmen, die 27,5er-Laufräder und das anpassbare Fahrwerk machen das Bottlerocket zum ultimativen Tool für Park, Trail und Big-Mountain-Lines.

Das Comeback eines Klassikers: Das Bottlerocket 2026 vereint Freeride-Charme der 2000er mit moderner Technik.Foto: TransitionDas Comeback eines Klassikers: Das Bottlerocket 2026 vereint Freeride-Charme der 2000er mit moderner Technik.

​Das einstige Kultbike mit 140 Millimetern Federweg und 26-Zoll-Laufrädern kehrt zurück – als modernisierter Aluminium-Bolide mit 27,5-Zoll-Bereifung, wahlweise 180 oder 200 Millimetern Federweg und einer ordentlichen Portion „No-Nonsense“-Charme. Umlenkhebel und Yoke-Verbindungen sind geschmiedet und das Unterrohr schützt ein verschraubter Shuttle-Guard und ein massiver Gummiprotektor gegen Steinschläge. Auch gut: Je nach Einsatzbereich darf man frei wählen – Singlecrown oder Doppelbrückengabel, jeweils mit bis zu 200 Millimetern Federweg. Damit zielt Transition genau auf die Nische zwischen Downhill- und Enduro-Bike – dort, wo Airtime, Style und Kontrolle wichtiger sind als Traktion, Präzision und Highspeed-Performance.

MerkmalTransition Bottle Rocket
Federweg180 oder 200 mm
ModellvariantenSingle Crown / Dual Crown
Preis Single Crownab 4699 Euro
Preis Dual Crownab 5199 Euro
Rahmenab 2499 Euro

​Natürlich wäre es kein modernes Transition-Bike ohne eine Prise Nerd-Humor. Die Amerikaner nennen ihre Einstellsysteme C.H.I.P.S. und S.A.L.S.A. – und meinen das durchaus ernst. Über C.H.I.P.S. („Changes Height Independently of Progression Setting“) lässt sich die Kinematik in vier Varianten konfigurieren: High oder Low, linear oder progressiv. Wer’s verspielt mag, fährt das poppige Park-Setup – wer’s gern satter und laufruhig hat, wählt den Downhill-Modus. S.A.L.S.A.(„Super Awesome Length Stay Adjusters“) erweitert das Konzept mit drei Kettenstrebenlängen (0, +5 oder +10 mm). Statt simplen Flipchips werden die Ausfallenden dafür komplett getauscht.

Enduro: Forestal Siryon

Die Eckdaten vom Forestal Siryon Diode: 16,2 kg / 170/170 mm / 29" / 8899 Euro / Carbon
Foto: Max Fuchs

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Hersteller setzen konsequent auf E-MTBs. Die junge Marke Forestal aus Andorra – erst vor wenigen Jahren gegründet – ging von Anfang an besonders konsequent diesen Weg. Bis 2025 baute man ausschließlich leichte E-MTBs mit kompakten Motoren und Akkus. Doch dann kam das neue Siryon.

MerkmalForestal Siryon
RahmenmaterialCarbon
Federweg170/170 mm
Laufradgröße29 Zoll
RahmengrößenS/M, L, XL
Gewicht16,1 kg (Testbike L, BIKE-Messung)
Preis6999 Euro oder 8999 Euro; Frame-Set 3999 Euro
BesonderheitenEingelenk-Hinterbau, Rahmen-Staufach

Das Enduro orientiert sich stark an seinem älteren und motorisierten Namensgeber – vom Hinterbau über die Geometrie bis hin zur Optik. Statt Akku gibt es ein Staufach im Unterrohr mit praktischem Fidlock-Verschluss. Optisch wirkt das Bike moderner: Geradere Linien, ein durchgehendes Oberrohr und ein zeitgemäß kurzes Sitzrohr verleihen dem Siryon eine frische aber dennoch einzigartige Formensprache. Doch das Bike ist nicht nur ein optisches Highlight. Auch die Fahreigenschaften suchen ihresgleichen. In unserem großen Highend-Enduro-Vergleichstest hat uns das Bike sogar so vom Hocker gehauen, dass wir es mit dem Testsieg belohnt haben.

​Race-Fully: Giant Anthem Advanced SL

Die neueste Version des Giant Anthem Advanced SL kommt mit komplett überarbeitetem Rahmendesign – und hat sich bereits den WM-Titel in Crans-Montana gesichert.

Das Topmodell für 12.500 Euro kommt mit Flight Attendant Fahrwerk, Powermeter und Transmission-Schaltung.
Foto: Giant

Alan Hatherly fuhr die komplette Weltcup-Saison bereits auf einem Prototyp des neuen Anthem und sicherte sich mit dem nahezu serienreifen Bike in der Schweiz den WM-Titel. Um das neue Anthem noch schneller und agiler zu machen, wurde der Rahmen von Grund auf neu konzipiert. Auffälligstes Merkmal: Giant verabschiedet sich vom typischen stehenden Dämpfer. Durch die Platzierung dicht unter dem Oberrohr erreicht Giant nicht nur ambitionierte Gewichtsziele, sondern schafft gleichzeitig Platz für eine zweite Trinkflasche im Hauptrahmen.

​Doch nicht nur optisch hat sich am Rahmenlayout einiges getan. Um das Anthem Advanced SL fit für die gestiegenen Anforderungen des Weltcups zu machen, bietet das Fahrwerk nun standesgemäße 120 mm Federweg vorne wie hinten. Damit spielt das Racebike in der Liga etablierter Konkurrenten wie Scott Spark oder Specialized Epic mit und sorgt auch abseits der Rennstrecke für Reserven. In Deutschland sind fünf Ausstattungsvarianten erhältlich – von 4500 bis 12.500 Euro.

Downhill: Scott Gambler

​Versteckter Dämpfer, vielseitiger Einsatzbereich und innovative Optik: Das neue Scott Gambler wirkt wie ein Donwhill-Bike aus der Zukunft.

Ja, wo isser denn? Der Dämpfer? Das brandneue Scott Gambler in der Top-Ausstattung für 7599 Euro.Foto: Rupert FowlerJa, wo isser denn? Der Dämpfer? Das brandneue Scott Gambler in der Top-Ausstattung für 7599 Euro.

Herzstück des Bikes ist ein neu entwickeltes 6-Bar-Fahrwerk mit 210 mm Federweg hinten und zentral tief im Rahmen verbautem Dämpfer. Das Ziel: ein ausgewogenes Fahrverhalten und maximale Anpassungsmöglichkeiten an Strecke und Fahrstil. Diese Vielseitigkeit zeigt sich in gleich mehreren Features: zweifache Kettenstrebenlängen-Verstellung, ein Flipchip zur Anpassung von Tretlagerhöhe und Hinterbau-Progression sowie eine dreifache Reach-Verstellung im Steuersatz.

MerkmalGambler RCGambler 10Rahmenkit
RahmenGambler Carbon HMXGambler Carbon HMX Hauptrahmen, Aluminium 6061 HinterbauGambler Carbon HMX, Integrated Suspension Technology, 6-Link-Kinematik
Federweg210 mm210 mm
GabelFOX 40 Factory Grip X2 Air, Kashima, 200 mmRockShox Boxxer Base, Rush RC, 200 mm
DämpferFOX DH X2 Factory, 250x75 mmRockShox Vivid Coil, 250x75 mm
SchaltwerkSRAM XO1 DH, 7-fachSRAM GX DH, 7-fach
KurbelRaceface Atlas DM36T Aluminium, 165 mmSRAM Descendant DH DUB, 34T Stahlkettenblatt, 165 mm
BremsenSRAM Maven Silver 4-Kolben, SRAM HS2 Scheiben 200 mmShimano MT520 4-Kolben, Shimano SM-RT76 Scheiben 203 mm
LaufräderRace Face Atlas, 29" vorne, 27,5" hintenAlexrims MD30 Disc, 29" vorne, 27,5" hinten
Reifen vorneMaxxis Assegai 29x2,5", DH, 3C Maxx GripMaxxis Assegai 29x2,5", DH, 3C Maxx Grip
Reifen hintenMaxxis DHR II 27,5x2,5", DH, 3C Maxx TerraMaxxis DHR II 27,5x2,5", DH, 3C Maxx Terra
Gewicht16,8 kg (tubeless, Herstellerangabe)17,5 kg (tubeless, Herstellerangabe)
Preis7599 Euro4899 Euro3999 Euro

​Das Bike gibt es in zwei Ausstattungsvarianten und kommt serienmäßig im Mullet-Setup: „Ein 29er-Hinterrad schränkt viele Fahrer in der Beweglichkeit ein“, erklärt Produktmanager Clement Martin. Wer dennoch ein großes Hinterrad bevorzugt, kann es problemlos nachrüsten. Herzstück ist der über dem Tretlager versteckte Dämpfer, der durch zwei Kunststoffabdeckungen zugänglich und einstellbar ist. Der Hinterbau funktioniert sowohl mit Stahl- als auch Luftdämpfer. Da sich der SAG bei diesem Design nicht direkt ablesen lässt, haben die „Scotties“ einen SAG-Indikator am Kurbelansatz integriert. Während der Vorgänger mit 15 Kilo ein echtes Gewichtswunder war, bringt das Topmodell mit Stahlfederdämpfer 16,85 Kilo (Größe L) ohne Pedale auf die Waage.

Trailbike: Propain Hugene

2021 präsentierte Propain die letzte Evolutionsstufe des Hugene. In diesem Jahr schickt der deutsche Hersteller die neueste Generation seines Trailbikes an den Start – nun mit nur noch 130 mm Federweg.

Im Ultimate Trimm kostet das Propain Hugene 6424 Euro.
Foto: Max Fuchs

Bei der Geometrie setzt Propain beim Hugene auf vollgasfeste Werte. Ein knapp 65 Grad flacher Lenkwinkel und 444 mm lange Kettenstreben halten das Trailbike auch bei hohem Tempo souverän auf Kurs – das bestätigen auch unsere Fahreindrücke. In grobem Terrain ist der begrenzte Federweg spürbar, arbeitet dabei jedoch ausgesprochen sensibel und bietet überraschend viel Komfort. In unserem abfahrtslastigen Test-Setup (Ultimate-Ausstattung) bringt das Hugene rund 15 Kilo ohne Pedale auf die Waage.

MerkmalPropain Hugene CF
KategorieTrail
Federweg140 mm (Front) / 130 mm (Heck)
Laufradgröße29"
RahmenmaterialCarbon
Gewichtab 14,2 kg
Preisab 3399 Euro

Doch nicht nur am Federweg wurde gefeilt – auch im Detail hat Propain nachgelegt. So haben Käufer zum beispiel freie Wahl bei der Leitungsverlegung: klassisch durch den Rahmen, über den Steuersatz oder direkt über den Sixpack-Vorbau ins Innere geführt. Einlaminierte Führungen erleichtern Montage und Wartung spürbar. Geschraubtes Tretlager und verschraubte Rahmenschützer zahlen zusätzlich auf Haltbarkeit und Servicefreundlichkeit ein. Ein weiteres Highlight: Das Staufach im Unterrohr mit cleverem Schiebeverschluss. Um längere Teleskopstützen zu ermöglichen, fallen die Sitzrohre über alle vier Rahmengrößen hinweg bewusst kürzer aus.

Preislich geht es beim Hugene ab 3399 Euro los. Alternativ bietet Propain ein Rahmenset für 2499 Euro an. Selbstverständlich steht auch beim Hugene der hauseigene Konfigurator bereit, der je nach Aufbau Gewichte ab 14,2 Kilo ermöglicht. Zur Orientierung gibt es vier vordefinierte Build-Kits: Base (3399 Euro), Bomber (4849 Euro), Ultimate (6424 Euro) und Factory (8149 Euro), die sich im Konfigurator weiter individualisieren lassen.

Fazit von Max Fuchs

Max Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE.Foto: Moonhead MediaMax Fuchs ist Testredakteur und Fotograf bei BIKE.
​Wer sich die Auswahl der neuen 2025er-Bikes anschaut, sieht: Auch für Mountainbiker, die nicht auf E-MTBs umsatteln wollen, gibt es weiterhin spannende Neuheiten – keine Frage. Erschreckend ist dabei jedoch: Als meine Kollegen und ich brainstormten, welche Bikes für diese Übersicht infrage kommen, fiel uns beim ersten Versuch kaum mehr ein als die hier vorgestellten Modelle. Beim zweiten Versuch wuchs die Liste nur unwesentlich. Das heißt: Im klassischen Mountainbike-Sektor passiert zwar noch etwas, der Fokus der meisten Hersteller liegt inzwischen aber fast ausschließlich auf E-MTBs. Schade – die wenigen neuen Modelle haben es dafür umso mehr in sich. Hoffentlich gibt es bald wieder mehr davon! - Max Fuchs, BIKE-Testredakteur

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